Vorsprung von bis zu 25 Prozentpunkten auf Konkurrent Newt Gingrich prognostiziert
Washington - Wenige Tage nach seinem bahnbrechenden
Erfolg bei der Vorwahl in Florida steuert der
US-Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney auch auf einen klaren Sieg am
Samstag in Nevada zu. Nach aktuellen Umfragen liegt der Ex-Gouverneur
in dem Bundesstaat 20 bis 25 Prozentpunkte vor seinem ärgsten Rivalen
Newt Gingrich. Der frühere Parlamentspräsident droht dadurch im
parteiinternen Rennen um die Kandidatur fürs Weiße Haus weiter an
Boden zu verlieren. Die anderen Kandidaten, der ehemalige Senator
Rick Santorum und der Abgeordnete Ron Paul, sind weit abgeschlagen.
Die fünfte von mehr als 50 Vorwahlen ist die erste im Westen des
Landes. Beim sogenannten "Caucus" bestimmen die Republikaner ihren
Kandidaten in örtlichen Parteiversammlungen. Resultate werden in der
Nacht auf Sonntag (MEZ) erwartet. Auf dem Spiel stehen 28 Delegierte.
Sie werden proportional nach Stimmenanteil vergeben, wodurch auch die
Verlierer nicht leer ausgehen. Der Nevada-Vorwahl wird deswegen
relativ wenig Gewicht eingeräumt. Insgesamt benötigt ein Bewerber
beim Parteitag im August 1144 Delegierte, um zum Herausforderer des
demokratischen Amtsinhabers Barack Obama gekürt zu werden.
Patzer
Da die Vorwahl in Florida gerade erst am Dienstag war, hatten die
Kandidaten wenig Zeit für Wahlkampf in dem "Silberstaat" Nevada, der
unter extrem hoher Arbeitslosigkeit von 13 Prozent leidet. Zuletzt
sorgte vor allem ein neuerlicher Patzer vom Romney für Aufregung. Der
frühere Gouverneur von Massachusetts sagte in einem Interview, er
sorge sich nicht um die "sehr Armen" im Land, da es für sie ja ein
"Sicherheitsnetz" gebe. Die Äußerung löste Empörung aus. Kritiker
werfen dem 64-Jährigen vor, der mehrere hundert Millionen Dollar
besitzt, kein Gespür für die Probleme des einfachen Volkes zu haben.
Für manche Kommentatoren passte ins Bild, dass ausgerechnet der
schwerreiche Immobilien-Tycoon Donald Trump am Donnerstag eine
Wahlempfehlung für Romney abgab. "Ich habe die Ehre und das Privileg,
Unterstützung für Mitt Romney bekanntzugeben", sagte der 65-jährige.
Er hatte im vergangenen Jahr zeitweise Spekulationen genährt, selbst
den Hut für die Republikaner-Kandidatur in den Ring zu werfen. "Danke
Donald", revanchierte sich Romney in dem kurzen TV-Auftritt in einer
Trump-Immobilie in Las Vegas. "Es gibt Dinge, von denen man denkt,
dass sie niemals im Leben passieren würden." Eigentlich war erwartet
worden, dass Trump sich eher hinter Gingrich stellen würde.
Am Samstag beginnt auch ein Caucus in Maine, der sich allerdings
über eine Woche erstreckt. Am Dienstag folgen Vorwahlen in Colorado
und Minnesota, die aber eher als Stimmungstests gelten, weil sich die
Delegierten dieser Staaten nicht an die Ergebnisse halten müssen. (APA)