Schwangere abgewiesen

Prüfbericht: "Gravierende Fehler" im Wiener AKH

3. Februar 2012, 18:24

Offenbar Probleme bei der Kommunikation mit der Schwangeren

Wien - In dem Fall einer schwangeren Patientin, die in Wien in Spitälern abgewiesen worden war und schließlich ihr Kind verlor, spricht laut einem Bericht der Tageszeitung "Kurier" (Samstagsausgabe) die Leiterin der Magistratsabteilung 40 (Sozial- und Gesundheitsrecht) von gravierenden Fehlern im Wiener AKH. Diese beträfen vor allem die Kommunikation mit der Hilfesuchenden.

Die Frau war wegen Blutungen in der Frühschwangerschaft zunächst in das Krankenhaus "Göttlicher Heiland" in Wien-Hernals gekommen, dort untersucht worden und für den nächsten Tag zu einer Kontrolle eingeladen worden. Die Frau kam nicht zurück. Die Schwangere ging stattdessen ins AKH, wurde dort an der Universitäts-Frauenklinik (Leitung: Peter Husslein) nicht aufgenommen und kam schließlich in die Wiener Rudolfstiftung. Sie verlor ihr Kind.

"Ärztin hätte Patientin untersuchen müssen"

Die MA40 untersucht die Angelegenheit. Deren Leiterin, Renate Christ, gab der Wiener Tageszeitung ein Interview. Darin stellt sie unter anderem fest: "Es ist im AKH eindeutig zu einem Fehler der Ärztin, die das Gespräch mit der Patientin geführt hat, gekommen. Die Patientin hätte ohne Untersuchung nicht abgewiesen werden dürfen. Die Ärztin hätte zwei Möglichkeiten gehabt, richtig zu handeln, nachdem die Schwangere ihre Blutungen erwähnt hatte: Entweder hätte sie die Patientin selbst untersuchen müssen oder sie hätte sich die Untersuchungsergebnisse vom 'Göttlichen Heiland' faxen lassen müssen. Beides ist unterblieben und die Patientin wurde ohne Abklärung ihrer Probleme abgewiesen. Diese Abfertigung im AKH war nicht in Ordnung."

Dies - so Renate Christ - würde zu disziplinarrechtlichen Schritten führen. Man verlange vom AKH eine "formalisierte Check-Liste für Arzt-Patienten-Gespräche". Es sei auch zu in der Dokumentation zu "gravierenden Fehlern" gekommen, so der "Kurier". Gerade an der Universitäts-Frauenklinik der MedUni Wien am AKH wird seit Jahren das Qualitätsmanagement mit Check-Listen und Leitlinien propagiert. Experten dieser Klinik traten damit auch regelmäßig als Proponenten solcher Aktivitäten auf. Der Chef des Wiener AKH, Reinhard Krepler, hat sich gegenüber der betroffenen Frau entschuldigt und vor rund einer Woche von einer "Fehleinschätzung" gesprochen.

Im "Kurier" erklärt dazu Wiens Bürgermeister Michael Häupl: "Der Fall ist furchtbar. Das erschüttert mich zutiefst. In einem der besten Gesundheitssysteme der Welt darf so etwas nicht passieren." Experten hatten zu dem Fall unter anderem erklärt, dass solche Schwangerschaftskomplikationen für Kliniken Routine seien und man gemeinsam mit den Betroffenen nach Abklärung das weiter Vorgehen beschließe. In einer Schwangerschaft um die 13. Woche ist ein therapeutisches Eingreifen bei Blutungen derzeit nicht möglich. (APA)

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Wolfgang Ullram
21
spannend

nachdem ferien an der med. uni sind, wunderts mich nicht, dass bei allen ärztekritischen posts die roten stricherln wuchern....

tja....wenn man statt studieren nur stricherlt, dann wird man im medizinischen notfall in ein paar jahren auch die patientin wegschicken...ist ja einfacher, als verantwortung zu übernehmen

Angelika70
01

"Die Frau war wegen Blutungen in der Frühschwangerschaft zunächst in das Krankenhaus "Göttlicher Heiland" in Wien-Hernals gekommen, dort untersucht worden und für den nächsten Tag zu einer Kontrolle eingeladen worden. Die Frau kam nicht zurück."

