WebStandard-Schwerpunkt

Dropbox und Co.: Die weite Welt der Online-Speicher im Überblick

Bericht | Andreas Proschofsky, 5. Februar 2012, 11:58
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    screenshot: andreas proschofsky

    Die Kernfunktionalität ist bei den meisten vorgestellten Services sehr ähnlich. Fast alle bieten automatischen Datenabgleich zwischen mehreren Rechnern und die Möglichkeit, Daten mit anderen NutzerInnen zu teilen.

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    Viele haben - wie im Bild Dropbox - auch optimierte Ansichten für verschiedene Dateiformate, etwa eine Bildergalerie.

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    screenshot: andreas proschofsky

    Wuala hat aus Sicherheitsgründen keinen Web-Client, immerhin wäre dieser nur schwerlich sicher zu implementieren, ohne dass der Betreiber die Schlüssel dafür hat. Als Ersatz gibt es aber einen Java-Client, der aus dem Browser gestartet werden kann.

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    grafik: box

    Die meisten Online-Speicher besitzen auch mobile Clients, hier etwa eine für das iPad optimierte Version von Box.

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    screenshot: andreas proschofsky

    Die iCloud versteht sich vor allem als Zusatzservice zu Apple-Angeboten, besitzt aber auch ein sehr iOS-mäßiges Web-Interface.

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    screenshot: andreas proschofsky

    Auch wenn Google selbst (noch) keinen zentralen Online-Speicher im Angebot hat, können schon jetzt mehrere Einzelservices des Unternehmens sehr ähnlich genutzt werden.

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    screenshot: andreas proschofsky

    Wer seine Daten lieber nicht den Cloud-Services irgendwelcher Betreiber anvertrauen will, kann ownCloud auf einem eigenen Server aufsetzen.

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    grafik: hylke bons / sparkleshare

    Auch SparkleShare nutzt eigene Server, in diesem Fall mit Hilfe des Codeverwaltungssystems Git.

Von SugarSync und Wuala über Apples iCloud bis zur "OwnCloud" - Zwischen einfacher Nutzung und dem Eigenbau

Die eigenen Daten - oder zumindest eine Auswahl davon - immer und überall zur Hand zu haben ist ein Versprechen, das in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom rund um Online-Speicher ausgelöst hat. So attestierte schon vor gut einem halben Jahr das Linzer Meinungsforschungsinstitut IMAS, dass bereits ein Viertel der heimischen Computer-NutzerInnen für private Zwecke eine entsprechende Lösung zum Einsatz bringe. Eine Zahl, die seither wohl noch weiter angewachsen sein dürfte.

Überblick

Dem starken Interesse entsprechend gibt es mittlerweile eine breite Palette an unterschiedlichen Services. Der folgende Überblick stellt insofern keinen Anspruch auf Vollständigkeit - und kann das auch gar nicht, Ergänzungen im Kommentarbereich sind also äußerst willkommen. Dafür soll am Rande aber auch etwas über den Tellerrand der fix-fertigen File-Sync-Lösungen geblickt werden.

Dropbox

Der derzeit wohl erfolgreichste Online-Speicher ist Dropbox. In einer ersten Version schon 2008 auf den Markt gekommen, besteht das Erfolgsrezept der Anwendung vor allem aus zwei Zutaten: einem bewusst einfach gehaltenen Bedienkonzept und der Unterstützung aller relevanter Betriebssysteme - ob am Desktop oder mobil. Neben Windows, Linux und Mac gibt es entsprechende Clients also auch für iOS und Android.

Aufbau

Der Datenabgleich ist denkbar simpel: Dropbox richtet am Desktop einen eigenen Ordner ein, alles, was dort abgelegt wird, wird automatisch synchronisiert und ist somit in Windeseile (natürlich abhängig von Dateigröße und Internetanbindung) auf allen mit einem Dropbox-Account verbundenen Geräten verfügbar. Es gibt ein Versionsmanagement, um ältere Ausgaben einer Datei wiederherstellen zu können, und spezielle Folder für Bilder, die im ebenfalls verfügbaren Web-Client dann als Diashow betrachtet werden können. Ebenfalls sehr nützlich: Die mobilen Clients können Musik direkt aus der Cloud streamen.

