Mormonen helfen Romney in Nevada

4. Februar 2012, 20:56

Stimmen seiner Glaubensbrüder als Heimvorteil - Rivale Gingrich in Umfragen weit abgeschlagen

Washington - Zweite Vorwahl der US-Republikaner innerhalb einer Woche - und ein zweiter Triumph Mitt Romneys scheint unausweichlich. Der Ex-Gouverneur und Multimillionär konnte nach Umfragen vom Samstag im Bundesstaat Nevada mit 45 Prozent der Stimmen rechnen. Sein ärgster Rivale, Ex-Parlamentspräsident Newt Gingrich, lag bei lediglich 25 Prozent. Die beiden anderen Bewerber Rick Santorum und Ron Paul kamen lediglich auf elf und neun Prozent. Erste Ergebnisse werden am frühen Sonntagmorgen österreichischer Zeit erwartet.

Es handelt sich um die fünfte Vorwahl - und den ersten Test im Westen der Vereinigten Staaten. Zugleich kann Romney in Nevada aber auch auf einen Heimvorteil der besonderen Art bauen: Dem Mormonen Romney würden allein die Stimmen seiner Glaubensbrüder zum Sieg verhelfen, berichtete die "Washington Post". Zwar sind nur rund sieben Prozent der Bevölkerung in Nevada Mormonen, aber sie nehmen besonders eifrig an den Republikaner-Vorwahlen teil.

Unmöglich zu gewinnen

"Mitt Romneys Gegner haben in Wirklichkeit niemals eine echte Chance gehabt in Nevada", schreibt das Blatt. Bereits 2008 habe Romney in Nevada 51 Prozent der Stimmen eingefahren. Es sei praktisch unmöglich, in Nevada gegen Romney zu gewinnen.

Allerdings versucht Romney, der früher zeitweise als Mormonen-Missionar in Frankreich gearbeitet hatte, das Thema Religion tunlichst zu meiden. Den in vielen anderen Bundesstaaten ist das Thema eher ein Nachteil. Zwar bezeichnen sich die Mormonen als Christen, doch die Tatsache, dass sie auch den Amerikaner Joseph Smith aus dem 19. Jahrhundert als Propheten betrachten, macht sie in den Augen vor allem erzkonservativer amerikanischer Christen suspekt. Viele betrachten Mormonen als abtrünnige Sekte und bringen sie noch heute mit Polygamie in Verbindung. Romney selbst hat daher wiederholt betont, Religion und Glaube dürfe bei Wahlen in den USA keine Rolle spielen.

Bereits am Dienstag hatte der Ex-Gouverneur von Massachusetts einen klaren Sieg in Florida eingefahren und Gingrich praktisch deklassiert. Romney gilt auch landesweiten Umfragen als klarer Favorit. Die meisten Republikaner meinen überdies, er würde bei den Präsidentenwahlen im November die größten Chancen gegen Barack Obama haben.

Experten meinen allerdings, die neusten Anzeichen der wirtschaftlichen Erholung in den USA stellten Romney vor ein Dilemma. Romney, der früher auch im Finanzsektor gearbeitet und dort ein Millionenvermögen gemacht hatte, richtet seinen Wahlkampf weitgehend auf seine Wirtschaftskompetenz aus - und auf die schlechte Bilanz Obamas. Wenn sich die Wirtschaft zunehmend erhole und vor allem die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit sinke - dann könnten Romneys Argumente ins Leere laufen. (APA)

tignosa
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das Argument ist ungefähr so doof wie die behauptung, alle Evangelischen würden sich Gauck als deutschen Bundespräser wünschen

Lambert Oitzinger
61
Das überrascht mich ...

... Mormonen unterstützen einen Republikaner?

Also jene Partei, die sich für die Waffenindustrie stark macht und gegen Gesundheitsreformen sind.

Ich frage mich, ob dies Christus gewollt hätte.

Die letzten Tage sind gezählt.

Fisch Suppe
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Mormonen auch in Österreich vertreten

Die Mormonen gibt's auch in Österreich, etwa in Wien Döbling mit einem eigenen Gotteshaus. Nur nennen sie sich bei uns die "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage".

Ob die für uns, was die nächsten Nationalratswahlen betrifft, auch eine Wahlempfehlung parat haben...?

tignosa
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die waren verflixt schnell

um 1900 wurde in Haag/ Hausruck die erste österreichische Gemeinde gegründet

seit 1955 sind sie staatlich anerkannt

xEurocent
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Genau, bei uns wählen die streng gläubigen Katholiken ja auch alle die Grünen und die KPÖ und nicht die ÖVP und die FPÖ...

Lambert Oitzinger
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Ja, leider ...

... haben Sie teilweise recht.

Wobei ich das Wort "strenggläubig" vielleicht noch auf "fundamentalgläubig" ergänzen würde.

Es gibt ja diese rechtsradikale katholische Seite (Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuz.net) von der sich allerdings die offizielle römisch katholische Kirche auch getrennt hat, zu Recht, wich ich meine.

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