Jänner

US-Arbeitsmarkt deutlich besser

3. Februar 2012, 15:06

Die Lage am Jobmarkt in den USA hat sich im Jänner mit dem größten Plus seit vergangenem April überraschend deutlich verbessert

Washington - Die Arbeitslosenquote in den USA ist auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren gesunken. Das schürt die Hoffnung, dass die weltgrößte Volkswirtschaft mehr Fahrt aufnimmt, während die Euro-Zone wegen der Schuldenkrise in der Konjunkturflaute steckt. Die Arbeitslosenquote fiel im Jänner auf 8,3 von 8,5 Prozent und damit auf die niedrigste Rate seit Februar 2009, wie das Arbeitsministerium mitteilte.

Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 243.000 und damit so stark wie seit April nicht mehr, Analysten hatten nur mit plus 150.000 gerechnet. "Die Erholung ist auf dem richtigen Weg. Aber es ist noch lange hin, bis die Jobverluste seit der Lehman-Krise wieder aufgeholt sein werden", sagte Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank.

Firmen schreiben dicke Gewinne

In der Finanzkrise verdoppelte sich die Arbeitslosenquote in den USA rasch auf etwa zehn Prozent. Rund neun Millionen Jobs gingen verloren, gut 19 Millionen Amerikaner sind arbeitslos oder gelten als unterbeschäftigt. Seitdem kommt der Arbeitsmarkt kaum voran, während viele Firmen wieder dicke Gewinne machen. Experten sprechen von "jobless recovery" - die Wirtschaft erholt sich, ohne viel Stellen zu schaffen. Das hat auch Staatschef Barack Obama auf den Plan gerufen, der den mauen Arbeitsmarkt bis zur Präsidentenwahl im November unbedingt ankurbeln will. Denn seine republikanischen Herausforderer machen ihn für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich.

Für den Aufbau neuer Stellen sorgten zum Jahresanfang erneut nur private Firmen, sie schufen 257.000 Jobs. Der Staat hingegen baute per Saldo 14.000 Stellen ab, es war allerdings der kleinste Rückgang seit September. Zudem entstanden in Unternehmen im November und Dezember 60.000 Arbeitsplätze mehr als ursprünglich gemeldet. Fachleute äußerten sich weitgehend positiv. Dennoch betonten viele wie Postbank-Experte Heinrich Bayer, dass die konjunkturelle Unsicherheit hoch bleibe. "Die Chance, dass die US-Wirtschaft den Sprung in einen selbsttragenden Aufschwung mit sinkender Arbeitslosigkeit, steigendem privaten Verbrauch, höheren Investitionen und sinkender Arbeitslosigkeit schafft, ist mit den heutigen Zahlen aber ein klein wenig gestiegen", sagte Bayer.

Auch die US-Notenbank Fed dürfte die Daten positiv aufgenommen haben. Fed-Chef Ben Bernanke bekräftigte erst am Donnerstag bei einer Parlamentsanhörung, dass ihm die Erholung der US-Wirtschaft und der Rückgang der Arbeitslosigkeit nicht schnell genug gehen. Hinweise auf konkrete Gegenmaßnahmen der Fed gab er nicht. Die Zentralbank kündigte jüngst an, den Leitzins bis mindestens Ende 2014 nahe null Prozent zu halten. Zudem ließ Bernanke die Tür für geldpolitische Schritte wie weitere Wertpapierkäufe (QE3) offen. Nach den überraschend guten Arbeitsmarktdaten erwarten einige Experten, dass die Notenbank nun vorerst abwartet. "QE3 kommt wohl erst im zweiten Halbjahr", sagte Marktstratege Brian Dolan von Forex.com Bedminster. Sein Kollege Andrew Wilkinson von Miller Tabak&Co geht aber davon aus, dass die Fed wegen des schwachen Immobilienmarkts in Sorge bleibt: "Dies wird ihren Blick auf die Wirtschaft nicht ändern."

Die US-Wirtschaft wuchs Ende 2011 etwa um 0,7 Prozent zum Vorquartal, für das laufende Vierteljahr erwarten viele Experten jedoch etwas weniger Schwung. Im Gesamtjahr 2012 sagt der Internationale Währungsfonds der Wirtschaft ein Plus von 1,8 Prozent voraus, nach 1,7 Prozent im Vorjahr. Das reicht nach Experteneinschätzung noch nicht aus, um den Arbeitsmarkt langfristig zu beleben (APA/Reuters)

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Posting 1 bis 25 von 37
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MUNGO1
00
Jeder mag glauben was er will, bei den Amis aber bin ich vorerst einmal misstrauisch!

http://www.krisennews.com/2012/02/0... beruhigen/

Daliah
 
01
Election

man merkt die elections 2012.

