Die Chansonsängerin und Schauspielerin war eine der prägnantesten Stimmen des Wiener Nachkriegskabaretts
Baden - Auch wer die Klassiker des sehr musikalischen Wiener
Nachkriegskabaretts nicht live miterleben durfte, wird mit Liedern wie
Ich wünsch mir zum Geburtstag einen Vorderzahn oder Ich kann den Novotny
nicht leiden einiges anfangen können. Und er wird dabei zweifellos auch
jenen Tonfall im Ohr haben, der grantelnde Züge trug, die üble Laune
aber mit ironischem Verständnis für die bisweilen zu erweckende Naivität
der Liedfiguren zum eindringlichen Gestaltungsmix verschmolz. Und er
wird all dies unschwer der Stimme von Cissy Kraner zuordnen.
Dass dieser unverwechselbare Personalstil seine größten Erfolge in Wien
feiern konnte, hat nicht unbedingt so kommen müssen. 1938, Monate nach
dem Anschluss Österreichs, flog Kraner nach Bogotá zwecks
Revuetätigkeit; um ein Haar jedoch wäre das Flugzeug abgestürzt.
Ebendort angekommen, lernte sie bald den Kabarettisten Hugo Wiener
kennen, den sie 1943 heiratete. Und wiewohl Wieners Familie im KZ
ermordet worden war, kam das Paar 1954 schließlich doch endgültig nach
Wien, wo es im Simpl ein Betätigungsfeld fand.
Hier feierte Kraner Erfolge, hier, zwischen 1950 bis 1965, hörte man die
von Hugo Wiener für Kraner geschriebenen Lieder. Und hier ist wohl auch
der Grund zu suchen, warum sie Hans Weigel einst als "Volkssängerin im
besten Sinne" bezeichnet hat.
Die Chansonsängerin, Schauspielerin und Kabarettistin Cissy Kraner ist
am 1. Februar 94-jährig in einem Badener Künstlerheim gestorben. (Ljubisa Tosic / DER STANDARD, Printausgabe, 4./5.2.2012)
Vor 150 Jahren verstarb der Wiener Possendichter und Schauspieler Johann Nepomuk Nestroy. Lexikoneinträge zu einem Unbeugsamen, der die Rolle der Satire auf dem Theater neu bestimmt hat
Tomaz Pandur zog sich als Leiter des Projekts "Kulturhauptstadt Maribor" zurück, zeigte dort aber seine "Krieg und Frieden"-Version, die nun nach Zagreb wandert
"La Clemenza di Tito": Jürgen Flimm gelingen präzise Charakterstudien, die ein so trostloses wie unentschlossenes Bühnenambiente fast der Wirkung beraubt
Am Donnerstag hat Mozarts "La Clemenza di Tito" Premiere - Regie führt Jürgen Flimm, die zentrale Frauengestalt Vitellia verkörpert Sopranistin Juliane Banse
Alle Rechte vorbehalten. Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.
Bitte geben Sie eine E-Mail-Adresse an.
Aktualisierung Ihrer E-Mail-Adresse
Ihre aktuelle und korrekte E-Mail-Adresse ist Voraussetzung für alle Benachrichtigungen, die Sie von derStandard.at erhalten (z.B. Antworten auf Ihre Postings, Hilfe bei vergessenem Passwort). Zusätzlich werden Sie Ihre E-Mail-Adresse künftig für das Login benötigen.
Daher bitten wir Sie um eine kurze Überprüfung und Bestätigung Ihrer E-Mail-Adresse. Ihre E-Mail-Adresse wird dadurch nicht für Dritte sichtbar!
Die von Ihnen angegebene E-Mail-Adresse ist bereits mit einem anderen Account verknüpft. Bitte geben Sie eine andere E-Mail-Adresse an.
Diese E-Mail-Adresse ist leider ungültig. Bitte verwenden Sie eine dauerhafte E-Mail-Adresse!
Eine E-Mail-Adresse kann nicht für mehrere Accounts verwendet werden!
Aktualisierung Ihrer E-Mail-Adresse
Danke für die Bestätigung Ihrer E-Mail-Adresse. Es wurde ein Bestätigungslink an die angegebene Adresse gesendet.
Aktualisierung Ihrer E-Mail-Adresse
Ein unbekannter Fehler ist aufgetreten. Die E-Mail konnte nicht gesendet werden. Bitte versuchen Sie es noch einmal.