Schleppende Ermittlungen gegen NSU

4. Februar 2012, 22:02
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Generalbundesanwalt: Erst ein Viertel der mehr als 5.000 Beweisstücke aufgearbeitet

Berlin - Die Ermittlungen gegen die Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) sind nach den Worten des deutschen Generalbundesanwalts Harald Range eine große Herausforderung für seine Behörde. Derzeit müssten mehr als 5.000 Beweisstücke aufgearbeitet werden, sagte Range dem Südwestrundfunk. "Hinzu kommen eine Unmenge von Daten und Handys, so dass wir trotz der intensiven Arbeit der vergangenen Monate erst gut ein Viertel der Beweisstücke ausgewertet haben", sagte Range im SWR-Interview der Woche. Dies alles brauche Zeit, "da geht Sorgfalt vor Schnelligkeit".

Angesprochen auf die Arbeit des NSU-Untersuchungsausschusses sagte Range, der Ausschuss und seine Behörde hätten "gemeinsam die Aufgabe, den Sachverhalt aufzuklären". Dieser werde anschließend von den Untersuchungsausschüssen politisch und organisatorisch bewertet, seine Behörde nehme währenddessen die strafrechtliche Bewertung vor. Letztere habe aber Priorität, solange sich Beschuldigte in Haft befänden. "Trotzdem werde ich mit den U-Ausschüssen vertrauensvoll zusammenarbeiten und ihnen alles geben, was ich im Augenblick entbehren kann", sagte Range dem SWR.

Die jahrelang unentdeckt gebliebene Terrorzelle soll zwischen 2000 und 2007 neun Migranten und eine Polizistin in Deutschland ermordet haben. Außerdem werden der Gruppe zwei Sprengstoffanschläge in Köln 2001 und 2004 mit insgesamt 23 Verletzten sowie eine Serie von Banküberfällen zur Last gelegt. (APA)

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