Warum kam die Frau am Folgetag nicht wieder dorthin?

docw
12

wo sind das arbeitsinspektorat, gewerbebehörde und all die anderen beamten, die normalerweise den unternehmern das leben schwer machen? die waren noch nie in einem krankenhaus, wenn ärzte auf der unfallchirurgie, gyn oder chirurgie 36 stunden durcharbeiten müssen. wäre dem oberarzt einer grossen unfallchirurgie in einem bekannten schiort ein vorwurf zu machen, wenn er einen fehler beginge nach einem dauerdienst vom 31. dez. 7 uhr morgens bis 1.1. 19:00? in dem fall sollte einmal eine statistik gemacht werden , welche fälle (unnötig) in die ambulanz kommen und wieviele patienten nicht erklären können,was ihnen fehlt, da man in den ambulanzen spez. im akh kein deutsch hört.

sylli1
00

Die besagte Ärztin hat einen sch.... Job abgeliefert, klar. Der übergeordnete Fehler liegt aber im System und am Missmanagement. Pseudomanager mit fragwürdiger Reputation administrieren sich dort selbst und pflegen lächerliche Prozesse (wie in 80% aller Konzerne). Ein gutes Beratungsunternehmen reinholen, Change durchführen, Management ausdünnen bzw. ersetzen, fertig. Unter einem Jahr zu schaffen.

01052004
41
schwangere frauen mit problemen

können keine "routine" sein. niemals.
genauso wie verletzte oder kranke kinder...

wenn riesen-krankenhäuser nur mehr mit "routinen" umgehen können, können wir ja die gesundheitsbeiträge massiv senken: alles was außerhalb dieser routinen ist - good luck and bye bye...

Marilynn E.
23

schwangere frauen mit problemen in der früschwangerschaft haben zuerst mal - außer es ist wochenende oder nacht - zum niedergelassenen arzt zu gehen, dafür ist der da. es ist ein unding, daß die leute ständig auf die ambulanz laufen.

die spitalsreform wird hier eh einige neue ansätze bringen.

Vorstadtmama
 
11
..es ist vor allem sinnlos und sogar schädlich, in diesem Fall in die Ambulanz zu rennen...

Ich habe das (als medizinische Laiin) selbst einmal gemacht. In der Ambulanz hat man mir dann erklärt, dass Spitäler (was Fehlgeburten in der Frühschwangerschaft betrifft) auch nicht zaubern können und mir geraten, mich zu Hause flach hinzulegen. Die Schwerkraft wäre jetzt Gift fürs Baby...

utecita
01
sorry, not true

wenn man in der 13. woche blutungen hat, schickt dich jeder anständige gynäkologe ins krankenhaus (alleine deshalb, weil bei nem abort meistens auch eine curettage gemacht werden muss). mit schnupfen, husten oder grippe hingegen geht man zum hausarzt.

Marilynn E.
11

wenn der abort da ist - ja, aber nicht vorher bei blutungen, da kann die ambulanz genauso wenig machen wie der arzt, wenn man erst in der 13. woche ist.

Halbmond
20

Auch ein Arzt(Ärztin) kann fehler begehen aber der fehler solte nicht so gravierend sein wie dieser,dann ist es aus mit lustig.

dschordschdablju
13
Mit Verlaub,

der medizinische Fehler war nicht gavierend, wenn überhaupt einer begangen wurde, was sehr zweifelhaft ist. Vielleicht ein menschlich-kommunikativer oder noch ein relativ belangloser organisatoricher. Das Problem ist eher ein mediales und somit politisches...

