London setzt weiter auf Provokation
London - Großbritannien hat nach einem Zeitungsbericht
eines seiner Atom-U-Boote in die Gewässer vor den Falkland-Inseln
(Malvinas) im Südatlantik entsandt. Das U-Boot der Trafalgar-Klasse
soll bis Anfang April vor den Inseln sein und dort Patrouille fahren,
berichtete "Daily Mail" am Samstag. Eine Bestätigung des
Verteidigungsministeriums gab es dafür nicht. Das Ministerium
kommentiere grundsätzlich keine Bewegungen von U-Booten, hieß es.
Am 2. April vor 30 Jahren war zwischen Großbritannien und
Argentinien ein Krieg um die Falkland-Inseln ausgebrochen, der fast
1000 Menschen das Leben kostete. Zuletzt waren die Spannungen
zwischen beiden Ländern wieder stärker geworden. Argentinien erhebt
Anspruch auf die Inselgruppe, die seit 1833 britisch ist. Zuletzt
hatte es Streit um britische Ölbohrungen vor der Küste der
Falklandinseln gegeben.
Lait "Daily Mail" hat Premierminister David Cameron persönlich der
U-Boot-Mission zugestimmt. Außerdem heißt es, es seien spanisch
sprechende Übersetzer an Bord, um Marine-Funk in der Region mithören
zu können. Kritiker vermuten, dass Argentinien erneut eine
Provokation hinter der Mission sehen könnte. Im Falkland-Krieg hatte
ein britisches U-Boot das argentinische Marineschiff "General
Belgrano" versenkt und 323 Menschen getötet, obwohl das Schiff
außerhalb der von den Briten eingerichteten Sperrzone patrouilliert
hatte.
Die Nachricht von der Entsendung eines U-Bootes kommt nur zwei
Tage nachdem Prinz William, der Enkel von Königin Elizabeth II., für
seinen sechswöchigen Einsatz als Hubschrauberpilot auf den Falklands
angekommen ist. Nach Darstellung der britischen Regierung handelt es
sich um einen normalen Vorgang für Hubschrauberpiloten der
Rettungsstaffel innerhalb der Royal Air Force. Argentinien dagegen
vermutet hinter der Entsendung des Prinzen eine Provokation. Zuvor
hatte Buenos Aires bereits die Entsendung eines modernen
Kriegsschiffe, der "HMS Dauntless", zu den Malwinen verurteilt. (APA)