Sharing

Wer will, kann ganze Unterverzeichnisse mit anderen Dropbox-NutzerInnen teilen, optimal für gemeinsame Projekte aller Art. Einzelne Files können außerdem per speziellen Link öffentlich geteilt werden. Der Betreiber achtet dabei übrigens sehr darauf, dass kein rechtlich zweifelhafter Content - etwa Filmkopien oder Musikstücke - die Runde macht, schließlich will man nicht das nächste Megaupload werden. In solchen Fällen werden dann schon mal Dateien entfernt oder auch Accounts gesperrt. Das private Sharen von Dateien lässt man hingegen unangetastet.

Client

Eine der großen Stärken von Dropbox ist fraglos die nahtlose Integration mit den Dateimanagern von Windows, Linux/GNOME und Mac. Fortgeschrittene Dropbox-Features werden dabei per Kontextmenü angeboten. Etwas mühsam ist es hingegen, dass Dropbox den Dateiabgleich auf ein einzelnes Verzeichnis beschränkt. Hier kann man sich zwar mit kleinen Tricks - wie dem Anlegen von Links - behelfen, natürlich wäre es aber angenehmer, wenn es diese Beschränkung nicht gäbe.

Umfang

Wer sich bei Dropbox frisch anmeldet, bekommt zunächst einmal zwei GB Speicherplatz zur Verfügung gestellt. Für jede erfolgreiche Weiterempfehlung des Services gibt es zusätzliche 250 MB, auch sonst gibt es immer wieder Aktionen, die eine Erweiterung des zur Verfügung stehenden Platzes zur Folge haben. Wer hier geschickt vorgeht, kann bis zu acht GB kostenlosen Speicherplatz erobern. Wer sich jetzt wundert, wie Dropbox finanziell überlebt: Das Geld macht man mit all jenen, die einen noch größeren Online-Speicher benötigen. 50 GB kosten zehn US-Dollar monatlich (100 US-Dollar jährlich), 100 GB jeweils das Doppelte - womit man übrigens zu den eher teuren und stark im Platz begrenzten Angeboten im Feld gehört, wie sich in der Folge noch zeigen wird.

Business

Für Unternehmen gibt es darüber hinaus noch die Option, "Team-Angebote" mit einem verfügbaren Speicherplatz jenseits von einem Terabyte zu erwerben. Hier teilt sich eine größere Zahl an NutzerInnen allen Speicherplatz, all das kann zentral administriert werden. Für die Zukunft will man vor allem die Funktionalität von Dropbox weiter ausbauen: So ist derzeit ein automatischer Video- und Foto-Upload in der Testphase, wie es das jetzt etwa schon bei Google+/Picasa und dem Apple Photo Stream gibt.

SugarSync

Der nächste Anbieter nennt sich SugarSync - und bietet eine beinahe deckungsgleiche Funktionalität, ob es nun den automatischen Abgleich der Daten, das Sharing oder die Spezialansichten für Bilder und Co. betrifft. Insofern (das gilt auch für die folgenden Einträge) soll der Fokus auf den Besonderheiten bzw. Unterschieden liegen. Und diese zeigen sich hier vor allem in den Details: So lässt sich bei SugarSync jedes beliebige Verzeichnis abgleichen, auch ist der nach der kostenlosen Registrierung gebotene Speicherplatz mit fünf GB erheblich umfangreicher.

Plattform-Unterstützung

Einen eigenen Linux-Client sucht man hier vergeblich, dafür werden als mobile Betriebssysteme sogar Windows Mobile, Blackberry und Symbian unterstützt. In einigen Punkten ist SugarSync also Dropbox durchaus überlegen, dafür sind die Clients hier etwas weniger gut gelungen.

