60-Jahr-Thronjubiläum einer Pflichtbewussten

4. Februar 2012, 12:06

Elizabeth Alexandra Mary folgte am 6. Februar vor genau 60 Jahren ihrem jung verstorbenen Vater auf den Thron nach

In den Ruhestand zu gehen kommt für die disziplinierte 85-Jährige nicht infrage.

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Eigentlich mag sie nicht feiern an diesem Tag, dem Todestag des Vaters. Wie es Tradition ist, weilt Elizabeth Alexandra Mary auch diesen Februar auf ihrem Ferienschloss Sandringham in der Grafschaft Norfolk. Oft hat sie in der Stille und im Familienkreis ihres Vaters George VI. gedacht, der dort in der Nacht auf 6. Februar 1952 starb, mit gerade einmal 56 Jahren.

"The King is dead, long live the Queen!" Die harte Logik von 1952 gilt bis heute: Elizabeth II. mag reich sein, privilegiert, abgeschirmt von vielen Sorgen ihrer Citoyens. Gleichzeitig ist sie eine Gefangene ihrer Pflichten. Auch an diesem Tag, der ebenso ein Tag der Freude und Dankbarkeit ist: damals über die Thronfolge einer jungen Mutter, die an jenem Februartag 1952 auf einem kenianischen Baumhaus von der Umwälzung ihres Lebens erfuhr. Und der Dankbarkeit für 60 Jahre, in denen die heute 85-Jährige ihren Dienst verrichtet hat als Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland, als Chefin des Commonwealth und weltliches Oberhaupt der anglikanischen Staatskirche. Dieses Jahr absolviert sie am Jahrestag ihrer Thronbesteigung ausnahmsweise zwei Termine in Norfolk.

Die Queen und ihr Mann Philip (90), schreibt BBC-Journalist Andrew Marr in The Diamond Queen, verstünden die Erbmonarchie als Anleitung zur Bescheidenheit: "Sie wissen genau, dass sie nichts zur Erlangung ihrer Position beigetragen haben. Das (...) macht sie auf merkwürdige Weise pflichtbewusst, beinahe demütig."

Zu Beginn der diamantenen Jubiläumsfeiern wirkt die Monarchie deutlich robuster als vor zehn Jahren. Die Heirat von Prinz William und Kate Middleton 2011 symbolisierte die Zukunft der Institution. Die diesjährigen Feiern dienen der Selbstvergewisserung einer von wirtschaftlichen Sorgen gebeutelten Nation.

Feierwochenende im Juni

Queen und Prinzgemahl werden im Königreich selbst ein umfassendes Besuchsprogramm absolvieren, beginnend im mittelenglischen Leicester. Thronfolger Charles sowie William und Kate werden diverse Mitgliedsstaaten des Commonwealth bereisen. Anfang Juni folgt ein verlängertes Festwochenende mit Pferderennen, Straßenfesten, Bootsfahrt auf der Themse, 2012 Freudenfeuern - von der Insel Tonga im Pazifik bis zur Londoner Mall -, ein Festkonzert, ein Gottesdienst und eine Kutschfahrt durch die Hauptstadt.

14 Mal wurde während Elizabeths Amtszeit das Unterhaus neu gewählt, zwölf Premierminister hat sie zum allwöchentlichen Gespräch empfangen. Die Diskussion über eine mögliche Abschaffung der Monarchie ist einem beinahe achselzuckenden Pragmatismus gewichen. Die Monarchin macht einfach immer weiter.

Als einer ihrer Lieblingsprediger vor Jahr und Tag seinen Ruhestand ankündigte, antwortete sie: "Sie können das. Ich kann das nicht." Die schlichten Worte beschreiben eine Selbstverständlichkeit für die Frau, in der das Trauma des Krisenjahres 1936 weiterlebt: Eine weitere Disziplinlosigkeit à la Edward VIII., der zugunsten seiner Geliebten Wallis Simpson auf den Thron verzichtete, kann und darf es nicht geben. Nicht umsonst spricht der Historiker Andrew Roberts von "Elizabeth, der Pflichtbewussten".

Dazu gehört auch das eiserne Schweigen den Medien gegenüber. Immerhin: In einem TV-Porträt hat die Jubilarin einmal Einblick in ihre Gedankenwelt gegeben. Da redete die Pferdeliebhaberin und Rennstallbesitzerin über sich selbst beinahe wie über eines ihrer Pferde: "Man kann viel erreichen, wenn man ordentlich geschult worden ist, und ich hoffe, ich bin ordentlich geschult."

Fragen nach dem wohlverdienten Ruhestand wimmeln die Sprecher Ihrer Majestät seit Jahren ab. Die Queen sei entschlossen, "ihre Amtszeit zu Ende zu führen", und wolle "mit Unterstützung ihrer Familie" auch mit 90 noch arbeiten. (Sebastian Borger aus London /DER STANDARD, Printausgabe, 4.2.2012)

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Perkun
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Neidische Welt

Das Wort Respekt scheint heute nicht mehr in den Wörterbücher vorzukommen ?

