"Das Land will einen Präsidenten"

5. Februar 2012, 18:43

Favorit Mussa für Wahl bis spätestens Ende April - Erneut Anschlag auf Gaspipeline nach Israel - Mindestens zwölf Tote

Kairo - Ein Jahr nach dem Sturz von Langzeitpräsident Hosni Mubarak macht sich Ägypten für die Wahl eines neuen Präsidenten bereit. Nach tagelangen blutigen Ausschreitungen mit mindestens zwölf Toten ist am Wochenende der Druck auf den herrschenden Militärrat gewachsen, die Macht endlich abzugeben. Ein von den Generälen eingesetztes ziviles Beratergremium sprach sich dafür aus, die Anmeldung von Kandidaturen schon ab 23. Februar zuzulassen. Ursprünglich war der Beginn des Rennens um das Amt erst Mitte April und die Präsidentschaftswahl Mitte Juni vorgesehen.

"Das Land will einen Präsidenten", titelte die Zeitung "Al-Tahrir" am Wochenende. Bisher ist vorgesehen, dass zunächst eine neue Verfassung ausgearbeitet und dann im Juni ein neuer Präsident gewählt wird. Die Demokratiebewegung will aber nicht auf die Verfassung warten.

Neuer Fahrplan

Auch der prominenteste Bewerber um die Präsidentschaft, Amr Mussa, pochte auf einen neuen Fahrplan. Die Wahl dürfe nicht später als Ende April stattfinden. Auch über den Mitteilungsdienst Twitter äußerte er sich besorgt über die aktuelle Situation. Die Stabilität des nordafrikanischen Landes sei gefährdet, betonte der ehemalige Chef der Arabischen Liga. Deshalb sei eine Übergabe der Macht an ein vom Volk gewähltes Staatsoberhaupt dringend notwendig.

Im Stadtzentrum Kairos kam es immer wieder zu massiven Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. In der Nacht auf Sonntag war nach Angaben des Staatsfernsehens ein Gebäude der Steuerbehörde nahe des Innenministeriums in Brand geraten. Noch am Sonntag in der Früh lag eine Rauchwolke über dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo, wo vor einem Jahr die Proteste gegen Mubarak begonnen hatte. Diese führte schließlich zum seinem Sturz am 11. Februar 2011. Die Sicherheitskräfte setzten erneut Tränengas ein. Laut Medienberichten wurden mehrere Polizeiwachen überfallen.

Krawalle bei Fußballmatch

Die jüngsten Krawalle waren am Donnerstagabend ausgebrochen, nachdem am Vortag bei einem Erstligaspiel in der Stadt Port Said bei Ausschreitungen 74 Menschen ums Leben gekommen waren. Fußballfans warfen der Polizei vor, nicht eingegriffen und weggeschaut zu haben, als Spieler und Anhänger des Kairoer Klubs Al-Ahly angegriffen wurden. Aktivisten und Menschenrechtler machen die Militärs verantwortlich. Gerüchte kamen auf, dass die Krawalle auf dem Spielfeld von bezahlten Schlägertrupps provoziert wurden, um Chaos zu stiften.

Die Justizbehörden kündigten unterdessen an, 40 Menschenrechtler, darunter auch Ausländer, wegen angeblich illegaler Finanzierung von Stiftungen und Hilfsorganisationen vor Gericht stellen zu wollen. Die Razzien bei 17 ägyptischen und ausländischen Organisationen, darunter die deutsche Konrad-Adenauer-Stiftung, hatten Ende Dezember scharfe internationale Kritik hervorgerufen. Schon im November hatte das ägyptische Justizministerium erklärt, viele zivilgesellschaftliche Gruppen seien seit dem Sturz Mubaraks im Februar illegal aus dem Ausland finanziert worden. Für mehrere US-Bürger wurde ein Einreiseverbot verhängt.

Viele Ausländer machen indes einen Bogen um die ägyptische Hauptstadt. Ein Sprecher am internationalen Flughafen Kairo sagte, die Besucherzahlen, die nach dem Umsturz vor einem Jahr bereits deutlich gesunken waren, seien in den vergangenen Tagen noch einmal um etwa 40 Prozent gesunken.

Unterdessen wurde am Sonntag zum zwölften Mal innerhalb eines Jahres ein Anschlag auf die Gas-Pipeline von Ägypten nach Israel verübt. Die maskierten und bewaffneten Angreifer hätten einen Sprengsatz an der Pipeline nahe der Stadt Al-Arish zur Explosion gebracht, erklärten Sicherheitsbeamte. Rettungskräfte eilten zum Anschlagsort im Norden der Sinai-Halbinsel, um das Feuer zu löschen. Berichte über mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor. (APA)

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mario zapperlotti
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Das ist die Saat der Gewalt - in memoriam J.W.Bush

Wulfowitz, Cheney, Milton Friedmann...

