Lindsey Vonn lächelt zum 50. Mal

4. Februar 2012, 14:23
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US-Amerikanerin holt sich bei der Abfahrt in Garmisch Jubiläums-Sieg und zieht im Gesamt-Weltcup noch weiter davon - Görgl Sechste

Garmisch-Partenkirchen - Lindsey Vonn hat am Samstag in der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen ihren 50. Weltcupsieg gefeiert. Die 27-jährige Olympiasiegerin aus den USA gewann vor der Schweizerin Nadja Kamer (+0,41) sowie der Liechtensteinerin Tina Weirather (0,79). Mit ihrem insgesamt 25. Abfahrtserfolg baute Vonn auch ihre Führung in der Gesamtwertung weiter aus. Als beste Österreicherin landete Weltmeisterin Elisabeth Görgl (1,25) auf Rang sechs.

Im Zielbereich flossen Tränen über die Wangen der Siegerin, als sie bei der Eiseskälte von minus 20 Grad im Zielraum die ersten Interviews gab. "Ich kann es nicht glauben. Ich habe niemals gedacht, dass ich so viel in meinem Leben erreichen werde", sagte die 27-jährige Vonn, die mit Fortdauer ihrer Fahrt immer schneller wurde und nach großem Rückstand bei der ersten Zwischenzeit insgesamt eine Sekunde auf Kamer gutmachte. "Ich habe alles gegeben. Im unteren Teil war ich gut und es hat gereicht."

Mit dem 25. Erfolg ihrer Karriere ist sie nun die zweiterfolgreichste  Abfahrerein hinter Annemarie Moser-Pröll (36), im Ranking der meisten Weltcupsiege ist sie Dritte hinter Moser-Pröll (62) und der Schweizerin Vreni Schneider (55). Allzu lange dürfte es nun nicht mehr dauern, ehe die Amerikanerin zumindest Schneider überholt. Neun Saisonsiege hat sie bereits, der Rekord wiederum steht bei 14 - gehalten von Schneider. Der vierte Gesamtweltcupsieg wird Vonn jedenfalls kaum noch zu nehmen sein, 1.350 Punkte hat sie auf dem Konto, die Slowenin Tina Maze ist mit 868 die erste Verfolgerin. In der Disziplinwertung lautet die Reihung Vonn (530) vor Weirather (300) und Görgl (275).

Görgl, vor einem Jahr zweifache Weltmeisterin auf der "Kandahar", verhaute die Kurve in der Passage "Hölle", das kostete der Steirerin bessere Platzierung. "Ich habe ziemlich engagiert attackiert und habe dann einfach einen Fehler gemacht", analysierte die Steirerin trocken. Man müsse zur Kenntnis nehmen, dass Vonn etwas viel besser mache als alle anderen. "Aber trotzdem, ich kann sie nicht kopieren."

Maria Höfl-Riesch (4.) zollte Vonn natürlich auch Respekt"Sie ist halt einfach die Beste", sagte Maria Höfl-Riesch voller Anerkennung, "da kann man nur Respekt zollen und versuchen, dranzubleiben." Am Sonntag im Super-G, sagte sie, sei jedenfalls "alles" drin, zuletzt in St. Moritz habe sie ja nur zwei Zehntel hinter Vonn gelegen.

Ratlos zeigten sich Anna Fenninger (13./+2,01)) und Andrea Fischbacher (22./2,71), die sich ihre Rückstände nicht erklären konnten. "Ich habe mir bei der Fahrt oben gedacht, dass ich schnell bin, aber anscheinend war dem nicht so. Mir ist es nicht so schlecht vorgekommen", sagte Fenninger. Und Fischbacher rätselte: "Ich hätte mich nicht so schlecht gefühlt, aber der Rückstand ist ein Wahnsinn. Ich muss jetzt analysieren gehen."

Lindsey Vonn dagegen will sich am Samstagabend in ihrem Wohnmobil wieder mal selbst bekochen. Zur Auswahl stehen Chicken Curry und Lachs. Mehr habe sie nicht drauf, sagte die Amerikanerin. Weil es aber bereits am Freitag Fisch gab, war das Hendl klarer Favorit. (APA/sid/red)

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    Lindsay Vonn vor und auch auf dem Gipfel.

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