Präsentation von Daniel Glattauers neuem Roman "Ewig Dein" im Odeon
Wien - Daniel Glattauer, der Deuticke-Verlag und der Standard haben am
Donnerstag ins Wiener Odeon geladen, um den neuen Roman des
Erfolgsautors, Ewig Dein, vorzustellen.
Die Atmosphäre war familiär, der Saal voll, im Foyer gab es Wein und
Weißbrot, im Publikum auch Mütter um die fünfzig mit ihren Töchtern um
die zwanzig. Die Buchkäufer bekamen ein Jutesackerl gratis dazu
(Aufdruck: "Per E-Mail rettungslos verlieben!").
Standard-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid hat die Fragen
gestellt, die beiden kennen einander gut, war Glattauer doch jahrelang
fester Bestandteil der Redaktion.
Fragen wie "Warum kannst du nicht Nein sagen?" oder "Warum nimmst du
eher den Frauenstandpunkt ein?" hat der Autor wortreich beantwortet und
darauf hingewiesen, dass ihm das Glück seiner Leserschaft höchstes Gut
sei: "Anecken ist nicht meine Disziplin."
Glattauer ist mittlerweile schon mit allen zur Glätte beitragenden
Attributen versehen worden: Frauenversteher, Liebesromanschreiber,
Feel-good-Autor. Er leistet viel, bewirbt, bespricht, beantwortet und
ist dabei einfach nur nett, so wie seine Bücher.
Es gibt an ihm nichts auszusetzen, er beglückt die Massen, das Publikum
wirkt wie das einer Talkshow, darf auch Fragen stellen und feiert ihn.
Es scheint alles wie geschmiert zu laufen für den österreichischen
Bestsellerautor, dessen Bücher sogar in Costa Rica aufliegen - "neben
denen von Obama", wie Glattauer fast kokett berichtet. Wird man da nicht
fast schon ein wenig größenwahnsinnig? Er zerstreut den Eindruck.
Käse zu Ostern
Das neue Buch kippt ab Seite 60 vom Liebesroman ins psychologische
Stalkerdrama. Und obwohl Glattauers Dissertation den Titel Das Problem
des Bösen und seine pädagogische Bedeutung trägt, findet sich auch in
diesem gefeierten Text wenig Abgründiges.
Vermutlich wird es auch so bleiben, denn seine Hauptthemen Beziehung und
Liebe gäben noch etliche Bestseller her. Vielleicht wäre es aber auch
eine Überlegung wert, mit dem nächsten Roman zu versuchen, die dunkle
Seite etwas stärker zu betonen. Denn es gäbe sicherlich auch noch
tiefschürfendere Fragen als die am Beginn seines Romans: "Warum musste
die gesamte Bevölkerung zu Ostern Käse kaufen?" (Timon Mikocki / DER STANDARD, Printausgabe, 4./5.2.2012)
Leseprobe
"So was kann höllisch wehtun"
Eine Frau im Supermarkt. Ein Mann, der ihr auf die Ferse tritt. "Ewig Dein" heißt das neue Buch des heimischen Bestseller-Autors Daniel Glattauer. Eine Liebesgeschichte, die zum Psychothriller wird. Ein Vorabdruck.