Demonstration gegen Korruption in der Politik

3. Februar 2012, 21:41

Bedeutendste Unmutsäußerung seit der Wende

Bratislava - In der slowakischen Hauptstadt Bratislava (Preßburg) und in weiteren acht Städten haben am Freitag Demonstrationen gegen die Korruption in der Politik stattgefunden. In Bratislava nahmen ungefähr 6.000 Menschen an der Demonstration teil. Hunderte Menschen beteiligten sich in anderen Städten. In der mittelslowakischen Stadt Zvolen waren etwa 2.000 Menschen bei der Demonstration dabei. Es handelte sich um die bedeutendsten Proteste in der Slowakei seit dem Fall des Kommunismus.

Die Demonstranten forderten dabei die Abberufung von Außenminister Mikulas Dzurinda und Finanzminister Ivan Miklos (beide Slowakische Demokratische und Christliche Union/SDKU). Die von Bürgerinitiativen über Facebook organisierten Proteste sind eine Reaktion auf die Verwicklung der großen Parteien in Korruptionsaffären mit Finanzgruppen, vor allem mit der Finanzgruppe Penta.

Im Dezember wurde ein Dokument des slowakischen Geheimdienstes (SIS) aus den Jahren 2005-2006 unter dem Codenamen "Gorilla" veröffentlicht, das bezeugt, dass die von der damaligen Regierung unter Dzurinda durchgeführten Privatisierungen durch die Finanzgruppe Penta gesteuert wurden. Penta zahlte an Politiker und Parteien Provisionen in Millionenhöhe aus. Am 10. März finden in der Slowakei vorgezogenen Neuwahlen statt.

Der in der Slowakei lebende kanadische Journalist Tom Nicholson hatte bereits längere Zeit versucht, Informationen über die Affäre zu veröffentlichen. Am Freitag ordnete das Kreisgericht in Bratislava an, die Publikation seines Buches über die Korruption in der slowakischen Politik zu verbieten. Die Demonstranten protestierten auch gegen ein Verbot des Buches.

Wasserwerfer eingesetzt

Die Anti-Korruption-Demonstration in Bratislava endete mit einem Polizeieinsatz. Vor dem Parlamentsgebäude kam es zu einer Konfrontation der Kundgebungsteilnehmer mit der Polizei, die Wasserwerfer einsetzte.

Die Organisatoren erklärten, nach dem offiziellen Ende der Demonstration hätten Extremisten die Initiative übernommen. Daher sei es zu Ausschreitungen gekommen. Zuvor war die Demonstration mit rund 6000 Teilnehmern friedlich verlaufen.

Die Protest-Aktionen in anderen slowakischen Städten gingen ohne Zwischenfälle zu Ende. Insgesamt hatten sich an den Protestversammlungen zwischen 15.000 und 20.000 Menschen beteiligt. (APA)

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11 Postings
B.v.Suttner
02
Eigentlich wäre auch in Österreich

eine parteienübergreifende Demonstration gegen Korruption in Politik und Wirtschaft sehr notwendig! Vielleicht wenn es wieder wärmer wird?

Mostbluzza
00
13.2.2012, 14:19
ich wär ja gern dabei

ich nehm das dyna mit. okay.

ihr alfred nobel

disclaimer: nur spasserl gö liebe aufpasser.

Anaxagoras
01
Diei Slowaken gehen wegen der Korruption auf die Straße -

und wir betrachten sie als unser Schicksal - und tun nichts dagegen.

Felix Meritis
00
13.2.2012, 10:19

Wüsste auch nicht, dass Grasser immer noch Finanzminister wäre, im Gegensatz zu Ivan Miklos.

Hot Zen Plotz
03
Die Slowaken haben es geschnallt,

bei uns fragen sich die Leute immer noch, warum die Politik nichts gegen die Regulierung der Finanzmärkte unternimmt und lieber an der "Schuldenbremse" feilt.

)so(
04
Für slowakische Verhältnisse kommt dies einem Volksaufstand gleich. Die Politnomentklatura und die ihr offenkundig gleichgeschaltete Justiz reagierte demgemäß

Bedauerlicher als deren Reaktion finde ich nur noch das Schweigen der heimischen (Leit-)Medien zu diesem Thema. Jede Offensive irgendwelcher Rebellen in irgendeinem irrelevanten 3.-Welt-Land wird minutiös in die Wohnzimmer gefunkt. Die Geschehnisse bei unseren Nachbarn - mit unangenehm direkten Österreichbezug - werden nicht einmal ignoriert. Soviel zum Thema, wenn "der Westen", "dem Osten" Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bringen will ...

Schwingschnelle
00
13.2.2012, 05:45

Sie haben sämtliche Befindungen von Pitt, Lugner und Hinterseer vergessen.

)so(
02
Der Artikel veschweigt, welche Firmen beschuldigt werden, aktiv involviert gewesen zu sein ...

... es waren österreichische Firmen. Namhafte österreichische Unternehmen, teilweise sogar mit Öffentlichen Eigentümern!

Mostbluzza
00
13.2.2012, 14:24
sagens das net laut,

sonst sitzens in beugehaft oder wegen rufschädigung.

recht muss recht bleiben.

Waran
01
Korruption, das Gift jeder Demokratie!

Dalien
 
00
Das Gift...

oder besser die Pest die den ganzen Globus infiziert hat.

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