Arbeiter in Stiftung

Leere Hallen in Hainburger Tabak-Werk

5. Februar 2012, 16:14
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    foto: apa

Die Produktion übersiedelte nach Polen und Rumänien, eine Online-Jobbörse soll den Arbeitnehmern neue Stellen vermitteln

Hainburg - In dem ehemaligen Austria Tabak-Werk im niederösterreichischen Hainburg herrscht rund einen Monat nach der Schließung schon überwiegend gähnende Leere. Der Abbau der Produktionsmaschinen sei großteils abgeschlossen, erzählt Betriebsrat Jakob Horvath, der die Arbeiten überwacht. "Es sind auch keine Leute mehr von uns da, nur Fremdfirmen, die zusammenräumen. Die Hallen sind praktisch leer." Das Werk müsse "besenrein" übergeben werden.

Nach dem Aus Ende Dezember 2011 übersiedelte die Zigarettenproduktion nach Rumänien und Polen, so Horvath. Die Entscheidung dazu hatte der japanische Mutterkonzern Japan Tobacco, in deren Tochterfirma JTI die Austria Tabak seit 2007 integriert ist, im Mai vergangenen Jahres bekanntgegeben. In Hainburg gingen dadurch 240 Arbeitsplätze verloren.

Umorientierung

Während Facharbeiter wie Mechaniker, Elektriker oder Elektroniker weniger Probleme bei der Jobsuche gehabt hätten, befänden sich andere ehemalige Bedienstete noch in der extra gegründeten Arbeitsstiftung, die bei der Umorientierung helfen soll, erklärte Horvath. Dort sollen die Arbeiter zum einen Tipps für Bewerbungen, Vorstellungsgespräche etc. erhalten, zum anderen werden sie bei Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten beraten.

Pro Mitarbeiter stellte die Austria Tabak für die Stiftung 10.000 Euro zur Verfügung. Die Stadt Wien - auch am dortigen Standort der Austria Tabak gingen 80 Arbeitsplätze verloren - beteiligt sich über den Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (WAFF), eine mündliche Finanzierungszusage gibt es laut Horvath seit kurzem auch vom Land Niederösterreich.

Hilfe bei der Jobsuche soll auch das vom Wolfsthaler Bürgermeister Gerhard Schödinger (ÖVP) gegründete Internet-Netzwerk "Jobs4ATW" bieten. Arbeitssuchende und Firmen können sich dort registrieren und zueinander finden, so der Betriebsrat. Begleitet werde diese Jobbörse vom NÖAAB und dem AMS. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 82
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Christoph Karl Steininger
00
Weswegen

musste die Republik die Tabakregie eigentlich verkaufen? Ach ja, die Privatisierungsideologie. Privatunternehmen machen ja alles sooo viel besser!

Ohne Gurt im Ionensturm
02

Na machens ja eh.

madathara
01
18.2.2012, 18:59

nur blöd dass jetzt der staat für die arbeitslosen aufkommen muss.

sowas wird leider nie bei den privatisierungen miteinkalkuliert.

Chrifa
00
15.2.2012, 14:27
Nein, in diesem Fall nicht!

Nach der Übernahme durch den Gallaher-Konzern wurde die Qualität der österreichischen Zigarren, die bis zu diesem Zeitpunkt mit der Weltspitze mithalten konnten, deutlich schlechter, nach der Übernahme durch die Japaner wurde die Zigarrenproduktion überhaupt eingestellt!

higgs - wozu?
02

ich hab einen vorschlag - wir suchen ein paar private investoren und pflanzen medizinisches marihuana in den hallen an, das wir unter dem markenlabel "high-health" weltweit vertreiben - wer ist dabei?

m+m
00

warum einen PRIVATEN Investor?
nur die Privatisierung des immer schwarze Zahlen schreibenden Unternehmens hat die Misere mit den vielen leeren Hallen (nicht nur in Hainburg) ausgelöst.

ich bin mir sicher, dass auch medizinisches Marihuana in Polen und Rumänien billiger produziert werden kann.

higgs - wozu?
00

naja - ich trenne halt nicht mehr zwischen staatlich und privat, nachdem ja auch alle staaten dem privaten finanzmonopol untergeordnet sind und somit nur mehr erfüllungsgehilfen des privaten sind.

was hätten wir davon das im osten zu machen, nur weil billiger, also gewinnträchtiger ist?
wir machen es bei uns, schaffen die rechtlichen rahmenbedingungen, pflanzen das zeug an und ernten es - dann verkaufen wir es, und der gewinn kommt der gemeinde und den auf der plantage beschäftigten zugute.

AlliGator
70

Hat hier niemand in der Familie oder im Freundeskreis Todesfälle wegen Lungenkrebs zu beklagen?

Warum weinen wir den Arbeitsplätzen für diese Drogenhändler denn nach?

madathara
01
18.2.2012, 19:04

und was ändert es für die raucher in österreich wenn die zigaretten statt in österreich in polen produziert werden?

höchstens werden die arbeitslosen AustriaTabak mitarbeiter zum saufen anfangen und enden dann als alkoholiker...

