Orange-Chef Krammer: Konsolidierung bringt günstigere Preise

3. Februar 2012, 12:35
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    foto: apa

    Orange-Chef Michael Krammer (51)

Krammer wird als potenzieller Nachfolger von Telekom-Chef Hannes Ametsreiter gehandelt

Orange-Chef Michael Krammer (51) erwartet von der Übernahme von Orange durch "3" (Hutchison) Vorteile für die Kunden und den Wirtschaftsstandort. Denn ohne dieser Marktbereinigung wäre der Preiskampf auf Kosten der Netzinvestitionen und der Servicequalität gegangen, meinte er am Freitag. Letztendlich bringe die Konsolidierung den Kunden günstigere statt teurere Preise. Für die Kunden ändert sich zumindest im nächsten halben Jahr nichts, beide Marken würden unabhängig voneinander weiter geführt.

"Sicher nicht"

Wie es mit ihm selbst weitergeht wollte Krammer nicht kommentieren, Chef des fusionierten Unternehmens werde er jedenfalls "sicher nicht". Der ehemalige Bundesheer-Offizier und leidenschaftliche Radfahrer hatte die Marke "tele.ring" groß gemacht und mit dem Slogan "Weg mit dem Speck" den beinharten Preiskampf in Österreich eingeläutet. Vor seinem Wechsel an die Spitze von Orange war Krammer Chef des deutschen Mobilfunkers ePlus.

Wird als Nachfolger von Telekom-Chef Hannes Ametsreiter gehandelt

Er wird branchenintern als potenzieller Nachfolger von Telekom-Chef Hannes Ametsreiter gehandelt, sollte dieser über die zahlreichen Affären in der Telekom Austria stürzen. Gestern war bekanntgeworden, dass der komplette ehemalige Vorstand der Telekom in den Korruptionsskandalen von der Justiz als Beschuldigte geführt wird. Ametsreiter selbst war zu dieser Zeit allerdings nicht Mitglied des Vorstandes, sondern Marketingchef der Mobilfunktochter Mobilkom. Der Vater dreier Kinder und Hobbysportler könnte es sich nach dem seinerzeitigen Verkauf von tele.ring an T-Mobile Austria auch leisten, in den Frühruhestand zu gehen.

Die größten Synergieeffekte durch die Übernahme von Orange durch "3" sieht Krammer in der Technik. Derzeit habe Orange rund 5.000 und "3" um die 4.000 Standorte, künftig würden lediglich bis zu 6.000 Masten benötigt.

Eines der 150 größten Unternehmen

Krammer übergibt mit Orange eines der 150 größten Unternehmen des Landes. Marktbeobachter wunderten sich bei auftauchen der Übernahmegerüchte, wie es sein könne das die profitable Orange von einem Unternehmen gekauft werde, dass selbst nach Jahren nur sehr schwer aus den Startlöchern kam. Branchenweit war erwartet worden, dass bei einer Marktkonsolidierung "3" geschluckt werde. Aber es wurde die Rechnung ohne Hutchison-Konzernchef Li Ka-Shing gemacht, der sehr viel Geld in die Hand nahm und einen gewaltigen Netzausbau initiierte sowie die Konkurrenz mit Kampfpreisen irritierte. Ka-Shing war mit 12 Jahren von China in die damalige britische Kronkolonie Hongkong geflüchtet und gilt heute als reichster Mann Asiens.

Bis Ende 2010 hatte Orange nach Eigenangaben rund 2 Mrd. Euro in Österreich investiert und damit zuletzt 99 Prozent der österreichischen Bevölkerung mit GSM und knapp drei Viertel mit UMTS/HSPA+ versorgt. Mit mittlerweile 97 Orange Shops und über 1.700 Vertriebsstellen verfügt Orange über das größte Shop-Netz aller Betreiber und ist nach Hartlauer zur größten Elektrohandelskette des Landes aufgestiegen. Dem Vernehmen nach soll sich die Orange-Mutter France Telecom nach dem Ausstieg in der Schweiz und Österreich auch von den Beteiligungen in Portugal und Rumänien trennen wollen.