Ingrid Goeschl
31

Natürlich gab es keinen medizinischen Fehler, die hilfesuchende Patientin wurde ja nicht einmal untersucht (ich glaube, das nennt man Unterlassung der ärztlichen Hilfeleistung).

Nach meinen eigenen Erfahrungen mit der Notfallsambulanz des AKH wundert mich eher, dass es der Vorfall in die Medien geschafft hat, als dass er passiert ist.

Marilynn E.
22

die wahrscheinlichkeit, daß sie deswegen das kind verloren hat, ist gering. insofern ist das vermutlich tatsächlich kein medizinischer fehler sondern ein kommunikativer menschlicher.

Ingrid Goeschl
20

Man kann sehr wohl etwas unternehmen wenn der Abgang einer Schwangerschaft droht.

Vielleicht sollten Sie sich ein bissl informieren, bevor Sie posten.

Angelika70
01

13. Woche!

Vorstadtmama
 
10
Sie wissen mehr?

Was kann den ein Spital in diesem Fall tun, was die Schwangere zu Hause selbst nicht tun kann?

Ingrid Goeschl
00

Z. B. eine Cerclage machen.

Oder glauben Sie die werdende Mutter näht sich die Gebärmutter selbst daheim zusammen?

Marilynn E.
11

aber nicht in der frühschwangerschaft. außerdem hat der göttliche heiland ihr ja medikamente verschrieben und bettruhe verordnet, und sie für den nächsten tag wieder einbestellt - mehr kann man in dem stadium nicht tun und sie frau ist nicht mehr in den gh gegangen, sondern isn AKH auf die GEBURTSANMELDUNG.

Ingrid Goeschl
21

Man kann sehr wohl etwas unternehmen wenn der Abgang einer Schwangerschaft droht.

Vielleicht sollten Sie sich ein bissl informieren, bevor Sie posten.

dschordschdablju
12

Es gibt in diesem Fall keine kausale Therapie, also wird das Ergebnis so oder so gleich sein. Die Frau hätte sich noch x-mal untersuchen lassen können, diese Untersuchungen hätten nichts am Ausgang geändert. Empathisch sprechen hätte man müssen! Auch mich wundert für diesen alltäglichen medizinischen Verlauf das mediale Interesse. Das ist was für eine psychomotische Betreuung und nix für den Bürgermeister

Ingrid Goeschl
00
http://www.chirurgie-portal.de/gynaekolo... hluss.html

Ich hoffe sehr Sie sind kein Arzt, denn dann wäre Ihr Wissensstand, den Sie mit diesem Posting äußern, eine Katastrophe.

dschordschdablju
00
10.2.2012, 09:16

Dieses Kompliment kann ich zurückgeben. Wenn ein Verweis auf eine zwielichtige Seite über Cerclage als Argument für eine Therapie bei Blutungen (der Begriff kommt auf der Seite nur 2x vor)in der Frühschwangerschaft herhalten soll, bewegen Sie sich zwar vollmundig, aber schon auf sehr dünnem Eis.

Ingrid Goeschl
00
10.2.2012, 22:21

Ich zitiere: "Es gibt in diesem Fall keine kausale Therapie"

Ich kenne die Möglichkeit der Cerclage übrigens nur deshalb, weil mein Sohn wohl nur deshalb am Leben ist, weil ich in einer ähnlichen Situation an einen verantwortungsvollen Spitalsarzt geriet.

dschordschdablju
00
11.2.2012, 22:42

Dann wird mir einiges klar. Bitte fragen Sie ihren verantwortungsbewussten Arzt, ob eine Cerclage eine anerkannte Methode ist, eine Blutung in der 13. Schwangerschaftswoche zu behandeln. Seine Antwort würde mich interessieren...
Guten Abend

Ingrid Goeschl
00
12.2.2012, 12:04

In meinem Fall hat es jedenfalls das Kind gerettet.

Guten Morgen.

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