Finanzierung

ÖBB zahlten für Jörg-Haider-Brücke

Elisabeth Steiner , 3. Februar 2012, 18:51
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    foto: apa/gert eggenberger

    Landeshauptmann Gerhard Dörfler hat die "Jahrhundertbrücke" seinem Vorgänger gewidmet.

Die Gemeinde Ruden hat einen Baustopp im Kampf um ihren Anschluss an die Koralmbahn errungen - dabei kam ein erstaunlicher Vertrag zutage

Die Gemeinde Ruden hat mit ihrer VwGH-Beschwerde einen Baustopp im Kampf um ihren Anschluss an die Koralmbahn errungen. Dabei kam ein Vertrag zutage, wonach die ÖBB Millionen für die spätere Jörg-Haider-Brücke zahlte.

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Klagenfurt - Es war ein Volksfest, als am 11. Dezember 2005 Kärntens neues Wahrzeichen, die Lippitzbachbrücke, feierlich eröffnet wurde. Der damalige Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) hatte die 96 Meter hohe Brücke (inklusive orangen Betons) über die Drau errichten lassen, die nach seinem Unfalltod in Jörg-Haider-Brücke umbenannt wurde.

Große Freude herrschte also bei den Anrainer-Bürgermeistern, vor allem bei Rudolf Skorianz (SP) aus Ruden - bis ihm ein Manager der Eisenbahn-Hochleistungsstrecken AG (HL-AG, eine ÖBB-Tochter) mitten im Feiertrubel "flüsterte", dass seine Gemeinde bei der künftigen Koralmbahntrasse kein Anschlussstück mehr haben werde und damit auch der Bahnhof Eis-Ruden gestorben sei.

Was der Bürgermeister noch nicht wusste: Schon im Jahre 2003 hatte der damalige BZÖ-Verkehrslandesrat Gerhard Dörfler mit der HL-AG eine schriftliche Vereinbarung abgeschlossen (sie liegt dem Standard vor). Um die Finanzierung des 9,5 Mio. teuren "Jahrhundertbauwerkes" sicherzustellen, kamen das Land Kärnten und die HL-AG überein, dass das Land im Zuge des relativ zeitgleichen Koralmtrassenbaus "ersatzlos" auf den Bahnhof Eis-Ruden verzichte. Im Gegenzug werde die HL-AG die dadurch entstandene Kostenersparnis von drei Mio. Euro zur Finanzierung der Lippitzbachbrücke einbringen. Unter Artikel II ist angeführt, dass die erste Teilzahlung im Ausmaß von 50 Prozent zum 1. 1. 2004 erfolgt, vorausgesetzt, dass bis dahin der Baubeginn für die spätere Jörg-Haider-Brücke erfolgt ist. "Wir wurden verraten und verkauft", klagt Bürgermeister Skorianz im Standard-Gespräch.

Die Gemeinde ließ das nicht auf sich sitzen, klagte und erhielt jetzt in dem eisenbahnrechtlichen Verfahren um den Koralmanschluss vor dem Verwaltungsgerichtshof (VwGH) Recht. Das könnte einen Baustopp für ein acht Kilometer langes Koralmbahnteilstück bedeuten. Ein neues Verfahren könnte Jahre dauern.

Bürgermeister Skorianz stellt nun in Aussicht, die Beschwerde zurückzuziehen, wenn das Land im Gegenzug die drei Mio. Euro für die Jörg-Haider-Brücke an die ÖBB-Tochter HL-AG zurückzahle. Das habe man ihm im Verkehrsministerium geraten, so Skorianz.

"Kein Teppichhandel"

"Mit mir gibt es keine Teppichhändlergeschäfte", wettert Landeshauptmann Gerhard Dörfler: "Der Bescheid wurde beeinsprucht, jetzt wird neu verhandelt." So ein "Pipibahnhof wie Eis-Ruden" sei "nicht mehr zeitgemäß". Außerdem habe man Ruden in ein kärntenweites Verkehrskonzept mit Bussen eingebunden.

