Zeitung: Zahlreiche Menschen noch vermisst
Santo Domingo - Beim Kentern eines Bootes mit
Wirtschaftsflüchtlingen aus der Dominikanischen Republik sind am
Samstag vor der Küste des Karibikstaats mindestens zehn Menschen ums
Leben gekommen. Das mit bis zu 60 Migranten überfüllte Boot war in
der Dunkelheit nahe der Stadt Nagua vermutlich in Richtung Puerto
Rico aufgebrochen, wie Behördensprecher mitteilten. Rettungsteams des
Katastrophenschutzes und Freiwillige suchten in der Samana-Bucht nach
Zeichen von Überlebenden.
In der Online-Ausgabe der dominikanischen Tageszeitung "Listin
Diario" wurde die Zahl der Toten Sonntag früh mit zwölf angegeben.
Zudem habe man 14 Überlebende verletzt geborgen, 39 Menschen würden
noch vermisst.
Verzögerte Rettungsaktion
Überlebende berichteten, dass ihr Boot kenterte, nachdem es von
hohen Wellen getroffen wurde. Die Marine der Dominikanischen Republik
erfuhr nach eigenen Angaben erst nach Stunden von dem Unglück und
leitete erst dann eine Rettungsaktion ein. Unklar war, ob die
restlichen Bootsinsassen als vermisst gelten oder an Land schwimmen
konnten.
Tausende Dominikaner versuchen jedes Jahr, illegal in das
US-Territorium Puerto Rico zu gelangen. Für die gefährliche Überfahrt
werden oft seeuntüchtige Boote benützt. (APA)