ORF in Facebook: Toben und Tabu

3. Februar 2012, 18:00
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"Viel zu eng" legt die Medienbehörde das Gesetz aus, findet Wrabetz - Verleger und VP gegen Rot, Grün, Blau, Orange

"Viel zu eng" legt die Medienbehörde das Gesetz aus, findet ORF-Chef Alexander Wrabetz im STANDARD-Gespräch. Sie untersagte 39 ORF-Seiten auf Facebook. Wrabetz will beim Kommunikationssenat berufen und, wenn nötig, die Höchstgerichte einschalten. Das sei "ein viel zu großer Eingriff in die journalistische Freiheit des ORF", würde ihm Zugang zu jungen Zielgruppen verwehren, tobt er mit den Redakteuren.

Die Mediensprecher von SPÖ, Grünen, FPÖ und BZÖ wollen dem ORF Social Media erlauben. Karlheinz Kopf (VP) verweist auf Gebührenprivileg und Wettbewerb, will über Änderungen reden, so sie auch die ORF-"Struktur" betreffen, also kleinere, vielleicht unabhängigere ORF-Gremien. Da winkt Josef Cap (SP) ab.

Das Gesetz definiere Facebook und Co. "unmissverständlich" als "Tabu" für den ORF, findet der Zeitungsverband. "Nur logisch" wäre für den Verband, auch Twittereien einzustellen. (fid, DER STANDARD; Printausgabe, 4./5.2.2012)

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