Ein Sommer mit Klimt und dem Sammelpass

3. Februar 2012, 19:58
1 Posting

Der Edelmetallschimmer seiner Bilder lässt auch die Augen der Tourismusplaner und Museumsdirektoren glänzen: Anlässlich des 150. Geburtstages von Gustav Klimt öffnen Wiens Museen, jedes für sich allein, ihre jeweiligen Klimt-Schatzkisten - mit Besucherpolitik hat das angeblich nichts zu tun.

Das Belvedere markierte das Terrain bereits im Herbst und zeigt den Pionier Klimt gemeinsam mit Josef Hoffmann. Ein spezieller Blick auf den Malerfürsten, mit dem das 35 Tage junge "Klimt-Jahr" bisher noch allein steht. Bis in den Juli folgen neun weitere Klimt-Spezialitäten. Im Sommer kulminiert es zwar in sechs parallelen Präsentationen, aber sind dem Besucher so viele Wege zumutbar? Wo ist das Klimt-Ticket, das höhere Vergünstigungen bietet als der kurzfristig erfundene Klimt-Pass: Der Sammelpass ist eher Marketing-Gag - wer alle zehn voll hat, bekommt ein Geschenk.

Die Museen argumentieren mit individuellen Zugängen und besonderen Kollektionen: Qualität und Tiefe statt dünnen Überblicks. Hat sich das Klimt-Jahr wirklich keine große Retrospektive statt eines zehnteiligen Süppchens verdient? Gesammelte Synergien wie bei der Festwochenausstellung 1985 Wien um 1900. Traum und Wirklichkeit? - Eine zentrale Klimt-Schau, um die sich anderes hätten gruppieren lassen, sie wurde nicht einmal angedacht. (Anne Katrin Feßler / DER STANDARD, Printausgabe, 4./5.2.2012)

Share if you care.