Box

Für einiges Aufsehen im Online-Speicher-Markt hatte zuletzt eine Promo-Aktion eines weiteren Mitbewerbers gesorgt. Hat Box in deren Rahmen doch kurzfristig allen iOS-NutzerInnen satte 50 GB an kostenlosem Speicherplatz offeriert (derzeit finden ähnliche Aktionen für eine Reihe anderer ausgewählter Geräte statt, weitere Infos dazu finden sich in einem Support-Eintrag, Anm.). Regulär gibt es bei einer Neuanmeldung immer noch fünf GB kostenlos. Bei all dem gibt es aber eine entscheidende Einschränkung zu beachten: Für kostenlose Accounts liegt die maximal erlaubte Größe einzelner Dateien bei gerade einmal 25 MB. Zum Vergleich: Dropbox kennt hier kein Limit, SugarSync legt die Grenze bei zwei GB an (per direktem Web-Upload gilt selbst diese nicht, Anm.).

Ausrichtung

Auch sonst zeigt sich, dass die BetreiberInnen von Box weniger an der breiten Masse als an GeschäftskundInnen interessiert sein dürften. Gibt es doch praktisch alle über das Grundlegende hinausgehenden Features doch nur für - vergleichsweise teuer - zahlende Unternehmen. Dazu gehören etwa die Integration mit Google-Apps, diverse Tools zur Zusammenarbeit, Tasklisten sowie ein Kommentarsystem.

Skydrive

Den größten kostenlosen Speicherplatz gibt es derzeit bei Microsofts Skydrive, dieses liefert schon von Haus aus satte 25 GB. Die wirklich relevante Begrenzung ist aber auch hier jene auf 100 MB pro Datei, hiermit will man wohl verhindern, dass all zu einfach Filme oder Serien auf den eigenen Servern getauscht werden. Das Ganze ist Teil von Windows Live, Dateien lassen sich sowohl mit Windows- und Mac-Desktops (per "Windows LiveMesh") als auch mit iOS und Windows-Phone-Clients abgleichen. Im Vergleich zur Konkurrenz wird hier allerdings relativ wenig Funktionalität geboten, das Ganze versteht sich vornehmlich als reines Online-Laufwerk ohne viel Schnickschnack. Als Besonderheit gibt es aber die Integration mit den Microsoft Office Web Apps und die Möglichkeit mit anderen gemeinsam an entsprechenden Dokumenten im Browser zu arbeiten.

Amazon

Kurz erwähnt sei das Amazon Cloud Drive, hier gibt es fünf GB und die Möglichkeit digitale Einkäufe bei dem Online-Händler zwischenzuspeichern (die dann nicht unter das Datenlimit fallen). Die Integration mit Desktop-Systemen ist allerdings nicht mir der der anderen hier vorgestellten Lösungen vergleichbar, es gibt lediglich Web- und Android-Clients, das Ganze ist also eher als Ergänzung für Amazons Angebote zu verstehen.

Ubuntu

Wer sich die Linux-Distribution Ubuntu installiert, bekommt den Zugang zu einem Online-Speicher praktisch gleich mitgeliefert: Ubuntu One nennt sich das Ganze und bietet fünf GB Speicherplatz, um 30 US-Dollar kann man jeweils 20 weitere GB hinzukaufen. Neben der direkten Integration in Ubuntu gibt es auch einen Windows-Client sowie iOS- und Android-Apps. Beim angehängten Musikladen gekaufte Songs werden - wie bei Amazon - automatisch online abgelagert und können so auch von all den verbundenen Geräten aus abgespielt werden.

Sicherheitsfragen

Ein durchaus wichtiges Thema im Zusammenhang mit Cloud-Services ist die Sicherheit der eigenen Daten. Immerhin wollen wohl die wenigsten, dass dort abgelagerte private Dokumente oder Bilder an die Öffentlichkeit gelangen. Gerade Dropbox ist in dieser Hinsicht in den letzten Jahren immer wieder in die Kritik gekommen. Anfängliche Probleme mit unverschlüsselt übertragenen Dateien - die dann im gleichen lokalen Netzwerk relativ leicht ausspioniert werden konnten - scheint man zwar mittlerweile im Griff zu haben, aber auch an andere Stelle war man erst vor wenigen Monaten scharf in die Kritik gekommen. Hatte man doch stolz behauptet, dass die Daten der NutzerInnen verschlüsselt auf den eigenen Servern abgelagert werden, was man dabei zu erwähnen vergessen hatte: Man hat selbst die Schlüssel dazu. Das heißt im Falle von behördlichen Begehren aller Art kann Dropbox diesen den Zugriff auf die Daten gewähren - und tut diese auch, wie man mittlerweile zugegeben hat.

