Hoffnung für sechsköpfige Familie schwindet

3. Februar 2012, 19:06
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Riegersburger kämpfen für Tschetschenen mit vier Kindern, denen Abschiebung droht

Riegersburg/Graz - "Hier wird schrittweise das Leben einer Familie zerstört, und alle schauen zu. Wir appellieren an die Bezirkshauptmannschaft, endlich diesen Albtraum zu beenden", zeigen sich Albena Obendrauf und Ines Aftenberger vom Verein ISOP in Feldbach alarmiert.

Nicht nur die beiden Deutschlehrerinnen des tschetschenischen Ehepaars A., das mit seinen vier Kindern im Alter von drei bis acht Jahren abgeschoben werden soll, kämpfen für deren Verbleib. Hunderte haben seit November in der oststeirischen Gemeinde Riegersburg (Bezirk Feldbach) eine Petition unterschrieben, weil die Familie ein gelungenes Beispiel von Integration sei. So sieht es auch der Bürgermeister der Gemeinde.

Berufung zurückgewiesen

Der Vater wurde in Tschetschenien verhaftet und auch noch nach seiner Flucht gesucht, weil er Verwandte versteckt hatte. Weil die Mutter schwerkrank ist, beurteilte der behandelnde Arzt eine Abschiebung der Frau zudem in einem Gutachten als "undurchführbar und eine Verletzung des Artikel drei der Menschenrechtskonvention" - Der Standard berichtete.

Doch nun ist die Familie in einer weiteren Instanz gescheitert. Nachdem ein humanitärer Aufenthalt abschlägig beschieden wurde, ging man in Berufung, doch die wurde diese Woche auch zurückgewiesen.

Die Betreuer der Familie setzen nun letzte Hoffnungen in den Bezirkshauptmann von Feldbach, Wilhelm Plauder, der mit der Fremdenpolizei für die Abschiebung zuständig wäre. Am 9. Februar treffe man Plauder. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte im Standard-Gespräch dazu, dass prinzipiell "die Frage einer Abschiebung getrennt von einer Berufungsentscheidung zu sehen ist." Im Innenministerium hat die Familie am 20. Februar auch noch einen Termin. (cms, DER STANDARD, Printausgabe, 4.5./2.2012)

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