Zur Vereinbarung mit der HL-AG bezüglich der Brückenfinanzierung steht Dörfler. Die Brücke sei ein ganz wichtiges Infrastrukturprojekt für den Baustellenverkehr der Koralmbahn. Ohne sie hätten die Baustellen-Lkws weite Umwege in Kauf nehmen müssen, was die Baukosten erheblich verteuert hätte, argumentiert Dörfler.

Für die ÖBB sei das Thema Bahnhof Ruden ohnehin passé, bestätigt ÖBB-Pressesprecher Christof Posch: "Dieses Anschlussstück für Ruden wäre technisch äußerst schwierig zu realisieren." Denn dafür müsste ein Trassengefälle von acht Metern bewältigt werden, was zu enormen Kostensteigerungen der Koralmbahntrasse insgesamt führen würde. Zudem gebe es in Ruden mit rund 100 Fahrgästen eine "sehr geringe Frequenz".

Ruden will trotzdem weiter um seinen Bahnhof kämpfen. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4./5.2.2012)

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der_kleine_pariser
 
02

Das mit dem Bahnhof Ruden dürfte auch nur die halbe Wahrheit sein:

Offensichtlich sollte der ganze nördliche Abschnitt der Jauntalbahn gekübelt werden. weil, wenn der BF Eis-Ruden nicht an die Koralmbahn angeschlossen wird, dann ist die ganze Linie ohne Anschluss.

Quim Barreiros
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So ist es. Nördlich von Bleiburg Stadt wird es eine Anbindung an die Koralmbahn und eine neue Haltestelle Wiederndorf-Aich geben. Die restliche Jauntalbahn bis St. Paul wird eingestellt. Nördlich von St. Paul bleibt die Strecke erhalten (das ist aber eigentlich schon die Lavanttalbahn) und wird in den Bahnhof Lavanttal der KAB eingebunden.

der_kleine_pariser
 
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Die Jauntalbahn ganz auflassen wird aber schwierig sein, wie bedienen's denn dann den Stahlbauer in Eis-Ruden (gleich neben dem Bahnhof)?

Quim Barreiros
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Gute Frage, ich fürchte gar nicht mehr.

der_kleine_pariser
 
01

Und wenn man ein bisschen googelt, findet man heraus, dass es genau darum geht:

http://www.kleinezeitung.at/kaernten/... ry?seite=2

F S 4: The science channel
00

Das kann natürlich sein, weil die Anbindung von Wolfsberg eventuell über St. Paul direkt auf die Koralmbahn geht – direkte Züge nach Klagenfurt sind so allerdings nicht möglich (ohne Wende).

Quim Barreiros
00

Doch, die werden möglich sein. Die Strecke nach Wolfsberg wird im Bahnhof Lavanttal (liegt bei Aich) von der Koralmbahn abzweigen. Von Wolfsberg nach Klagenfurt braucht man dann keinen Richtungswechsel.

F S 4: The science channel
00

Ups... ja, ich sehe es gerade, da ist auf der Wikipedia eine falsche Streckenskizze.

K 3
01

Daß das falsch ist, ist nicht wichtig, denn diese Eisenbahn wurde schon im Jahre 2002 in Klagenfurt literarisch beschrieben:"Die Eisenbahn dort führt in Perpignan an den Strand, die hier fährt durch Dresden und an den Stationen weht uns die Vergangenheit regelrecht hinein. Das ist die Vergangenheit aus der Kindheit des Erzählers." Der Erzähler verbrachte einen Teil seiner Kindheit im Lavanttal.

Christian Eder
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Neues Denkmal

Ich fordere hiermit die Umbenennung des Klagenfurter Fußballstadions in "Jörg Haider- Lücke"!

Naturfreund
 
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Verkehrspolitik

der Marke BZÖ. Still und heimlich planen, kassieren und Haider Gedenktafeln aufstellen

savethewales
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Wir brauchen die Yedi Ritter

K 3
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In Perpignan mag man keine Nackten.
http://www.reise.com/service/c... ne-nackten

knutrecht
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Und die Kärntner Bauernkammer

zahlte Jörg Haider einen Misthaufen.

