Wiener Hotellerie

Streit um Lieferanten-Boni eskaliert

Claudia Ruff, 3. Februar 2012, 17:23
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    Seit 2009 hatte Vienna International das Rainers im zehnten Bezirk unter Managementvertrag. Ende 2011 erfolgte die Kündigung.

Nach der angekündigten Klage um 180.000 Euro der Mazda-Rainer-Gruppe gegen die Vienna International schlägt diese zurück

Schlagabtausch in der Wiener Hotellerie: Nach der angekündigten Klage um 180.000 Euro der Mazda-Rainer-Gruppe gegen die Vienna International schlägt diese zurück und will in Millionenhöhe kontern.

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Wien - Selten, dass der Streit über geschäftliche Interna - noch dazu im eher verschwiegenen Hotel-Business - derart an die Öffentlichkeit kommt wie jetzt zwischen dem Hotelbetreiber Vienna International (VI) und der Hotelgruppe Rainer.

Im Hintergrund dürfte es auch um verletzte Eitelkeiten gehen: Der langjährige VI-Chef Rudolf Tucek verließ das Unternehmen im Vorjahr eher unfreiwillig, er ist mit der Familie um den Hoteleigentümer Rainer, Burkhard Ernst, befreundet. Tucek ließ am Freitag mitteilen, dass ihm die Vorwürfe nicht bekannt seien.

Wie berichtet, hat die Hotelgruppe Rainer die Managementverträge mit der VI für die beiden Hotels der Rainer-Gruppe, dem "Senator" in Wien-Hernals (drei Sterne) und dem "Rainers" (vier Sterne, im zehnten Bezirk in Wien) per Ende 2011 überraschend gekündigt. Burkhard Ernst wirft der VI vor, dass "Rechnungen, die von Reiseveranstaltern auf ein Konto der Rainer-Gruppe zu bezahlen gewesen wären, auf ein Konto der VI geleitet wurden. Wir wurden auf Kick-back-Zahlungen unserer Lieferanten an die VI aufmerksam." Eine Schadenersatzklage von 180.000 Euro wurde ankündigt.

Eine Recherche des Standard ergab: Lieferanten-Boni sind in der Hotelbranche nichts Außergewöhnliches. Unterschiedlich gehandhabt wird nur die Verrechnung: Entweder das Hotel bekommt den Nachlass direkt, oder die Boni werden von einer Hotelgruppe zentral kassiert.

Andreas Karsten, seit September 2011 VI-Chef, zeigt sich im Standard-Gespräch von der Strafanzeige "unbeeindruckt" und kündigt seinerseits an, die Hotelgruppe Rainer (gehört der Familie von Mazda Rainer) in Millionenhöhe auf Schadenersatz zu klagen. Der Grund: "Unberechtigte Kündigung der Managementverträge; die Hotel-Immobilienbesitzer hätten sich nicht an Vereinbarungen gehalten und mehrfachen Vertragsbruch begangen."

Die Rainer-Gruppe will zudem eine einstweilige Verfügung erwirken, weil die VI die E-Mail-Adressen der Hotels, über die die Korrespondenz via Internet lief, einzog. Karsten argumentiert, dass die VI die beiden E-Mail-Adressen geschützt hätte und Eigentümer derselben sei.

Der VI-Chef widerlegt auch die Behauptung von Ernst, die VI hätte - sinngemäß - der Rainer-Gruppe eine viel zu geringe Vergütung für die erhaltenen Lieferanten-Boni bezahlt. Karsten: "Die Bonifikationsabrechnung aus 2010/11 wurde weit vor der Kündigung ganz normal abgerechnet. Nach einem Gespräch und Beanstandung der Eigentümer wurden weitere Beträge den Hotels gutgeschrieben.

Hauptbetätigungsfeld der VI ist Osteuropa, aber auch im Disneyland in Paris werden zwei Hotels erfolgreich betrieben. In Wien hatte VI bisher nur die beiden Rainer-Hotels unter Vertrag. Haupteigentümer der VI sind die Privatstiftungen von Franz Jurkowitsch und Georg Folian. Beide Familien sind auch Haupteigentümer der börsennotierten Immobilienfirma Warimpex. Mazda Rainer wiederum ist nicht nur ein großes Autohaus in Österreich; die Familie Ernst zählt auch zu den bedeutendsten Immobilienbesitzern und Hoteleigentümern. Tucek wiederum war viele Jahre Verkehrsbürochef, ehe er zur VI wechselte. Trotz seines unfreiwilligen Ausscheidens blieb er mit einem geringen Prozentsatz an VI beteiligt. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4./5.2.2012)

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15 Postings
Dagmar Holec
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Wer im Glashaus sitzt....

