Freie ORF-Mitarbeiter: Lösung bis Sommer anvisiert

3. Februar 2012, 19:48
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Forderungen nach Erhöhung des Honorarkatalogs und nach sozialer Absicherung dürften Gehör finden

Der Protest der Freien ORF-Radiomitarbeiter scheint Früchte zu tragen. Spätestens bis Sommer soll eine Lösung erarbeitet werden, heißt es nach den Verhandlungen, die eine Delegation der Freien mit ORF-Radiodirektor Karl Amon und Hörfunk-Personalchefin Ulrike Wüstenhagen geführt hat.

"Die Probleme der Freien Mitarbeiter sollten schon bald der Vergangenheit angehören. Sommer wäre für mich schon zu spät", so Amon nach den Gesprächen am Freitag.

Konkret geht es um eine Erhöhung der Honorare und Sendungsbudgets, als Vorbild fungieren deutsche Rundfunkanstalten, die mit ihrer Bezahlung deutlich über jener des ORF liegen.

Weitere Punkte seien die "soziale Absicherung und eine Verbesserung der Produktionsbedingungen", sagt eine Vertreterin zu derStandard.at. Ob und wie viele Freie Mitarbeiter in ein reguläres Angestelltenverhältnis überführt werden, war noch nicht Gegenstand der Diskussion.

Soziale Absicherung

Unter "soziale Absicherung" fallen Themen wie Krankenversicherung oder Urlaubsansprüche für die rund 200 Freien Mitarbeiter, die bei den Sendern Ö1 und FM4 beschäftigt sind. Die Freien TV-Mitarbeiter erheben ähnliche Forderungen, auch hier formiert sich Widerstand gegen die prekären Beschäftigungsverhältnisse.

Die Protestwelle hatte vor zwei Wochen bei einer Sitzung des ORF-Stiftungsrates ihren Ausgang genommen, wo Freie Mitarbeiter mittels "Offenem Brief" auf ihre Situation aufmerksam gemacht hatten. Manche sind seit Jahrzehnten im ORF tätig und kommen zum Teil trotz Vollzeitarbeit auf ein bescheidenes Salär von rund 1.000 Euro pro Monat, so die Kritik. Und das bei Ö1, dem Aushängeschild für öffentlich-rechtliches Programm. Die Verhandlungen um höhere Honorare sind seit drei Jahren im Gange, in den letzten Jahren gab es maximal eine Inflationsabgeltung.

Die nächste Runde zwischen der Hörfunkdirektion und den Freien findet am 22. Februar statt. (om)

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