"Kein Entkommen" für Krassnitzer und Neuhauser: Top oder Flop?

"Spannung ohne Schnickschnack", so beschreibt Regisseur Fabian Eder diesen Fall über Kriegsverbrecher - Ist das gelungen?

"Kein Entkommen" hieß es am Sonntag für Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser im "Tatort". Zum Inhalt: Ein Student wird im Morgengrauen auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums getötet. Sonderermittler Moritz Eisner und seine Assistentin Bibi Fellner erkennen aber schon bald, dass der Mord eigentlich jemand anderem galt: Josef Müller, der in Wahrheit Mirco Gradic heißt, bittet die Polizei um Schutz, weil sein Leben von einer Gruppe serbisch-nationaler Kriegsverbrecher bedroht wird, die offenbar nach dem Krieg in Wien untergetaucht sind.

"Leichenreichster Tatort"

Ein Superlativ ist der Folge "Kein Entkommen" auf jeden Fall sicher: So viele Leichen gab es noch nie. Mit 15 Toten ist dieser "Tatort" der "leichenreichste" in der mehr als 41-jährigen Geschichte der ARD-Krimireihe, rechnete die Fanseite "tatort-fundus.de" aus. Bisheriger Rekordhalter mit 14 Leichen war im Jahr 2004 der Bremer "Tatort: Abschaum" mit Sabine Postel (als Inga Lürsen), in dem es um Satanismus ging.

"Spannung ohne Schnickschnack"

"Kein Entkommen" war nicht der erste "Tatort", bei dem Fabian Eder, der auch gemeinsam mit Lukas Sturm für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, Regie geführt hat. Eder: "Einen 'Tatort' machen zu dürfen ist eine besondere Auszeichnung, und natürlich ist es eine große Herausforderung, diesem anspruchsvollen und wachen Publikum gerecht zu werden."

"Spannung ohne Schnickschnack", so beschreibt Regisseur Eder diesen Fall. "'Kein Entkommen' ist ein Thriller, in dem es um eine Gruppe von nationalistischen Kriegsverbrechern geht, die sich nach ihren Gräueltaten im Jugoslawienkrieg nach Wien abgesetzt haben und von ihrer Vergangenheit eingeholt werden."

Recherche

Das gesamte Team habe "sehr genau recherchiert", sagt Fabian Eder, "daher ist der Film auch sehr geerdet und besteht aus durchwegs realistischen Komponenten. Wenn es uns gelingt, einige eingelernte Reflexe auszulösen und damit eine Diskussion über dieselben in Gang zu bringen, wäre das schon schön."

Mahrer: "Dieser 'Tatort' ist der beste, den ich je gesehen habe

Wiens Landespolizeikommandant Karl Mahrer zeigte sich jedenfalls begeistert: "Dieser 'Tatort' ist der beste, den ich je gesehen habe. Authentizität, realistische Szenen und sehr viel Gefühl - man zeigt auch, dass Polizistinnen und Polizisten Gefühl haben. Das ist ganz wichtig und selten in dieser Dichte gebracht worden."

Was sagen Sie zu diesem "Tatort", wie hat er Ihnen gefallen? Top oder Flop?

Update : Die "Tatort"-Folge "Kein Entkommen" verfolgten am Sonntagabend auf ORF 2 im Schnitt 955.000 ZuschauerInnen, das bedeutet einen Marktanteil von 29 Prozent. Auch in Deutschland kamen die Wiener Ermittler gut an: 7,6 Millionen Zuseher sahen dort die Verbrecherjagd der Kriminalisten Moritz Eisner und Bibi Fellner. (red/APA)

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