...sollte nicht mit Steinen werfen! So sagt ein alter Spruch: die Familie Senator Burghart Ernst hat viele Gründe von der Gemeinde Wien spottbillig, teilweise vor Umwidmungen, "gekauft".

Es wäre Aufgabe des investigativen Journalismus, da mal nähere Nachforschungen anzustellen. Aber Tote reden ja nicht mehr....

Mirstetta Toni
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ernst = dacia =rumänien......

Der Klose
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Wieviele Konten

brauchts um eine Bilanz zu verrschleiern??? Das ist zwar Recht aber letztendlich dient es doch nur um Gewinne zu minimieren und danach weniger Steuern zu zahlen. Passiert das hier vielleicht auch, wenn die nicht mehr wissen auf welches Konto jetzt gezahlt werden sollte?? Macht eh jeder. Trotzdem keinen Pranger(ernsthaft).

Walter Kaiser.
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Wenns so wäre, bräuchts keinen Klagen.

coffee anyone?
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Wenn es nicht ausdrücklich anders vereinbart war,

wem anders als dem BETREIBER sollten Einkaufsbonifikationen aus dem täglichen Betrieb denn zustehen?

Dem Eigentümer eher ned!

Walter Kaiser.
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Hmmmm ...

Wer kassiert denn Gewinne bzw. deckt Verluste ab? Doch wohl der Eigentümer. Warum sollte also Bonifikationen der Betreiber bekommen?

Vielleicht ist das ja eine rechtlich andere Situation, aber wenn in meinem Betrieb der Einkäufer am Jahresende eine Umsatzvergütung bekommt, dann gehört die eindeutig in den Betrieb als Einnahme.

Ich erinnere mich hier an einen sehr grossen Festplattenimporteur, dessen Leute mir einmal versichert haben, dass sie mit 0 Prozent Marge arbeiten, aber am Jahresende abhängig vom Umsatz 2-5% refundiert bekommen - und davon lebt der Betrieb!

coffee anyone?
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i.d.R betreibt die Betreibergeselleschaft auf eigene Rechnung und Gefahr

und zahlt Miete/Pacht an den Eigentümer

4311503
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Im Artikel steht aber Managementvertrag und nicht Pacht.

Das heißt das Hotel wird auf Rechnung des Eigentümers des Hotels betrieben und der Betreiber "managt" es nur.

Wenn es eine Pacht wäre, dann wäre die Sache ja ohnehin klar. Da wird auch kaum ein Verpächter auf die Idee kommen, dass er an den Provisionen mitnaschen will, solange keine Gewinnbeteiligung oä vereinbart ist.

coffee anyone?
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Auch in diesem Fall gehören die Bonifikationen

in den "Betrieb" weil damit der Wareneinsatz/Aufwand reduziert wird.

Falls sich daraus Gewinne ergeben ist das erfreulich für den Eigentümer.

4311503
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Eben in den Betrieb.

So wie es hier klingt, wird vorgeworfen, dass die Boni an die Managementgesellschaft (Betreiber) und nicht an die operative Gesellschaft (Eigentümer) geflossen sind.

Zumindest habe ich es beim Überfliegen so verstanden.

Walter Kaiser.
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Ok, das ist dann etwas Anderes.

Bitte drei Bier!
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"Tucek ließ am Freitag mitteilen, dass ihm die Vorwürfe nicht bekannt seien."

Von dem war auch nix anderes zu erwarten!

armerschwarzerkater
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...ich sollte wiedermal Staubsagen...

Johannes99
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... und die Badewanne verträgt auch wieder einmal ein gründliches Auswischen. Da kann man so herrlich darüber nachsinnen, was an der Privatfehde zweier Gruppen so interessant ist, dass man daraus soviele Zeilen schmieden kann.

armerschwarzerkater
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...achja, stimmt! die Badewanne... ;)

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