Müllverbrennung Spittelau wird um 130 Millionen Euro umgebaut

3. Februar 2012, 14:14
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Hundertwasser-Look von teurem Umbau nicht betroffen - Ab 2015 wird kein Erdgas mehr benötigt

Wien - Die von Friedensreich Hundertwasser behübschte Wiener Müllverbrennungsanlage Spittelau wird bis 2015 technisch runderneuert. Dadurch soll die Effizienz gesteigert werden. Außerdem kann künftig auf fünf Millionen Kubikmeter Erdgas pro Jahr, die die Filteranlage derzeit noch benötigt, gänzlich verzichtet werden. Die Fernwärme Wien investiert in das Vorhaben rund 130 Millionen Euro. Das bunte äußere Erscheinungsbild des Baus bleibt unangetastet.

Im Zuge der Modernisierung werden u.a. beide Müllkessel, die Filter sowie Turbine und Generator ausgetauscht. Auf der Plus-Seite der Unternehmensbilanz werden sich die Maßnahmen nicht markant niederschlagen. "Wir werden es hinter dem Komma spüren", sagte Fernwärme-Geschäftsführer Thomas Irschik am Freitag in einer Pressekonferenz. Da die Kessel bereits 40 Jahre alt seien, gebe es jedenfalls "keine Alternative zum Umbau". Dieser soll trotz "ambitionierten Zeitplans" im Sommer 2015 abgeschlossen sein.

Arbeiten bei laufendem Betrieb

Der Großteil der Arbeiten, die im Mai starten, erfolgt bei laufendem Betrieb. Allerdings wird zwischen September 2013 und Februar 2014 die gesamte Anlage stillgelegt. Zu Problemen bei der Abfallentsorgung wird es dadurch aber nicht kommen, versicherte Umweltstadträtin Ulli Sima. Einerseits kompensierten andere Müllverbrennungsanlagen den Ausfall, andererseits könne Mist im - bis dahin fertiggestellten - Abfalllogistikzentrum in Simmering zwischengelagert werden.

Der zu sanierende Bau in der Spittelau verwertet jährlich rund 250.000 Tonnen Müll. Durch die im Abfall enthaltenen Energieressourcen werden Strom und Wärme erzeugt. So wird etwa Österreichs größtes Spital, das AKH, mit Hochtemperaturwärme bzw. Fernkälte aus der Spittelauer Müllverbrennungsanlage versorgt.

Eigenstromleistung wird verdreifacht

Durch die Modernisierung kann die Eigenstromleistung des Werks auf 13 Megawatt verdreifacht werden, wodurch für den Betrieb künftig weniger externe Energie aufgewendet werden muss. Gleichzeitig brauchen die neuen Filtersysteme kein Erdgas mehr. Derzeit werden davon noch fünf Millionen Kubikmeter jährlich benötigt.

Laut Co-Geschäftsführer Gerhard Fida werden zu Spitzenzeiten an die 200 Bauarbeiter werken. Passanten dürfte vor allem der 92 Meter hohe rote Kran auffallen, der für die nächsten Jahre die Skyline des Grätzels entscheidend mitprägen wird. (APA)

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    Die Müllverbrennungsanlage wird auf den neusten technischen Stand gebracht, das bunte äußere Erscheinungsbild des Baus bleibt dabei unangetastet.

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