Háry János
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Ein Trassengefälle von 8 Metern

Ich hab nicht gewusst, dass ein Gefälle in Metern gemessen wird.
Meint er einen Niveauunterschied zwischen einer alten und einer neuen Trasse?
Ein Gefälle wird üblicherweise in Prozent oder Promille angegeben.

Klausilein1
02

Muss man das verstehen?

A ndreas Bogeschdorfer
22
Diese Brücke würde ich nicht benutzen.

Am Ende is es noch eine "bin schon weg, bin wieder da"-Brücke.

Curd Hombre
01
Ich she darin kein Problem, wir 8also die Steuerzahler) ...behalten...

....das Geld einfach von der Parteiförderung ein!

So, where is the problem?

K 3
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Die Produktion von Malerfarben wurde in Perpignan in Frankreich aufgekauft und mit jener in Kärnten vereinigt, um diese Brücke anzustreichen und um diese Farben nach Marokko zu exportieren, wodurch Kärnten zum orientalischen Marokko-Bazar wurde, welches auf der Alten Burg in Gmünd in Kärnten an manchen Wochenenden im Jahr der Öffentlichkeit zur Schau gestellt wird.

weissseher
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die spinnen

die konsequenz: LÄNDER ABSCHAFFEN (und die bures zurück in die zahnarztpraxis)

. g.bac
181
unglaublich peinliche spö-posse

also der spö-bürgermeister, zwingt das land kärnten, auf anraten der spö-ministerin, 3 millionen an die spö-öbb zu zahlen, damit diese erst recht seinen ort nicht an das bahnnetz anbindet.

das muss man sich auf der zunge zergehen lassen, und sich fragen welche genossen hier mit 3 millionen schmiergeld bedacht werden sollen, weil budgetiert (und damit defakto schon ausgegeben) sind die 3 mio bei der öbb ohnehin schon.

und das alles unter der überschrift "jörg-haider-brücke", damit man auch noch medialen dreck schmeissen kann.

...und das für 100 fahrgäste... das auflassen der u2 station lerchenfelder-strasse in wien hat sicher 100x mehr leute betroffen.

claudia Stern
03
Peinlich ist der LH

Das Niveau, das der Landeshauptmann Dörfler an den Tag legt ist das einzige was hier peinlich ist. Es geht hier nicht um SPÖ Bürgermeister, die die Koralmbahn verhindern wollen. Es geht hier um Bürger, die hinter ihrem Rücken betrogen worden sind. Bei Verhandlungen im Vorfeld, bei Bürgerinformationen wurde der Erhalt des Bahnhofes versprochen, im Gegenzug wurde auf eine Einhausung der Strecke verzichtet (Die Lärmbelastung ist doch beträchtlich). Der damalige Verkehrsreferent Dörfler hat aber schon vor diesen Infoveranstaltungen den Vertrag mit der HL-AG unterschrieben. Wie nennt man DAS dann? Übringens ist jetzt sicher die Gemeinde Ruden Schuld, dass die Koralmbahn nicht gebaut wird (und nicht, weil man kein Geld mehr hat)

der_kleine_pariser
 
01

War es nicht Dörfler, der bei einem Besuch in Brüssel irgendwas dahergefaselt hat, wie toll das ist, dass mit der Koralmbahn der Kärntner Spargel (!!!!) in die ganze Welt verschickt werden kann?

Und dann ist er dafür verantwortlich, dass ein international renomiertes Stahlbauunternehmen von beachtlicher Grösse, das den Gleisanschluss wirklich braucht, selbigen verliert.

Werner F, der Inserator
00
14.2.2012, 05:02

Was gibts am lavantaler spargel auszusetzen, dass du ihn mit 3 rufzeichen versiehst ??

Christian Eder
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"Unglaublich peinlich"

Stefan, bist du´s?

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