Staatsanwaltschaft: Keine Anhaltspunkte für Anfangsverdacht
Hannover - Bei der Staatsanwaltschaft Hannover sind
inzwischen mehr als 100 Strafanzeigen von Bürgern gegen den deutschen
Bundespräsidenten Christian Wulff eingegangen. Binnen 24 Stunden
seien allein zehn Anzeigen hinzugekommen, sagte Behördensprecher
Hans-Jürgen Lendeckel am Freitag auf Anfrage. In den Anzeigen würden
"querbeet die Vorwürfe aufgegriffen, die zuvor in den Medien
berichtet worden sind". Es bleibe aber dabei, dass die Vorwürfe vor
allem im Zusammenhang mit Wulffs Hauskredit und Urlaubsreisen
"weiterhin keinen strafprozessualen Anfangsverdacht begründen".
Dagegen ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter in einem
förmlichen Verfahren gegen den Wulff-Vertrauten und früheren
Pressesprecher Olaf Glaeseker sowie den Veranstaltungsmanager Manfred
Schmidt wegen des Verdachts der Bestechung und Bestechlichkeit.
Glaeseker soll den von Schmidt organisierten "Nord-Süd-Dialog" der
Länder Niedersachsen und Baden-Württemberg gefördert und im Gegenzug
unentgeltlich Urlaube in Freiendomizilen von Schmidt gemacht haben.
In diesem Zusammenhang hatte die Staatsanwaltschaft Privat- und
Büroräume der beiden und später auch Glaesekers ehemaliges Büro im
Bundespräsidialamt durchsucht. (APA)