Wuala

Dem setzen eine Reihe anderer Services einen deutlich stärkeren Fokus auf Sicherheit und Privatsphäre entgegen, allen voran Wuala. Das vom Schweizer Hersteller LaCie betriebene Unterfangen verspricht, dass man selbst keinerlei Möglichkeit habe, auf die Daten der NutzerInnen zuzugreifen. Diese werden nämlich noch vor dem Upload lokal verschlüsselt, der Betreiber bekommt diesen Schlüssel hingegen nie zu Gesicht. Wuala bietet Windows-, Linux-, Mac- sowie Android- und iOS-Versionen. Wie bei Dropbox werden auch hier zwei GByte kostenlos feil geboten, ein Upgrade auf 50 GByte gibt es um 59 Euro im Jahr.

SpiderOak

Ebenfalls ganz auf Verschlüsselung setzt SpiderOak, bietet dabei aber noch eine zusätzliche Sicherheitsoption: Wer will, kann eine Zwei-Weg-Authentifizierung aktivieren. Zum Zugriff auf die Daten ist dann neben einem Passwort auch noch ein nur kurzfristig gültiges Token nötig, das der Betreiber per SMS liefert. Nicht als vollständig eigenständiger Service, sondern als Aufsatz für Dropbox versteht sich Boxcryptor: Dieses nutzt das bekannte Service mit eigenen Clients, die alle Dateien mit AES-256 verschlüsseln und die Dateinamen unkenntlich machen. Der Desktop-Client-Support beschränkt sich dabei zur Zeit auf Windows-System, wer gerne bastelt kann unter Mac und Linux allerdings encFS zur Einbindung verwenden. Auch sonst ist das Service nicht ganz so komfortabel wie das eigentliche Dropbox zu nutzen.

Teamdrive

Und dann sei noch Teamdrive erwähnt: Der Großteil der Features liegt hier im Bereich des von Wuala und SpiderOak bekannten, der kostenlose Speicherplatz erfüllt mit zwei GB ebenfalls die Erwartungen. Was das Service aber darüber hinaus interessant macht: Teamdrive kann - neben dem Cloud-Hosting - auch auf eigenen Servern betrieben werden. Gerade für Unternehmen, die nicht so ohne weiteres ihre geheimen Daten irgendwelchen anderen Firmen und deren Server-Infrastruktur anvertrauen wollen, eine durchaus interessante Variante.

Die eigene Cloud

Noch einen Schritt weiter geht man bei OwnCloud: Hier steht gleich die Entwicklung einer vollständig privaten Cloud-Lösung im Vordergrund - und dies natürlich als Open Source. Aus dem Linux/KDE-Umfeld stammend wurde die Server-Software vor kurzem in der Version 3 veröffentlicht. Einmal eingerichtet, erlaubt sie das Abspeichern der privaten Daten auf einem eigenen Server, dazu gibt es einen Web-Client mit rasch wachsender Funktionalität. Neben dem schnöden Dateizugriff gibt es sowohl ein Adressbuch als auch einen Kalender, eine Bildergalerie mit Voransicht sowie die Möglichkeit Musik direkt im Browser abzupsielen. Dateien lassen sich nicht nur teilen sondern zum Teil auch direkt online editieren, über ein App-System kann die Basisfunktionalität nach Belieben ausgebaut werden - auch wenn das diesbezügliche Angebot derzeit noch recht dünn ausfällt.

