Menschenrechtsorganisation berichtet von Folter und Erschießungen
New York - Die Menschenrechtsorganisation Human Rights
Watch (HRW) hat den syrischen Sicherheitskräften gezielte Folterung
und Tötung von Kindern zur Einschüchterung der Opposition
vorgeworfen. Allein aus dem vergangenen Jahr seien zwölf solcher
Fälle bekannt, teilte HRW am Freitag mit. Es seien Kinder
verschleppt, gefoltert und erschossen worden. Mehrere Kinder, zum
Teil nicht älter als 13 Jahre, berichteten HRW, von Soldaten oder
Sicherheitskräften eingesperrt und brutal geschlagen worden zu sein.
Zudem seien sie mit Elektroschocks traktiert, mit Zigaretten
verbrannt oder stundenlang mit Handschellen am Boden gefesselt
worden.
Der syrischen Führung warf HRW vor, Schulen des Landes "in
Haftanstalten und Militärstützpunkte umgewandelt" zu haben. Zur
Verteidigung der Gebäude hätten "Freischärler" auch Kinder
erschossen. Die Vereinten Nationen müssten für ein Ende der Gewalt
sorgen, forderte HRW. Der UNO-Sicherheitsrat hatte seine
Verhandlungen über eine Syrien-Resolution am Donnerstag in New York
vertagt. Eine Verurteilung der Gewalt scheitert bisher vor allem an
Russland. In Syrien gibt es seit vergangenem März massive Proteste
gegen das Regime von Präsident Bashar al-Assad. Nach UNO-Angaben
wurden mehr als 5400 Menschen getötet. (APA)