Der winzige Vorsprung und die große Genugtuung

3. Februar 2012, 16:36
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Klaus Kröll sorgt für ersten ÖSV-Abfahrtssieg der Saison - Bei Minus 16 Grad waren die Zeitabstände minimal

Chamonix - Das lange Warten hat doch noch ein Ende gefunden. Und für die diesbezügliche Erlösung sorgte Klaus Kröll, der einzige im aktuellen österreichischen Team, der schon Erfahrung mit einem Abfahrtssieg hat. "Das war ein brutal knappes Rennen. Ich habe so geschwitzt im Ziel beim Warten, weil ich oben so schlecht gefahren bin. Die Genugtuung ist aber jetzt umso größer", sagte der Steirer, nachdem er geschafft hatte, was zuletzt dem mittlerweile zurückgetreten Michael Walchhofer im März des vergangenen Jahres in Kvitfjell gelungen war, nämlich als Österreicher eine Abfahrt zu gewinnen.

Der 31-Jährige tat dies mit dem kleinstmöglichen Vorsprung, distanzierte den US-Amerikaner Bode Miller um das Hundertstel einer Sekunde. Just in Chamonix, wo nach den verkürzten Rennen in Kitzbühel und Garmisch-Partenkirchen wieder auf der ganzen Strecke gesportelt wurde, lagen die ersten fünf innerhalb von acht Hundertsteln. Der Schweizer Didier Cuche, zuletzt zweimal Sieger, riss einen Rückstand von vier Hundertsteln auf, die beiden Vierten, der Tiroler Romed Baumann und Erik Guay, Weltmeister aus Kanada, waren um acht Hundertstel zu langsam für den Sieg.

Der zweifache Juniorenweltmeister Kröll feierte den insgesamt vierten Weltcuperfolg seiner Karriere, den dritten in der Abfahrt nach Kvitfjelll 2009 und Wengen 2011. 2009 nahm er sich auch den Super-G in Kitzbühel.

Zwischenzeitlich freilich hatte er seine Zweifel gehabt. Denn als er als Führender im Ziel wartete, schreckte ihn Miller, der im oberen Teil um rund eine halbe Sekunde schneller war. "Da habe ich gedacht, dass es mit dem Sieg schon wieder nichts wird", sagte der Öblarner, der in der diesjährigen Saison bereits drei dritte Plätze gesammelt hat. Im Abfahrts-Weltcup liegt Kröll als Zweiter 40 Punkte hinter Cuche.

Am Samstag findet in Chamonix eine zweite Abfahrt statt, am Sonntag eine Super-Kombi. (bez, DER STANDARD, Printausgabe, 4./5.2.2012)

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    Bestzeit für Klaus Kröll (31). Bei minus 16 Grad brauste er zu seinem vierten Weltcupsieg.

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    Durch vier Hundertstel getrennt: Miller, Kröll und Cuche.

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