Hosting

Das Ganze soll auf Sicht also eine vollständige Alternative zu den diversen Cloud-Services der großen Hersteller - etwa Google, Apple oder Microsoft - werden. Seit kurzem hat man für dieses Unterfangen eine eigenen Firma im Hintergrund, die Leitung übernimmt dabei der ehemalige Technikchef der Linux-Distribution SUSE, Markus Rex, auch sonst sind hier einige frühere SUSE-Angestellte zu finden. Ziel des Unternehmens ist es, auf Basis der freien Software einen klassischen Cloud-Hosting-Service anzubieten, und damit nicht zuletzt die Entwicklung der Software weiter zu finanzieren. An den Start soll dieses Service bereits in den kommenden Wochen gehen.

SparkleShare

Ebenfalls aus der Welt der freien Software stammt SparkleShare: Dabei handelt es sich um eine Open-Source-Alternative zu Dropbox, die Git-Server zum Datenabgleich nutzt. Wer auf die Schnelle keinen eigenen entsprechenden Server zur Hand hat, kann alternativ Repositories bei Github oder Gitorious nutzen. Wie all das schon verdeutlicht, stellen EntwicklerInnen die primäre Zielgruppe dar, entstanden ist SparkleShare denn auch im Linux/GNOME-Umfeld aus dem Wunsch der DesignerInnen des Projekts, eine freie und selbst gehostete Alternative zu Dropbox zu haben. Das Interface des Clients ist wie beim Vorbild bewusst schlicht gehalten, es gibt Versionen für Linux, Mac und Android, Portierungen für Windows und iOS sind geplant.

iCloud

Eine gewisse Sonderposition in der Aufzählung der Online-Speicher nimmt die iCloud von Apple ein: Ist dieses doch vor allem als Zusatzservice für iOS und Mac OS X konzipiert, um Cross-Plattform-Unterstützung bemüht man sich entsprechend nicht sonderlich, zumindest wird aber ein Windows-Client angeboten. Auch steht hier weniger der allgemeine Datenaustausch sondern die Synchronisierung ausgewählter Services im Vordergrund, dazu gehören Kalender, Adressbuch, Bookmarks und diverse Office-Dateien. Darüber hinaus dient die iCloud als automatischer Backup-Ort für bei Apple erworbene digitale Güter.

Web-Client

All das kann über einen Web-Client online betrachtet werden, der im Design sehr stark an iOS-Anwendungen angelehnt ist. Eine der nützlicheren Funktionen der iCloud ist es mit iOS 5 aufgenommene Fotos automatisch hochzuladen, wo sie dann im "Photo Stream" zur Ansicht stehen. Gerade für Apple-Verhältnisse wirkt all dies derzeit noch etwas unfertig, Management-Funktionen für den "Photo Stream" gibt es zum Beispiel praktisch gar nicht.

Platz

Die iCloud bietet von Haus aus (= kostenlos) fünf GB Speicherplatz, wobei die maximale Dateigröße hier mit 25 MB ebenfalls stark begrenzt ist. Wer sich einen Premium-Account zulegt, kann dann Dateien mit einer Größe bis zu 250 MB hochladen, im Vergleich zu anderen Angeboten ist das allerdings immer noch nicht sonderlich viel. Preislich ist die iCloud im obersten Bereich aller Cloud-Services angesiedelt, 50 GB kosten hier 100 US-Dollar im Jahr, was übrigens derzeit auch das Maximum des zusätzlich erwerbbaren Speicherplatzes darstellt.

Der Noch-nicht-Anbieter Google

Bleibt zum Abschluss noch ein Online-Speicher-Anbieter, der so eigentlich (noch) gar keiner ist: Im Gegensatz zu den zuvor genannten gibt es bei Google nämlich keinen zentralen Cloud-Service oder Desktop-Client. Und doch: In Summe ergeben die einzelnen Angebote dann sehr wohl wieder etwas sehr ähnliches. Fotos und Videos können mithilfe der Google+-App von Android mittlerweile automatisch auf Picasa / Google Photos hochgeladen werden. Das noch dazu ohne jegliche Speicherplatzbegrenzung, allerdings werden die Aufnahmen automatisch auf ein Auflösung von maximal 2.048 x 2.048 Pixel heruntergerechnet. Für höher aufgelöste Bilder stehen hingegen relativ bescheidene 1 GByte zur Verfügung.

