"3" kauft Orange: Aufstand der Zwerge

Kommentar3. Februar 2012, 19:45
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Friede, Freude, Eierkuchen für alle? Nein

Es liest sich wie eine David-und-Goliath-Story: Der kleinste Mobilfunker, Hutchison 3 G Austria (hinter dem jedoch ein Weltkonzern steht), zeigt es allen und schnappt sich seinen nächstgrößeren Konkurrenten. Der Verkäufer France Télécom ist froh, weil er Schulden abbauen und sich stärker im Zukunftsmarkt Afrika engagieren kann. Platzhirsch A1 erhält mit der Hofer-Vertriebsschiene Yesss ein großes Zuckerl. Der Käufer hat sich für die harte Konkurrenz am hiesigen Markt besser bewaffnet.

Friede, Freude, Eierkuchen für alle? Nein. Fusionen sollen Kosten sparen und so Gewinne erhöhen. Das geht auch über den Abbau von Arbeitsplätzen, was insbesondere im derzeitigen wirtschaftlichen Klima belastend ist. Und Konsumentenschützer befürchten, dass durch einen Anbieter weniger der bisher intensive Wettbewerb nachlässt.

Kurzfristig scheint dies nicht wahrscheinlich. 22 Prozent Marktanteil sind "3"-Orange nicht genug. Um das angepeilte Drittel zu erreichen, wird das Unternehmen nicht anders können, als in den nächsten Jahren der Konkurrenz niedrige Preise um die Ohren zu schießen. Warum dabei ausgerechnet die Billigmarke Yesss dem Marktführer abgetreten wird, ist allerdings schwer verständlich.

Die Konkurrenz am hiesigen Markt über den Tag hinaus zu erhalten wird nicht nur eine Frage möglicher Auflagen sein - auch bei der im Herbst anstehenden Vergabe neuer Frequenzen wird sie eine entscheidende Rolle spielen.(DER STANDARD Printausgabe, 4.2. 2012)

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