2:0 für Dortmund beim "Club" - Bender-Bänder verletzt
Dank Kapitän Sebastian Kehl und Edelreservist Lukas Barrios hat
Borussia Dortmund in der Nürnberger Kältekammer zumindest vorübergehend
Platz eins in der Fußball-Bundesliga übernommen. Bei "gefühlten"
Temperaturen von fast 20 Grad unter Null schossen Kehl (48.) und der
zuletzt so unzufriedene Barrios (82.) mit seinem ersten Saisontor den
deutschen Meister beim 1. FC Nürnberg zu einem 2:0 (0:0)-Sieg.
Während
Dortmund seine Serie mit dem dritten Dreier im dritten Spiel der
Rückrunde auf 14 Spiele (36 Punkte) ohne Niederlage ausbaute, verlor der
1. FCN nach dem Auftakterfolg gegen Hertha BSC Berlin zum zweiten Mal
nacheinander. Für die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp hatte der
sechste Auswärtssieg im elften Spiel jedoch auch eine dunkle Seite:
Mittelfeldspieler Sven Bender musste wegen einer Verletzung am linken
Knöchel ausgewechselt werden (22.).
Nürnberg hält dagegen
Vor 45.572 Zuschauern im
Frankenstadion verdiente sich der BVB den Sieg nach verschlafener
Anfangsphase mit einer deutlichen Leistungssteigerung. Den Nürnbergern
gelang es als erster Mannschaft in der Rückrunde, die Borussia ernsthaft
zu fordern. Nach starkem Beginn baute das Team von Trainer Dieter
Hecking aber extrem ab, in der zweiten Halbzeit gelang ihm fast nichts
mehr.
Mit kluger Raumaufteilung und bissiger Zweikampfführung
setzte der Club den Gästen zunächst derart zu, dass Dortmund einige Zeit
nur reagierte. Der Lohn für Nürnberg waren gute Tormöglichkeiten. Die
beste vereitelte Shinji Kagawa, der einen Kopfball von Timmy Simons auf
der Linie klärte (12.).
Tomas Pekhart, die einzige Club-Spitze,
tauchte gleich mehrfach gefährlich vor dem BVB-Tor auf. Einmal
scheiterte er aus spitzem Winkel an Roman Weidenfeller, dann schoss er
freistehend aus drei Metern über das Gehäuse (18./19.). Trainer Dieter
Hecking tobte ob des Chancenwuchers schimpfend durch die Coachingzone.
Bänder plagen Bender
Kurz
darauf ärgerte sich auch sein Kollege Klopp - und zwar so richtig. Bei
einem Zweikampf mit Daniel Didavi knickte Bender derart unglücklich um,
dass er sich eine Bänderverletzung im linken Knöchel zuzog. Nach Mario
Götze ist Bender schon der zweite prominente Ausfall im Dortmunder
Mittelfeld. Für ihn kam der 19 Jahre alte Moritz Leitner - und bald fand
der BVB besser ins Spiel.
Angetrieben vom starken Kagawa
erspielten sich die Gäste zahlreiche Chancen. Robert Lewandowski
scheiterte nach klugen Pässen von Sebastian Kehl und Kagawa zweimal an
Torhüter Raphael Schäfer (21./34.), Kagawa selbst hatte Pech mit einem
Außenrist-Versuch, als Schäfer den Ball noch eben so abfangen konnte
(36.).
Die Dortmunder Drangperiode wurde allerdings erst nach dem
Seitenwechsel belohnt - da jedoch gleich beim ersten Angriff. Leitner
setzte Lukas Piszczek auf der linken Seite ein, dessen klugen Rückpass
Kehl aus acht Metern überlegt einschob. Das Tor des Spielführers wirkte
auf Dortmund befreiend, konnten die Borussen das Spiel doch jetzt mit
den gewohnten Ballstaffetten kontrollieren.
Nach einer knappen
Stunde versuchte Hecking, seine zögerliche Mannschaft mit einem
Doppelwechsel wieder aufzuwecken, als er Alexander Esswein für den
enttäuschenden Christian Eigler und Timothy Chandler für Almog Cohen
brachte. Auch Angreifer Albert Bunjaku kam noch für Verteidiger Dominic
Maroh. Doch Dortmund bestimmte das Geschehen weiter, ohne dabei von den
Nürnbergern ernsthaft in Bedrängnis gebracht zu werden. (SID)