US-Amerikanerin holt sich bei der Abfahrt in Garmisch Jubiläums-Sieg und zieht im Gesamt-Weltcup noch weiter davon - Görgl Sechste
Garmisch-Partenkirchen - Lindsey Vonn hat am Samstag in der Abfahrt in
Garmisch-Partenkirchen ihren 50. Weltcupsieg gefeiert. Die 27-jährige
Olympiasiegerin aus den USA gewann vor der Schweizerin Nadja Kamer (+0,41) sowie
der Liechtensteinerin Tina Weirather (0,79). Mit ihrem insgesamt 25.
Abfahrtserfolg baute Vonn auch ihre Führung in der Gesamtwertung weiter aus. Als
beste Österreicherin landete Weltmeisterin Elisabeth Görgl (1,25) auf Rang
sechs.
Im Zielbereich flossen Tränen über die Wangen der Siegerin, als sie
bei der Eiseskälte von minus 20 Grad im Zielraum die ersten
Interviews gab. "Ich kann es nicht glauben. Ich
habe niemals gedacht, dass ich so viel in meinem Leben erreichen
werde", sagte die 27-jährige Vonn, die mit Fortdauer ihrer Fahrt immer
schneller wurde und nach großem Rückstand bei der ersten
Zwischenzeit insgesamt eine Sekunde auf Kamer gutmachte. "Ich habe
alles gegeben. Im unteren Teil war ich gut und es hat gereicht."
Mit dem 25. Erfolg ihrer Karriere ist sie nun die zweiterfolgreichste Abfahrerein hinter Annemarie Moser-Pröll (36), im Ranking der meisten Weltcupsiege
ist sie Dritte hinter Moser-Pröll (62) und der Schweizerin Vreni
Schneider (55). Allzu lange dürfte es nun nicht mehr dauern, ehe die Amerikanerin
zumindest Schneider überholt. Neun Saisonsiege hat sie bereits, der
Rekord wiederum steht bei 14 - gehalten von Schneider. Der vierte Gesamtweltcupsieg wird Vonn jedenfalls kaum noch zu
nehmen sein, 1.350 Punkte hat sie auf dem Konto, die Slowenin Tina
Maze ist mit 868 die erste Verfolgerin. In der Disziplinwertung
lautet die Reihung Vonn (530) vor Weirather (300) und Görgl (275).
Görgl, vor einem Jahr zweifache Weltmeisterin auf der "Kandahar", verhaute die Kurve in der Passage "Hölle", das kostete der Steirerin
bessere Platzierung. "Ich habe ziemlich engagiert attackiert
und habe dann einfach einen Fehler gemacht", analysierte die Steirerin trocken. Man müsse zur Kenntnis nehmen, dass Vonn etwas
viel besser mache als alle anderen. "Aber trotzdem, ich kann sie
nicht kopieren."
Maria Höfl-Riesch (4.) zollte Vonn natürlich auch Respekt"Sie ist halt einfach die Beste", sagte Maria Höfl-Riesch voller
Anerkennung, "da kann man nur Respekt zollen und versuchen,
dranzubleiben." Am Sonntag im Super-G, sagte sie, sei jedenfalls "alles" drin, zuletzt in St. Moritz habe sie ja nur zwei Zehntel hinter Vonn gelegen.
Ratlos zeigten sich Anna Fenninger
(13./+2,01)) und Andrea Fischbacher (22./2,71), die sich ihre Rückstände nicht
erklären konnten. "Ich habe mir bei der Fahrt oben gedacht, dass ich schnell
bin, aber anscheinend war dem nicht so. Mir ist es nicht so schlecht
vorgekommen", sagte
Fenninger. Und Fischbacher rätselte: "Ich hätte mich nicht so
schlecht gefühlt, aber der Rückstand ist ein Wahnsinn. Ich muss
jetzt analysieren gehen."
Lindsey Vonn dagegen will sich am Samstagabend in ihrem
Wohnmobil wieder mal selbst bekochen. Zur Auswahl stehen Chicken Curry
und Lachs. Mehr habe sie nicht drauf, sagte die Amerikanerin. Weil es aber bereits am Freitag Fisch gab, war das Hendl klarer Favorit. (APA/sid/red)