Musik

Google Music ist ein weiteres Puzzlestück auf dem Weg zur Google-Cloud, hier können immerhin bis zu 20.000 Lieder online abgespeichert werden - mit recht einfachen Tricks übrigens auch aus Europa. Ein für Windows, Linux und Mac OS X verfügbarer Musik-Manager kümmert sich mittlerweile nicht nur um das anfängliche Hochladen der Musik sondern kann auch lokal die Dateien wieder herunterladen und abgleichen.

Von Docs zum Drive

Und dann gibt es natürlich noch Google Docs, das eigentlich nur knapp an einer klassischen Online-Speicherplatte vorbeirauscht. Immerhin lassen sich hier nicht nur gemeinsam Dokumente bearbeiten, es können auch beliebige Dateien mit anderen geteilt werden. Zwar ist der dafür bereitgestellte Speicher von Haus aus wiederum auf ein GB begrenzt, wer mehr Platz braucht, kann aber auch bei Google nachkaufen - und das deutlich günstiger als bei der Konkurrenz. So gibt es etwas 200 GB um schlappe 50 US-Dollar jährlich, für die 100 US-Dollar, die Apple und Dropbox für 50 GB veranschlagen, bekommt man bei Google den achtfachen Platz. Wer wirklich viel Plattenplatz benötigt, kann sich auch Optionen bis zu 16 TB kaufen, bei 4.096 US-Dollar jährlich sollte man sich aber vielleicht noch mal überlegen, ob das wirklich notwendig ist.

Spekulativ

Der zusätzliche Speicherplatz wird übrigens gemeinsam für GMail, Picasa und Google Docs zur Verfügung gestellt. Angesichts Googles aktuellem Drang, die eigenen Services zu vereinheitlichen, darf dann auch nicht verwundern, dass die Gerüchte über ein zentrales "Google Drive" nicht so recht verstummen wollen. Neue Nahrung wurde solchen Spekulationen erst unlängst wieder gegeben, als findige UserInnen Hinweise auf solch ein Service im Google-Docs-Code gefunden haben. Wenn Google also will, könnte man hier schon bald ordentlich Bewegung in den Markt bringen, und vor allem die Preise nachhaltig drücken. (, derStandard.at, 5.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 147
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PAPPL
00
14.2.2012, 21:16
Dropbox gratis mehr Speicherplatz

Es gibt mehr Möglichkeiten wie man statt 2GB das vielfache erhält:

1. +250MB durch Registrieren bei Dropbox über Referral-Link: http://db.tt/nTt0x37

2. +250MB durch ausführen der "Ersten Schritte"
3. +620MB durch kleine Aufgaben: https://www.dropbox.com/free

4. +8000MB Dropbox weiterempfehen durch Refferal-Links. Pro registrierten User 250MB für beide.
5. 500MB statt 250MB für Referral-Links wenn man Student ist und eine edu-Emailadresse hat. d.h. max. 16000MB zusätzlich für Werbung.

5. +5000MB wenn man die Fotoupload Beta Syncsoftware installiert und fleissig irgendwelche Fotos hochlädt. Kann man dann wieder löschen.

usw.
Somit kann man sich auf über 20GB freien Dropbox-Speicher hochgambeln.

Befreier von Butter und Eier
11

Ich kann mich für Cloud so gar nicht erwärmen. Meine Daten bleiben wo sie sind, auf meiner externen Festplatte. Ob jetzt meine Daten wichtig sind oder nicht, ich vertraue keinen im Internet.

PAPPL
10
Doch!

Die privaten, sensiblen Daten sichere ich auch nicht in der Cloud, könnte man aber extra verschlüsselt in einer zip-Datei oder Truecrypt-Container lagern.

Aber es gibt sinnvolle Sachen.
Habe so Ordner wie:
- KFZ
- Bedienungsanleitungen
- Rechnungen
- Forenanhänge (im Public-Verzeichnis)
- Computer (Treiber, Software,usw.)

