Islamisten dementieren Festnahme des Boko-Haram-Sprechers

3. Februar 2012, 16:07
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Unklarheit über Verhafteten

Abuja - Die islamistische Sekte Boko Haram hat Berichte über die Festnahme ihres Sprechers Abul Qaqa in Nigeria zurückgewiesen. In einer Telefonkonferenz mit Journalisten in der nordnigerianischen Stadt Maiduguri sagte ein Mann am Donnerstagabend, er selbst sei Abul Qaqa. Bei dem Festgenommenen handle es sich um den Leiter der Boko-Haram-Abteilung für "öffentliche Erleuchtung", Abu Dardaa. Allerdings klang die Stimme anders als die Stimme des Mannes, der bisher unter dem Decknamen Abul Qaqa für die Gruppe gesprochen hatte.

Ein ranghoher Polizist sagte, es sei kein Wunder, dass Boko Haram die Festnahme von Abul Qaqa dementiere. Dieser sei Mitglied im elfköpfigen Führungsrat der Sekte, seine Festnahme sei daher ein schwerer Schlag für die Organisation. Am Mittwoch war aus Sicherheitskreisen verlautet, ein Mann mit dem Decknamen Abul Qaqa sei festgenommen und vernommen worden. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür bisher nicht.

Der Boko-Haram-Vertreter sagte am Donnerstag, Abu Dardaa sei im Verstoß gegen vorherige Zusicherungen auf dem Weg zu Verhandlungen mit den Behörden in Kaduna festgenommen worden. Boko Haram kämpft für die Errichtung eines islamischen Staates im überwiegend muslimisch geprägten Norden Nigerias. Angesichts der anhaltenden Gewalt der Gruppe wird vermehrt nach Verhandlungen zur Lösung des blutigen Konflikts gerufen. (APA)

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