Entspannung zeichnet sich ab

3. Februar 2012, 13:47
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Nach dem Ausverkauf im zweiten Halbjahr 2011 sind die Papiere der Erste Group Bank wieder auf Erholungskurs

Die europäische Schuldenkrise wird tiefe Spuren in der 2011er-Bilanz der Erste Group Bank hinterlassen. Letzten Angaben zufolge erwarten die Wiener einen Verlust von 700 bis 800 Mio. Euro. Grund sind Firmenwertabschreibungen in Ungarn und Rumänien, zusätzliche Risikovorsorge und Aufwendungen aus Wertänderungen des CDS-Portfolios. Dass das Ergebnis bereinigt um außerordentliche Belastungen mit bis zu 950 Mio. Euro im Plus landen soll, ist nur ein schwacher Trost.

Nach der Gewinnwarnung im Oktober vergangenen Jahres hat sich die im August begonnene Talfahrt des Aktienkurses noch einmal beschleunigt. Allein zwischen dem 9. Oktober und dem 23. November 2011 hat sich die Notiz glatt halbiert. Erst bei knapp unter 10,50 Euro fand der Wert einen Boden - so tief notierte der Titel seit Anfang 2009 nicht mehr. Damals machten sich die Folgen der Pleite von Lehman Brothers in einem scharfen Kurssturz bemerkbar. Zwar konnte der Titel bis Silvester ein wenig aufholen. Mit einem Minus von über 61 Prozent hält die Erste-Aktie dennoch klar die rote Laterne im ATX. Zum Vergleich: Der Leitindex selbst hat knapp 35 Prozent verloren.
Seit einigen Tagen zeichnet sich jedoch Entspannung ab. Zum einen kommen positive Signale von den europäischen Anleihenmärkten - die angeschlagenen Staaten Italien und Spanien können sich wieder zu günstigeren Konditionen refinanzieren. Zum anderen hat auch die Erste Group selbst gute Nachrichten vorgelegt: Das Institut will eine 1,5 Mrd. Euro schwere Anleihe zurückzahlen, welche 2009 mit Hilfe von Staatsgarantien begeben wurde. Insgesamt hatte die Erste Group Bank 2009 vier Anleihen mit einem Gesamtvolumen von gut 4 Mrd. Euro mit Hilfe von Staatsgarantien emittiert - drei hat sie bereits getilgt.

Im Zuge der Erholungsrally sind auch Aktienanleihen auf die Erste Bank Group wieder interessant geworden. Ein Papier (ISIN CH0140810638) von EFG Financial Products zahlt im November 2012 einen Kupon von 16,0 Prozent p.a.
Zudem ist die Tilgung zum Nennwert vorgesehen, sofern die Aktie dann mindestens auf Höhe des Basispreises von 13,00 Euro steht. Gegenüber der aktuellen Notiz dürfte der ATX-Titel also um maximal 24 Prozent fallen, ohne die Maximalrendite von 11,1 Prozent bzw. 13,0 Prozent p.a. zu gefährden. Schließt er unter 13,00 Euro, ist die Lieferung von 76,92 Aktien pro Anleihe vorgesehen.

Fazit: Sollte sich die europäische Schuldenkrise weiter entspannen, stehen die Chancen gut, dass die Aktienanleihe auf die Erste Bank Group von EFG Financial Products die Maximalrendite von 11,1 Prozent abwirft. Doch selbst wenn der Basiswert am Ende der Laufzeit um knapp 24 Prozent tiefer steht als aktuell, ist diese nicht in Gefahr. Der große Puffer und die attraktive Renditechance machen das Papier kaufenswert.

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