PageMaker
00
österreichischer Anbieter

fluxiom.com sollte man nicht übersehen. Immerhin eine Wr. Firma und in Zeiten wie diesen sollte man trachten, das Geld im Land zu lassen

WWallace
 
00
Noch ein österreichischer Anbieter

Folio Cloud wird ebenfalls in Österreich entwickelt. In Folio Cloud steht die Online Zusammenarbeit im B2B-Bereich im Vordergrund. In der gratis Version sind aber auch 5GB Online Speicher enthalten. http://www.foliocloud.com

awsd
00

gibts auch was, das auf einen online-speicher verzichtet (p2p, lan), dafür aber auch mal ein tb synchronisiern kann. und am besten auch noch verschobene dateien erkennt? vielen dank

Monopoly mit Hut
01

Ich interpretiere das jetzt mal so, dass Du einfach eine große Datenmenge zwischen zwei Servern synchron halten möchtest, ohne einen dritten Server verwenden zu müssen, richtig?

UNIX/Linux/OS X: rsync
Windows: robocopy

rsync ist seit dem vorigen Jahrtausend in fast allen UNIX-Derivaten vorhanden. robocopy wird ab Windows Vista mitgeliefert.

awsd
00

genauer gesagt gehts darum meine "arbeits"-festplatten auf desktop und laptop (ca 0,5tb) und meine "archiv"-platten (desktop + 2x extern; ca 2tb) jeweils synchron zu halten. mein problem mit bisher getesteten sync-programmen war, dass ich vor allem auf den arbeitsplatten, aber teilweise auch im archiv, grössere datenmengen verschiebe. alle sync-tools, die ich getestet habe können hier nur löschen/kopieren statt einfach auch auf der ziel-platte verschieben. und mit daten, die vor dem sync auf desktop und laptop geändert wurden, konnten auch die wenigsten umgehen (zuminest fragen)...

aber robocopy kannte ich noch nicht. werd ich ansehen...

Florian Pressler
00
13.2.2012, 20:46

Für diesen Zweck verwende ich Unison. Es ist besser als alles andere: http://www.cis.upenn.edu/~bcpierce/unison/ Dieses Synchronisierungsprogramm erkennt auch, wenn Daten/Ordner verschoben werden, und vermeidet damit ein doppeltes Übertragen (nach unnötigem Löschen) am Zielsystem. Für die Erkennung verwendet das Tool Hashes, die über alle Dateien gebildet werden und die in einem winzigen File pro Syncprofil gespeichert werden. Verwende ich schon seit Jahren für allerlei und es tut perfekt.

awsd
00
13.2.2012, 20:50

vielen dank! ich denke das wirds auch bei mir...

Monopoly mit Hut
01

Da kein Tool feststellen kann, ob auf der Zielplatte Daten verschoben wurden, wird das auch mit robocopy nicht funktionieren.

Alle Tools können ja nur alle Dateien des Quelllaufwerks ansehen und mit der entsprechenden Position auf dem Ziellaufwerk vergleichen. Würde man dabei überprüfen, ob die Datei verschoben wurde, dann müsste man alle Quelldateien mit ALLEN Zielpositionen vergleichen.

Du könntest nur auf ein SAN umsteigen, weil dort auf Blockebene synchronisiert wird. Ein Verschieben wirkt sich dadurch auf Quelle und Ziel gleichartig aus. Nach Einwurf kleiner Münzen (und großer Scheine) kann man da sehr viel machen. ;-)

sheimann
10
SugarSync rockt

mein Favorit ist SugarSync - 5GB Speicher für die Anmeldung, fürs Werben von Mitgliedern weitere 500MB geschenkt - und das unbegrenzt

einziger Nachteil: kein Linux-Client

Aber wer sowieso nicht Linux verwendet, wird's verkraften können.

Features:
--> es werden bis zu 5 Dateiversionen gespeichert
--> unbergrenzt viele Geräte syncen (auch iPhone, Android Geräte,...)
--> schnelles und einfaches Freigeben von Daten
--> 5GB Gratisspace +500MB für Werbung
--> schnelle Up- & Downloadgeschwindigkeiten

wers mal probieren möchte: http://goo.gl/VPZyA

sheimann
01
Unterschied Dropbox - Sugarsync

hier noch mal ein Vergleich zw. Sugarsync & Dropbox

http://youtu.be/zjEwKVFQaYI

Wanderfalke
01
Wuala

rockt!

nit rechts, nit links
04
Wuala Erfahrungsbericht

Ich bin zahlender Kunde bei Wuala und sehr zufrieden, funktioniert perfekt auf meinem Notebook und dem Android Handy. Ich habe deshalb Wuala genommen weil es A) nachvollziehbar sicher ist und B) in Europa daheim ist.