Genehmigung

Bei Zusammenschlüssen von Mobilfunkunternehmen in Österreich ist - neben den Zuständigkeiten der Wettbewerbsbehörden - vorab die Genehmigung der Telekom-Control-Kommission (TKK) einzuholen, hieß es am Freitag von der Regulierungsbehörde zur APA. Anknüpfungspunkt für die Zuständigkeit der TKK ist die Nutzung von Frequenzen, die in diesem Fall von der TKK für den Staat verwaltet werden. Prüfungsgegenstand ist der Wettbewerb. Wenn durch einen Zusammenschluss oder eine Frequenzüberlassung der Wettbewerb beeinträchtigt wird, sind entsprechende Auflagen zu verhängen. Ist aber zu befürchten, dass trotz der Auferlegung von Auflagen der Wettbewerb durch die (geänderte) Frequenzverwendung beeinträchtigt wird, ist die Änderung der Frequenznutzung zu untersagen. Bisher wurde der Regulierungsbehörde eine Übernahme noch nicht angezeigt.

Wettbewerbshüter können es sich nach APA-Informationen nur schwer vorstellen, dass auf einem Markt eine Reduktion von vier auf drei Unternehmen keine Auswirkungen auf den Wettbewerb hat. Dies gelte insbesondere für den Mobilfunksektor, von dem ein hoher Wettbewerbsdruck auch auf das Festnetz ausgehe. (APA)

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14 Postings
schon joeh
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ganz unrecht hat er nicht

bei umts war österreich einer der ersten, von lte hört man noch nicht viel.

aber so wie es derzeit aussieht, bin ich und wahrscheinlich 90% der anderen kunden mit umts und billigen tarifen rundum zufrieden. fürs surfen und youtube am handy reicht es völlig aus.

scooby doo
01

Wird als Nachfolger von Ametsreiter gehandelt? Soll leicht in 5 Jahren A1 an einen Mitbewerber verkauft werden?

Telekom-Unternehmen zu verscherbeln kann er scheinbar hervorragend!

saifalislam
00
Der...

...duerfte ein nettes Ausstiegspackage bekommen wenn er so Unsinn von sich gibt. Klar dass die Endkunden draufzahlen werden. Warum sollten die Telekombetreiber nicht das schaffen, was die Energieversorger schon lange machen?

PepiOnkel
01
wichtig ist das der verantwortliche von bisherigen

bestandskundenhetzen weg ist.

Wolfgang Ullram
11
Krammer wird als potenzieller Nachfolger von Telekom-Chef Hannes Ametsreiter gehandelt

na servas

a1 preise mit orange null service

tödliche kombi!

fritzobel
10
Aha

bin ja gespannt, was sein Anteil (und der von Sabine Bauer) an Orange jetzt wert war. Bei telering hat er ja schon einmal abgecashed

Der Wappler
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Der Wappler liebte Orange auch ein wenig

Kramer, go home! You have trayed my loved T-Mobile!

Whitesnake83
01

Ich behaupte mal "Weg mit dem Speck" war nicht seine Idee, er hat sie maximal genehmigt.

Jesus Christ Superstar
10

nicht unterschätzen. 1000 gute werbeideen sind schon von telco-ceo's/cmo's umgebracht worden. wenn mal einer eine solche erkennt und umsetzen lässt: alle achtung!

angehender Medientechniker
 
03
Weniger Konkurrenz führt zu besseren Preisen und mehr Wettbewerb.

*Ba-Dum-Tss*

Daniel Sokolov
 
00

Je stärker der Wetbewerb, umso mehr konvergieren die Preise zu den Grenzkosten des günstigsten Anbieters. 3 war schon bisher der effizienteste Anbieter, das dürfte nach Abschluss der Orange-Integration noch besser werden (Skaleneffekte). Aber dass das Wettbewerbsniveau gehalten werden kann, bezweifle ich.

RAGE
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gibt es schon neue zahlen (2010,2011) mit den
tatsächlichen kosten der netzbetreiber ? die kosten
für 2010 beruhen ja auf (betreibereigenen) hochrechnungen aus dem jahr 2008 (3.quartal).
drei hat ja den verbrauch in den jahren 2007 und 2008
durch diverse geschenke (gratis datensim, gratis
datenzusatzpaket 1gb und zum schluss 3 gb, sixback)
in die höhe getrieben. damit spart sich drei einiges
an terminierungsentgelt. drei ist vielleicht auf dem papier der effizienteste anbieter, schreibt aber als einziger keinen gewinn. mfg

DieFizinuss
00

naja, so generell kann man das sicher nicht sagen. ich kann mir aber schon vorstellen, dass die konsolidierung de smobilfunkmarktes in österreich diesen effekt haben könnte, da sich die kosten von 3&oragen verringern werden und somit weiter spielraum entsteht die tarife zu senken.

Zwonko die Ratte
00
Heuschrecke!

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