Den Dopingfall Armstrong gibt es nicht mehr

4. Februar 2012, 15:41
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US-Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen den sieben­maligen Tour de France-Sieger ein

Los Angeles - Die US-Staatsanwaltschaft hat ihre Dopingermittlungen gegen den siebenmaligen Tour de France-Gewinner Lance Armstrong eingestellt. Die Juristen versuchten knapp zwei Jahre lang zu klären, ob während Armstrongs Zeit beim amerikanischen Rennstall US Postal ein Dopingprogramm aufgebaut wurde und ob der Radstar die Anwendung unerlaubter Mittel unterstützt oder befürwortet hat.

"Ich bin erfreut, zu erfahren, dass die US-Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen beendet hat. Es ist die richtige Entscheidung", betonte Armstrong. Der Texaner war in der Vergangenheit mehrfach von ehemaligen Teamkollegen, unter anderem den selbst des Dopings überführten Floyd Landis und Tyler Hamilton, beschuldigt worden, leistungssteigernde Mittel genommen zu haben. Armstrong selbst hatte die Vorwürfe stets vehement zurückgewiesen.

Die Anti-Doping-Agentur der USA (USADA) teilte nach der Einstellung des Verfahrens allerdings mit, dass sie ihre eigenen Untersuchungen fortsetzen wird. "Anders als für die US-Staatsanwaltschaft ist es der Job der USADA, den Sport sauber zu halten und nicht, Strafgesetze durchzusetzen. Unsere Untersuchungen gegen Doping im Radsport werden fortgesetzt und wir warten schon darauf, die Informationen zu bekommen, die in der staatlichen Untersuchung gesammelt wurden", teilte USADA-Chef Travis Tygart mit.

Hamilton hatte ausgesagt, er habe gesehen, wie Armstrong bei der Tour 1999 sowie vor den Rennen im Jahr 2000 und 2001 das Blutdopingmittel EPO verwendet habe. Hamiltons Anwalt betonte nach Entscheidung über die Verfahrenseinstellung, dass sein Mandant die Wahrheit gesagt habe. "Der Fakt, dass Doping vorgekommen war, ist ein anderes Thema als eine mögliche Straftat", sagte Chris Manderson.

Zumindest wissenschaftlich ist erwiesen, dass Armstrong 1999 bei seinem ersten Toursieg  EPO benutzte. Eine nachträgliche Analyse einer Blutprobe, die die Zeitung "L'Equipe" 2005 nach seinem ersten Rücktritt veröffentlichte, belegt das. Trotzdem gab es keine Sanktionen, weil sportrechtliche Richtlinien - eine B-Probe gab es nicht mehr - dagegen sprachen. (APA/sid)

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