D.

henry pfabbe
10
lügen wie gedruckt.

Nur die 700 Dollar Jobs pro Monat (45 Stunden Woche)
sind im steigen, weil vielen definitiv das Arbeitslosengeld gestirchen wurde!

F S 3
25
Im Gegensatz zur hier widergegebenen PR des Wahrheitsministeriums der U.d.S.S.A. sind 100.000e Jobs im Jänner verlustig gegangen…

…Statistische Tricks und "Harmonisierungen" über das GESAMTE JAHR HINWEG machen diese - beinahe schon psychodelisch zu nennenden - Phantasiezahlen möglich:

http://tinyurl.com/8xuup78

clearlake
02
der gipfel dieser ganzen farce ist dass die harmonisierung

in diesem jahr so stark nach "oben" angepasst wurde wie noch in keinem jahr zuvor (+120.000 jobs im vergleich zum jänner 2011.) - und das ganze ohne nachvollziehbaren grund... - im gegenteil, aufgrund des bisher relativ warmen wetters in den USA hätte die harmonisierung eigentlich um einiges geringer ausfallen müssen....

Contra
12
zur klärung ...

... es wird gelogen, weil präsidentenwahlen anstehen. in wahrheit ist der prozentsatz der beschäftigten seit 2008 um 5% gesunken und IMMER DORT geblieben (63% --> 58%).

woher sollten denn jobs kommen, wenn die amis alles nach china auslagern? ohne produktion weniger dienstleistungs-jobs.

die usa sind das erste opfer der globalisierung. ihre bürger, wohlgemerkt, nicht die unternehmen.

Walter Bimini
00
mit dem totalabsturz wird es auch die restlichen unternehmen erwischen

MrE
00
da hab ich eine frage...

... ist es die produktive realwirtschaft oder imaginäre finanzwirtschaft, welche jobs schaffen???

clearlake
01
wahrscheinlich weder noch...

das Lohnsteueraufkommen (payroll tax) in den USA ist seit einigen monaten fallend. Passt so wie einige andere merkwürdigkeiten eigentlich überhaupt nicht zu den zahlen..möglicherweise ist ein großteil der jobs (wenn überhaupt existierend) dann auf sehr geringer teilzeitbasis. Das würde die zahl extrem verzerren...

clearlake
11
derzeit werden imaginäre jobs statistisch geschaffen..

die saisonbereinigung läuft einerseits auf hochtouren, andererseits wird die erwerbsquote laufend gesenkt (derzeit auf 63% was einem niveau der 60er jahre entspricht als die Hausfrauen noch die Mehrheit stellten...) um die Basis für die Ermittlung der Arbeitslosenzahl zu reduzieren und somit die quote zu senken...

chezgarando
00
ob die republikaner das

dem obama auch in die schuhe schieben werden? :]

Walter KURTZ
 
00

Daß der Beschäftigungsgrad in Amerika so tief ist wie seit 30 Jahren nicht? Daß die Zahlen etwas seltsam sind und den Verdacht erwecken, daß da geschönt wurde, um die Wahlchancen des Chefs intakt zu halten?

chezgarando
00
dass die usa nicht mehr lang

großmacht sind ist mir auch bewusst...das liegt aber am system

mir wärs nur recht wenn dann ein kühler kopf am steuer sitzt...den republikanern würde man ja zutrauen die ganze welt hochzujagen wenn sie realisieren dass die usa nicht mehr nr. 1 sind...weil gott möchte dass dann ja so haben

Walter KURTZ
 
02

Die USA macht's nimmer lange? Nö. Die USA sitzen nicht auf einer demographischen Zeitbombe wie Japan und Europa. Die sitzen - trotz des ganzen Geredes von "income inequality" - nicht auf einer gesellschaftlichen Zeitbombe wie China (dort gibt's hunderte Millionen, die vom Wirtschaftswachstum praktisch nix sehen). Die USA beherbergt noch immer die Top-Technologieunternehmen der Welt.
Die USA brauchen nur relativ marginale Reformen (im Vergleich zu Europa) hin zu einer dynamischeren Wirtschaft, v.a. weg vom einem System, das durch statische Organisationen (Großunternehmen, Wall Street, Gewerkschaften) runtergezogen wird, indem sie die Regeln in DC so schreiben lassen, daß ja niemand aufkommt.

chezgarando
00
die usa

haben jetzt ein politisches system dass sich blockiert
milllionenspenden aus dem in- oder ausland können über super pacs wahlen stark beeinflussen
und die ideologie von "weniger staat ist immer gut" wird der großmacht noch den rest geben

ich sehe keinen grund zu glauben dass die usa noch 50 jahre großmacht sein werden

sie legen mir ja worte in den mund (die usa macht's nimmer lange hab ich nie gesagt)

das bildungssystem haben sie übrigens ganz vergessen/verschwiegen
die drop out rate an den us-highschools ist mehr als besorgniserregend...die zukunft sieht also eher düster aus