"Able Danger"
10
Hier stricheln wohl

die Altersheime? ^^

nukularteilchen
10

Das letzte was England noch braucht ist eine Monarchie und immer noch den Einfluss von Gottesvertretern bei der Gesetztgebung. Aber die Zeiten ändern sich, jetzt sitzt die Queen im Range Rover der jetzt im Besitz der Inder ist.

kg1881
01

wann wird denn endlich Charles zum König gekrönt...

Benjamin Klein
01
wenn es notwendig ist ...

==McMurphy==
46

60 jahre queen elizabeth,
800 jahre magna carta.

mit einem staatsoberhaupt ihres kalibers könnten sich staaten wie österreich, denen die demokratie unter anderen auch von den briten aufgezwungen wurde, glücklich schätzen - auch für ein zehntel der amtszeit.

ein mit einer hübschen krone ausgestattete und fest in eine, im gegensatz zu österreich, gewachsene demokratie eingebettete monarchin hält jedem vergleich mit den letzten sechzig jahren in der republik österreich stand.

kritik am aufwand für die "royals" ist durchaus angebracht, aber die dame hat ausserordentliche standfestigkeit und charakterliche kontinuität gezeigt - also gratuliere ich ihr (als "untertan") zu dem jubiläum!

(jetzt erst recht)

anders and
 
42
ich habe von Geschichte ja keine Ahnung -

könnten Sie mir erklären inwieweit die Rechte des englischen Adels nach der Magna Charta über die Rechte des österreichischen Adels hinausgingen?

Und durch welche demokratischen Errungenschaften sich die britische Herrschaft über Irland und Kenia gegenüber der österreichischen Herrschaft über Böhmen und Galizien unterschied?

Verbindlichsten Dank für Ihre geschätzte Anwort,

sincerly yours,
anders and

==McMurphy==
00

die magna charta als erster schritt einer "gewachsenen demokratie";

....und die zeitspanne der "60 jahre" waren wohl mehrmals erwähnt;

ansonsten ginge der diskurs weit über die im artikel erwähnte dame hinaus.

danke für ihren geschätzten input.

mfg
mcm

adman
42
Vollkommen grotesk das Getue!

Schlage vor diese Maskerade samt Hofstaat und Günstlingen ersatzlos abzuschaffen bzw. Aufzulösen und das Vermögen den Sozialeinrichtungen zu überschreiben. Allein die Steuerprivilegen für diese "pflichtbewussten" Grüßauguste sind unappetitlich von den unnötigen Jagdbvergnügungen und sonstigen Unsinn ganz zu schweigen.

C’est la vie
 
33
ich habs mal so erlebt ...

in Mex. hab ich einen glühenden Man.U. anhänger kennegelernt - war beruflich im guten Mittelstand daheim - aber City war ein rotes Tuch für ihn - no na ! Im lauf des Gespräches hat er dann gemeint - falls sich die Fans grad bekriegen würden und die Nachricht kommen würde das die Queen bedroht wird - würden die verfeindeten Fans Seite an Seite die Bedroher lünchen ... ( ich weiß - sehr viel Konjunktiv - aber ich habs ihm sofort geglaubt )

Wir sind die Guten!!
11
spricht das jetzt für queen und monarchie oder eher doch eher gegen das eher einfach gestaltete gedankliche strickmuster dieser fußballfans?

Wir sind die Guten!!
01
wahnsinn! "eher"-rekord :)

paolo
00

mir bleibt auch nix erspart.

Sir JPS
62
österreich wird sich was neues einfallen lassen

den monarchischen faschismus!

dann klappts auch mit der neuauflage von schwarz-blau!

yeah!

:-)

Sir JPS
00
das war ironie leute!!!

um himmels willen!

Georg Schütt
110
Herzlichen Glückwunsch!

"Able Danger"
2914
Ich würde mich schämen als Brite

im 21.Jahrhundert immer noch nicht die Monarchie abgeschafft zu haben.

Wir sind die Guten!!
01
ich würde dagegen sein, mich aber niemals schämen! was kann ich zB für schüssel, heider und konsorten?sel

eben!

sitharta
111

Was geht Sie's eigentlich an, wen oder was sich die Briten als Staatsoberhaupt wünschen (bzw. leisten wollen)????????????

"Able Danger"
20

Warum dürfen dann die Iraner ihre Staatsform nicht selbst bestimmen?

insertnamehere
 
00
Äh ...

Es mutet etwas merkwürdig an, dass Sie die iranische Mullahkratie anscheinend als weniger kritikwürdig finden als die konstitutionelle Monarchie in Großbritannien.

Obwohl ...

Nein, eigentlich nicht. Bei Ihnen passt das eigentlich recht schön ins Bild.

Chien de Pique
10

Weil die Mullahs die von ihnen eingeführte Staatsform nicht aufgeben wollen; wobei, was das Volk will, nicht einmal ganz klar ist. Was das Ausland angeht, dürfen sie eh, was sie wollen, deswegen durften sie auch die Theokratie einführen.

luzifux eh
00

erlären Sie mir bitte den zusammenhang.

==McMurphy==
24

deine monarchie ist nicht unsere.

gays-come-first
112

wofuer ich mich mich als halber oesterreicher alles schaeme wuerde hier jeden rahmen sprengen.
fuer so einige repraesentanten dieses landes auf jeden fall mal.....

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