"Able Danger"
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A.C.A.B steht an der Wand

Wenn ihr dieses Posting zensiert müsst ihr auch das Bild entfernen.

- Hasenöhrl
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Das Land will iellicht einen Präsidenten

es braucht aber eine eiserne Faust.

Das gesetzlose Pack muss eingefangen und unschädlich gemacht werden sonst ist er Aufbau des Landes nicht zu machen!

casus belli
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Wenn sie mal etwas aus ihrem radikalem Blickwinkel rausbewegen würden, könnten sie klarer sehen...

h 90
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nein das Land braucht einen US Stadthalter.

Waran
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Die Menschen in Ägypten

fühlen sich um ihre "Revolution" betrogen.
Wir werden uns damit abfinden müssen, dass die Islamisten in Ägypten die Macht übernehmen werden, vorausgesetzt das Militär greift nicht zu sehr radikalen Maßnahmen.

multivitamin saft
 
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na das ist aber eine Überraschung. Damit hat man ja wirklich nicht rechnen können.

Wenn in der arabischen Welt ein autoritäres Regime gestürzt wird kommt immer nur ein neues autoritäres Regime heraus.

norik
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das sind wohl eher die menschen in europa und amerika die enttaeuscht sind denn die aegypter haben sich mit ueber 70% fuer islamisten entschieden bei den wahlen

prusiner
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wieso betrogen

vielleicht nur ein kleiner Teil; der weitaus überwiegende Teil hat Moslembrüder und Salafisten gewählt

wir (wer eigentlich, der Westen?) werden uns damit abfinden müssen, demnächst Schiffe mit Getreide als Nahrungsmittelhilfe in Richtung Ägypten schicken zu dürfen

Schattenwelt
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alles unter Kontrolle oder wie?

"Es wird befürchtet, dass die Lage außer Kontrolle geraten könnte."

Ich, mit einem fetten Grinsen im Gesicht.
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der absatz bei feuerlöschern wird rapide ansteigen....

finanzministerium, einen für die schottermizzi mit swarovski-kristallen....

bundeskanzleramt, einen fürn faygmann mit deppensicherer bedienungsanleitung drauf....

lichtenfelsgasse, löwelstrasse,....

Der Tod als Ziel
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Diese euphemistischen "Bejubelungen"

einer ach so tollen und jungen Revolution?? war mir von Anfang an völlig suspekt. Wie übrigens all die anderen nordafrikanischen/arabischen Aufstände ebenso.

Wäre mal interessant zu erfahren, wie viele -gerade ältere und weibliche- Ägypter sich ihren Ex-Regenten Mubarak sehnlichst wieder zurück wünschen würden?!

F.O.S.i. ("unnötig"=>Begründung!)
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es gibt auch genug ostdeutsche die sich die ddr zurückwünschen, oder russen, die sich stalin zurückwünschen. und?

neueboeing797
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"Brenna tuats guat" - jetzt ist auch in Ägypten der Huber von Goisern in der Hitparade vorn

Aber sooo radikale Fans hat er bei uns nicht.

Steak vom Milchlamm
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Obwohl es sehr einladend klingt, es ist trotzdem keine gute Meldung.

politisch-unkorrekt
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"Finanzamt in Kairo in Flammen"

endlich mal eine aktion mit neveau, hätt ich ihnen gar nicht zugetraut

meresi
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sind halt keine österreicher...

die kennen keine angst...

lapaiz
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autsch! ;)

MySinn.at
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Finanzamt ... gut !

Finanzministerium ... besser !

shahabblack
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Erinnert mich an Fightclub.

Neuanfang. Keiner hat mehr Schulden

Kritiker1A
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Finanzamt in Kairo in Flammen

Sofort nach Österreich einladen, diese Helden!

prusiner
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das Finanzamt ist eh unnötig

geregelt ist alles im islamischen Recht, und Gottesfürchtige zahlen Zakar & Co eh freiwillig;

die Dschizya bei den Kopten kann ja durch die lokalen Glaubensgemeinschaften eingetrieben werden

prusiner
00
Tippfehler ..

ZAKAT .. nicht Zakar

Das Furunkel auf der Rübe
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Über ein brennendes Finanzamt in Österreich könnte ich mich auch freuen!

Pepi Onkel
03

Karl-Heinz, bist du's?

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