Mathias Steinlaus
 
01
Cloud vs Hosting

Während man bei der viel umworbenen Cloud auch die Userrechte (beschränkte Dateigröße pro Datei etc.) abgibt, behält man sich beim "klassischen" Hosting alle Rechte bei.

Mag praktisch sein, wenn man Musiksammlungen etc. zentral und für "unterwegs" allzeit bereit abrufbar haben möchte. Der "faule" User spart sich so sicherlich die Backupfunktion - was aber speziell bei Online gekauften Dokumenten und Musik/Videodatein sowieso kein Problem ist (laut diverser Anbieter!).

Vorteil Hosting: via ftp flott, die Dateigröße ist unbeschränkt und dazu noch bietet eine private oder kommerzielle Internetpräsenz, die sich auch noch merklich von Ramsch "FB & Co" sehr abhebt, eine individuellere Präsentation ;-)

heroe
03
danke

das ist eine superlist, kann ich gut brauchen – auch weil ich schon seit Jahren dropbox nütze, interessiert mich, was sich da sonst noch tut.

Avicenna
 
04
Und wohin ist myDatanest verschwunden?

Interessanter Artikel, gut recherchiert. Die einzelnen Möglichkeiten sind knapp aber ausreichend dargestellt mit den wichtigsten Vor-und Nachteilen. Allerdings: eine Frage bleibt unbeantwortet. Wenn, wie in meinem Fall ein Daten-Store einfach offline geht und mitsamt allen Daten nicht mehr zu finden ist im Netz, ist das schon ärgerlich! Natürlich sind alle Daten dort nur in Kopie, trotzdem eine Menge Arbeit für nix. Die Betreiber haben es auch nicht für nötig gehalten ihre Kunden wenigstens mit einem mail zu informieren à la "machts gut und danke für den Fisch". Seitdem misstraue ich auch dem 'Cloud-Konzept'. Altmodisch vielleicht, aber ich weiß doch ganz gerne wo meine Daten sich befinden und wer TATSÄCHLICH darauf Zugriff hat, wenn möglic

nit rechts, nit links
00
Geiz ist geil

Gratis Anbieter machen das so; als zahlender Kunde bei einem guten Anbieter wird das nicht passieren.

Nina von SafeSync
01
SafeSync

Sie haben in Ihrem Artikel SafeSync ja ganz vergessen! :-( http://de.trendmicro.com/de/produc... -solution/

es warat nämlich so:
00
frage

ich habe einiges an ungenutzem webspace (aber keinen eigener server), den ich gerne als cloud verwenden wuerde, ohne den umstaendlichen weg via FTP zu gehen. gibt es ein gutes tool, das von der bedienung her aehnlich ist wie dropbox (ordner im file manager, mobile apps etc) und das ich dafuer verwenden kann? tipps? sparkleshare und owncloud sind ja scheinbar nur bedingt dafuer geeignet...

mlen
00
antwort

ich hab vor kurzem mit python-django rumgespielt und ein kleines aber ganz brauchbares tool geschrieben: https://github.com/funkygadd... i/datapimp
brauchst halt python-support von deinem hoster.

bingoX
02
megaupload

zumindest muss jedem klar sein, dass die meisten dienste von einem tag auf den anderen auch wieder weg sein können und damit auch die daten.

martial
00

Dropbox synchronisiert ständig einen Festplattenordner mit dem Netzlaufwerk. Wenn die Firma morgen den Betrieb einstellt, hab ich meine Daten weiter lokal auf allen Geräten gespeichert von denen ich auf meinen account zugegriffen habe. Bei einigen der beschriebenen Dienste mag das anders sein, da ist ihr Einwand dann sehr berechtigt.

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