Ohne Gurt im Ionensturm
00

Nein, waren alles nichtrauchen.

Peter Widzky
02
und jetzt wo hier zugesperrt ist

hört ganz österreich zu rauchen auf weil keiner mehr zigaretten kaufen kann?

äpfel und birnen...

AlliGator
11

Zu Monopolzeiten haben sich die sauberen Herrschaften doch 16 oder 17 Gehälter genehmigt? Und das waren keine kleinen KV-Gehälter. Jetzt kommen die Abfertigungen, Sozialplan, Arbeitslosengeld...

Alles für Leute, die den tausendfachen Tod verkauft haben.

Wenn der Nowitzki in der Werbung eine Scheibe Wurst ißt, irgendwo ein Delfin in einem Thunfischnetz verendet oder eine Bank irgendwo einen säumigen Schuldner delogieren läßt - dann kann man hier tausende Postings über moralische Standpunkte bewundern.

Aber wenn Drogenhändler arbeitslos werden wird das öffentlich beweint? Nein...

Peter Widzky
38
ein guter tag beginnt mit einem ausgeglichenem budget...

oder so...

ein wahnsinn der kranken privatisierer und ihrer klüngel die austria tabak zu verschleudern.

der staat darf jetzt die arbeitslosen erhalten - extrem nachhaltig von schüssel und grasser.

kfd
22
Schüssel

Ist schuld, natürlich, wer sonst.
Selten so ein blödes Posting gelesen.

madathara
01
18.2.2012, 19:06

naja schüssel und grasser waren einfach die größten privatisierer der letzten 20 jahren.

und jede menge günstlinge und lobbyisten haben sich bei der verscherbelung von familiensilber eine goldene nase verdient.

oTHEr
00
ok,....

....wer sonst?

Gerald Hödl
13
Weil

wir angeblich viel zuviel verdienen und auf viel zu großem Fuß leben dürfen wir nichts mehr produzieren.

Ich glaube, dass jene Staaten, welche ein menschenwürdiges Dasein ermöglichen, ihre Märkte wieder abschotten sollen.

Dann sinkt halt unser Konsum und die Produkte werden wieder teurer. Das was wir uns durch Billigst-Produkte ersparen müssen wir durch erhöhte Steuerleistungen wieder ausgeben.

Ivan Bukov
21

Der geschuetzte staatsbetrieb hat den trend zur konsolidierung versaeumt und hatte daher keine chance mehr. Ein schutz hat daher genau den gehenteiligen effekt, abgesehen von der tatsache dass unerklaert bleibt wer entscheiden soll was geschuetzt wird und was nicht.

Kleinhirn
00

Genau, die Austria Tabak war ein Faß ohne Boden und eine Geldvernichtungsmachine für den Österreichischen Steuerzahler. Genauso wie das Dorotheum. Wir können froh sein das wir diese noch billig verscherbeln konnten.

most4tla
03

ein Staatsbetrieb der noch dazu eine Monopolstellung innehatte braucht nix konsolidieren, das war Grasserscher Größenwahn - v.a. da es während der Privatisierungswelle eins der wenigen Unternehmen war das profitabel arbeitete.
Btt - mir ist der Fall eines Angestellten bekannt der mit HTL Abschluss und über 20jähriger zugehörigkeit, nun mit dem Rücken zur Wand steht(55 Jahre alt)......das hätts zu AT Zeiten net geben

Ivan Bukov
00
ein Staatsbetrieb der noch dazu eine Monopolstellung innehatte braucht nix konsolidieren

GENAU diese Einstellung ist das Problem!

Peter Widzky
01
wo ist das problem solange konstant

gewinne eingefahren werden?

Ivan Bukov
00

Dass sich dies rasch aendern kann!
Wenn der Gewinn dann endgueltig weg ist (der Staat ueberbrueckt das ja oft ueber Jahrzehnte weil er der Meinung ist es handle sich nur um eine temporaeres Problem) ist es dann aber meist zu spaet.
Die Konkurrenz ist dann konsolidiert, effizient, und der Staatsbetrieb eine Witzfigur die einfach geschluckt und zugesperrt wird.
Nun es besteht natuerlich keine Garantie dass das gleiche als Privatunternehmen als eines der konsolidierten Branchenfuehrer uebriggeblieben waere!

Grundsaetzlich ist aber „vielleicht sinken“ „sicher sinken“ vorzuziehen...

Moneymaker
00

Der EU-Beitritt bedeutete das Ende der Monopolstellung. Statt sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren haben Beppo Mauhart&Team Head&Mares gekauft, dort blitzartig Millionen versenkt und die AT an den Rand der Insolvenz geführt.

Gobi Todic
02
Ich bin wirtschaftskompetent

Setzt meine Steueridee doch konsequent um:
http://derstandard.at/132624898... deNumber=1

Austria Hanf Werke!

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