Marschflugkörper "Safar" soll gegen Schiffe eingesetzt werden - De Maizière: Auf den Iran statt auf Israel schauen
Teheran/München - Der Iran hat nach eigenen Angaben
mit der Serienfertigung einer neuen Rakete begonnen. Wie das
Staatsfernsehen am Samstag auf seiner Internetseite berichtete,
handelt es sich bei der Kurzstreckenrakete vom Typ "Safar" um einen
Marschflugkörper, der "mit großer Präzision kleine und mittelgroße
Ziele" auf dem Wasser zerstören kann. Er kann demnach von
Schnellbooten aus abgeschossen werden und fliegt so niedrig, dass er
nur schwer vom Radar erfasst werden kann.
Der Iran verfügt nach eigenen Angaben über ein großes Arsenal an
Lang-, Mittel- und Kurzstreckenraketen. Einige von ihnen können
angeblich auch Ziele in Israel oder US-Militärstützpunkte im Nahen
Osten erreichen. Die Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen
waren zuletzt deutlich gestiegen, weil Teheran damit gedroht hatte,
im Fall von Sanktionen gegen seine Ölexporte die strategisch wichtige
Meerenge von Hormuz zu sperren.
Unterdessen kritisierte der deutsche Verteidigungsminister Thomas
de Maizière die Diskussion über einen möglichen Angriff Israels auf
den Iran. "Wir gucken in der Debatte im Moment zu viel auf Israel.
Wir sollten mehr auf den Iran gucken", sagte der CDU-Politiker am
Samstag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. "Der Iran hat den
Schlüssel in der Hand."
Ein Bericht über angebliche israelische Überlegungen, den Iran
schon im Frühjahr anzugreifen, hatte am Freitag international für
Aufsehen gesorgt. De Maizière sagte, er sehe das Säbelrasseln im
Streit über das iranische Atomprogramm eher auf der Seite Teherans.
Er sei sich aber nicht ganz sicher, wie ernst das zu nehmen sei.
Objektiv könne der Iran beispielsweise kein Interesse daran haben,
die Meerenge von Hormuz zu sperren. (APA)