Der Siphon, der nicht durch die Kälte kam

3. Februar 2012, 15:27
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Versicherung warnt vor Frostschäden und weist auf "72-Stunden-Regel" hin: Wer sein Gebäude länger verlässt, sollte Vorkehrungen treffen

Es ist kalt in ganz Österreich, und es wird zumindest noch einige Tage so kalt bleiben. Wer jetzt auf Urlaub fährt oder aus anderen Gründen sein Haus bzw. seine Wohnung für drei Tage oder länger verlassen will, sollte ausreichende Maßnahmen gegen Frostschäden treffen, informierte die EFM Versicherungsmakler AG am Freitag in einer Aussendung. Wird diese "72-Tage-Regel" nämlich nicht eingehalten, könnten sich Versicherungen an den Betroffenen schadlos halten. Besonders betroffen seien Zweitwohnsitze, Sportstätten, Amtsgebäude und Schulen.

"Dichteanomalie" des Wassers

Wegen des Effekts der "Dichteanomalie" hat Wasser unter Normaldruck seine größte Dichte von ca. 1000 Kilogramm pro Kubikmeter bei knapp vier Grad Celsius. Sinkt diese Temperatur, dehnt sich Wasser - auch beim Gefrieren - aus. Dies könne Leitungen zum Bersten bringen, warnt EFM-Vorstand Josef Graf.

Noch größere Schäden können entstehen, wenn aufgetautes Wasser aus den geplatzten Rohren in die Wohnung fließt. In der Regel übernehmen Haushalts- und Wohngebäudeversicherungen einen solchen Schaden - vorausgesetzt, der Versicherungsnehmer hält alle vertraglichen Verpflichtungen ein.

Frostschutz im Siphon hilft

Man solle darauf achten, dass vor allem wasserführende Anlagen, Armaturen und angeschlossene Einrichtungen der Versicherungsräumlichkeiten ordnungsgemäß und vorschriftsmäßig instand gehalten werden. "Das beinhaltet bei längerer Abwesenheit während Frostperioden das Entleeren und das Absperren der Wasserleitungen bzw. das Befüllen mit Frostschutzmittel", heißt es in der Aussendung weiter. Zusätzlich wird auch bei Siphonen das Einfüllen von Frostschutzmittel empfohlen, da sich dort meistens Restwasser befinde.

Wärmedämmung sei sehr sinnvoll, biete aber allein keinen Schutz vor Frostschäden, erklärt Graf: "Eine Isolierung verlängert den Zeitraum der Auskühlung bis zum Einfrieren; sie kann die Auskühlung jedoch nicht verhindern. Unbeheizte Bereiche sind daher immer frostgefährdet." (red)

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    Wärmedämmung allein hilft nicht gegen Frost.

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