Walter KURTZ
 
00

Bildungssystem? Die Top Unis habens noch immer und werden sie auch weiter haben. Damit ziehen sie auch die besten Köpfe aus dem Ausland in die USA hinein.
Highschool-Dropouts? Ich sehe eher ein Problem im momentanen Zwang, unbedingt studieren zu müssen. Das kostet viele Leute, die's nicht drauf haben viel Zeit und Geld und entwertet nur die Abschlüsse.
Das Problem an der Highschool sehe ich mehr darin, daß es eben keine (offizielle) alternative Schiene gibt wie bei uns die Lehre.

chezgarando
00
12.2.2012, 23:11
ja eh...hohe bildung ist wichtig

top unis sind wichtig

bringen aber nix in dem fall...was sollen sie schon bringen wenn in 20 jahren eine riesen menge der amerikaner nicht mal in einer highschool ausgebildet sind und das in einer dienstleistungsgesellschaft

hier werden die verbrecher von morgen großgezogen...nur je größer die zahl derer die nix zu fressen haben, desto größer die wahrscheinlichkeit dass aus dieben revolutionäre werden
die usa macht nämlich nix dagegen...weil politisch alles blockiert und verstopft ist
deswegen haben die bald den a.... offen

Waran
03
Ich würde sagen,

es sind bald Wahlen und hoffentlich schafft`s Obama nochmals - ein Romney oder Gingrich wäre ja ein Horrorszenario!

nukularteilchen
21

Wenn der Himmel Grün ist und darin glückliche freilaufende rosa Schweindl herrum fliegen, dann gehts wirklich aufwärts ind en USA.

http://www.propagandafront.de/198860/in... erden.html

Systemsklave
53
Propaganda der übelsten Sorte!

Die Wahrheit sieht ganz anders aus:

http://www.querschuesse.de/munchhausen-report/

Unglaublich wie dreist hier die Zahlen schön gerechnet werden. Unglaublich auch wie diese Lügen von der Mehrheit (offensichtlich inklusive der Standard Redaktion) ohne jegliches Hinterfagen geschluckt werden. Beängstigend geradezu.

Böse Tussi
12

Querschüsse ist wirklich einer der besten, wen nicht gar nicht der beste Blog im deutschsprachigen Raum.

Wirklich erstaunlich wie der die Zahlen immer aufbereitet.

Ein Lichtblick im sonstigen Mediendschungel.

Clemo
23

Mal langsam.

Propaganda ist ein besetzter Begriff.

Es wird sehr wohl im Beitrag erwähnt, dass ca 250.000 Jobs geschaffen wurden. Wie viele Menschen nun aktiv Jobs suchen und wie viele Menschen dies im Vergleich zur "arbeitsfähigen" Befölkerung sind, wird nicht erwähnt. Das ist richtig. Aber es wurden mehr Jobs geschaffen, als die meisten erwartet haben. Das zwar noch immer auf einem niedrigen Niveau, aber es steht auch im Beitrag, dass die Chance einer Erholung am Arbeitsmarkt "ein klein wenig" besser wurde. Das ist doch nicht "Propaganda". Das ist kein blinder einseitiger Optimismus, nie im Leben.

Wer ist hier Münchhausen? Sie werfen hier mit dem Wort "Propaganda" ebenso wild um sich. Nehmen Sie sich doch selber am Krawattel...

clearlake
10
250.000 jobs wurden "statistisch" geschaffen...

real sind in den letzten zwei monaten 3 millionen jobs *verloren gegangen*.. - Da allerdings im winter immer jobs verloren gehen, wurde das saisonbereingt auf einen "anstieg" korrigiert...
Das alleine wäre ja noch alles schön und gut, nun ist aber der "saisonbereinigte Anstieg" 100% höher als in den Jahren zuvor.. - es wird gestattet sein, dies doch etwas "seltsam" zu finden, um es vorsichtig auszudrücken...

http://www.zerohedge.com/news/trim... ast-2-mont

Böse Tussi
10

Stimmt, Querschüsse lese ich jetzt schon seit langem.

Nur selten gibt er seine Meinung dazu ab und wenn, sehr neutral.

Die Aufbereitung der Zahlen ist jedoch grandios.

Killer Bunny
02

Sein Zahlenmaterial ist sicher das beste im deutschsprachigen Web. Wissen sollte man trotzdem, dass Steffen Bogs auch für die Junge Welt schreibt. Aber das kommt bei seinen Kommentaren nicht so durch.

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