Die Produktion übersiedelte nach Polen und Rumänien, eine Online-Jobbörse soll den Arbeitnehmern neue Stellen vermitteln
Hainburg - In dem ehemaligen Austria Tabak-Werk im
niederösterreichischen Hainburg herrscht rund einen Monat nach der Schließung
schon überwiegend gähnende Leere. Der Abbau der Produktionsmaschinen sei
großteils abgeschlossen, erzählt Betriebsrat Jakob Horvath, der die Arbeiten
überwacht. "Es sind auch keine Leute mehr von uns da,
nur Fremdfirmen, die zusammenräumen. Die Hallen sind praktisch leer." Das Werk
müsse "besenrein" übergeben werden.
Nach dem Aus Ende Dezember 2011 übersiedelte die Zigarettenproduktion nach
Rumänien und Polen, so Horvath. Die Entscheidung dazu hatte der japanische
Mutterkonzern Japan Tobacco, in deren Tochterfirma JTI die Austria Tabak seit
2007 integriert ist, im Mai vergangenen Jahres bekanntgegeben. In Hainburg
gingen dadurch 240 Arbeitsplätze verloren.
Umorientierung
Während Facharbeiter wie Mechaniker, Elektriker oder Elektroniker weniger
Probleme bei der Jobsuche gehabt hätten, befänden sich andere ehemalige
Bedienstete noch in der extra gegründeten Arbeitsstiftung, die bei der
Umorientierung helfen soll, erklärte Horvath. Dort sollen die Arbeiter zum einen
Tipps für Bewerbungen, Vorstellungsgespräche etc. erhalten, zum anderen werden
sie bei Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten beraten.
Pro Mitarbeiter stellte die Austria Tabak für die Stiftung 10.000 Euro zur
Verfügung. Die Stadt Wien - auch am dortigen Standort der Austria Tabak gingen
80 Arbeitsplätze verloren - beteiligt sich über den Wiener ArbeitnehmerInnen
Förderungsfonds (WAFF), eine mündliche Finanzierungszusage gibt es laut Horvath
seit kurzem auch vom Land Niederösterreich.
Hilfe bei der Jobsuche soll auch das vom Wolfsthaler Bürgermeister Gerhard
Schödinger (ÖVP) gegründete Internet-Netzwerk "Jobs4ATW"
bieten. Arbeitssuchende und Firmen können sich dort registrieren und zueinander
finden, so der Betriebsrat. Begleitet werde diese Jobbörse vom NÖAAB und dem
AMS. (APA)