Heftige Schneefälle in Rom

4. Februar 2012, 08:50
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Kältewelle legt ganz Italien lahm - 150 Passagiere sitzen in Zug in den Abruzzen fest - Alitalia streicht 40 Flüge

Rom - Rom erlebt die heftigsten Schneefälle seit den 80er Jahren. In der Nacht auf Samstag durchwehte auch ein eisiger Sturm die Ewige Stadt, seit Freitagvormittag schneite es fast ununterbrochen, was die 3,5 Millionen-Metropole ins Chaos stürzte. Das gesamte Verkehrsnetz kam zum Erliegen. Die große Straßenumfahrung GRA musste aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Wegen der vereisten Straßen kam es zu mehreren Unfällen. Autofahrer mussten mehrere Stunden lang auf Straßen ausharren, auf denen sich Fahrzeuge quergestellt hatten. Das öffentliche Verkehrssystem brach am Freitagabend zusammen.

Die Fluggesellschaften Alitalia kündigte an, dass am Samstag 40 Flüge gestrichen werden müssen. Bei der Bahnverbindung zwischen dem römischen Flughafen Fiumicino und dem Stadtzentrum kam es zu Verspätungen. Der regionale Bahnverkehr kam zum Erliegen.

Bürgermeister Gianni Alemanno rief die Römer auf, nicht das Auto zu nehmen. Die Schulen sind am Samstag geschlossen. Seit dem Jahr 1986 hat Rom keinen derart heftigen Schneefälle mehr erlebt. Begeisterte Touristen fotografierten eifrig den Schnee, der über der Spanischen Treppe, dem Trevi-Brunnen und der Piazza Navona fiel. Kolosseum, Forum Romanum, der Palatinshügel und andere archäologische Stätten wurden geschlossen. Auch der Petersplatz war vollkommen verschneit. Wegen des kalten Wetters musste der Papst seinen Terminkalender ändern. Eine am Samstagvormittag geplante Audienz mit 7.000 Jugendlichen, die sich an dem Welttreffen "Jugend für den Frieden" beteiligen, wurde abgesagt. Auch am Samstag ist weiterhin mit Schneefällen in Rom zu rechnen.

Die Kältewelle hält ganz Italien im Würgegriff und hat bereits einige Todesopfer gefordert. So wurde ein 46-Jähriger in seinem schneebedeckten Auto in einer Bergortschaft der süditalienischen Provinz Isernia gefunden. Ein Obdachloser wurde in Mailand tot aufgefunden, berichteten italienische Medien. Die Gemeinde Mailand versprach einen verstärkten Einsatz für Obdachlose. Ein 76-Jähriger erlag beim Schneeschaufeln in Parma einem Herzinfarkt.

Die Lage sei "besonders kritisch", sagte der Chef des Zivilschutzes, Franco Gabrielli. Die Rettungskräfte seien in erhöhtem Alarmzustand. 150 Passagiere sitzen seit zehn Stunden in Carsoli in den Abruzzen im Zug Rom-Avezzano fest . Der aus Rom abgefahrene Zug konnte nicht mehr weiterfahren. Auf der Adria-Strecke blieb am Freitagnachmittag ein Intercity-Zug zwischen Forli und Cesena Stunden lang stecken. Mehrere Züge der Linie entlang der nördlichen Adria wurden wegen Schneefällen gestrichen. Das Bahnnetz zwischen Bologna und Florenz kam zum Erliegen. Einige Autobahnstrecken am Apennin mussten gesperrt werden. Die Autobahngesellschaft rief die Autofahrer auf, auf Reisen in Richtung Mittelitalien zu verzichten. Blackouts wurden auch in der toskanischen Provinz von Siena gemeldet. 1.200 Familien mussten ohne Strom ausharren. (APA)

 

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