Quotenschwund: Auch österreichisches Publikum mag Gottschalk nicht sehen

3. Februar 2012, 13:01
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Am Donnerstag nur mehr 33.000 heimische Zuseher, nur 4.000 unter 49 Jahren - ARD will dem Entertainer Zeit geben

Am 23. Jänner waren noch 108.000 Österreicher beim Start von "Gottschalk live" in der ARD dabei, bereits am nächsten Tag schalteten nur mehr 50.000 Gottschalk-Fans ein. Am Donnerstag waren es nur noch 33.000 heimische Seher, das entspricht einem Marktanteil von 1,3 Prozent.

Als Fangemeinde des einstigen Familien-Entertainers entpuppt sich vor allem die alte Generation: In der werberelevanten Zielgruppe der 12- bis 49-Jährigen hatte Gottschalk am Donnerstag lediglich 4.000 Zuseher, bei den Jungen zwischen 12 und 29 Jahren war die Zuschauerzahl nicht messbar.

In Deutschland sieht die Quote ähnlich schlecht aus. Nach einem Start mit 4,34 Millionen Zusehern, schalteten am Donnerstag 1,42 Millionen ein. In der deutschen "Bild"-Zeitung räumte der Entertainer nun erneut ein, dass in seiner neuen Vorabendshow noch nicht alles rund läuft. "Letzte Woche bin ich mit meiner neuen Vorabendshow quotenmäßig Achterbahn gefahren, diese Woche U-Bahn", schrieb der 61-Jährige in einem Beitrag in der Freitagsausgabe. "Nächste Woche, so Gott und die Zuschauer wollen, geht es ja vielleicht mit der Bergbahn nach oben."

ARD will dem Entertainer Zeit geben

Die ARD demonstriert nach außen Gelassenheit. Den Inhalt der Show, die sich nach zwei Wochen als eine Art Gemischtwarenladen mit viel Produkt-PR der Gäste und reichlich Programmwerbung präsentiert, will die Programmdirektion nicht ändern. "Den inhaltlichen Kurs der Sendung bestimmen Thomas Gottschalk und sein Redaktionsteam", sagte ein ARD-Sprecher am Freitag. "Das ist auch richtig so, denn 'Gottschalk Live' ist eine halbe Stunde, die zu 100 Prozent von der Persönlichkeit des Moderators geprägt wird."

Könnte vielleicht die Reißleine gezogen werden, bevor die ARD und Gottschalk ihr Image gemeinsam verspielen? "Thomas Gottschalk hat es heute selbst auf den Punkt gebracht. "Wir versuchen das, wonach alle geschrien haben: etwas ganz Neues. Und das kann dauern", sagte der Sprecher und ergänzte: "Die ARD wird ihm dazu Zeit und Luft lassen." Gottschalk ist nach seinem Abschied im Dezember vom ZDF-Klassiker "Wetten, dass..?" seit 23. Jänner bei der ARD viermal pro Woche auf Sendung. (APA)

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