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Kairo - Er ist Ägyptens größter Fußballstar. 2006 und 2008 hatte Mohamed Aboutrika sein Land zum Sieg beim Afrika-Cup geführt. Seit dem Gewaltausbruch am Mittwochabend in Port Said, der mindestens 74 Menschenleben gefordert hat, will der 32-jährige Spielmacher vom Fußball nichts mehr wissen. "Fußball kann zur Hölle fahren, wenn das die Situation ist", sagte der Superstar des Kairoer Klubs Al-Ahli offensichtlich schwer bewegt.
Gleich mehrere Spieler des Hauptstadtklubs, dessen Fans sich im Widerstand gegen den früheren Machthaber Hosni Mubarak und gegen den derzeit herrschenden Militärrat an vorderster Front gezeigt haben, haben nach den Krawallen in der Hafenstadt angekündigt, nie wieder Fußball spielen zu wollen. Die Kicker des in der Provinz verhassten Serienmeisters waren mit ihren Trainern und zahlreichen weiteren Menschen in die Kabinen geflüchtet.
Aboutrika erlebte eine besonders große Tragödie. "Ein Bub ist in seinen Armen gestorben", schilderte Al-Ahlis Co-Trainer Oscar Elizondo der Nachrichtenagentur dpa. "Er hat versucht, das Kind hinauszubringen." Es blieb beim Versuch, der Star das ägyptischen Nationalteams zeigte sich schwer betroffen. "Die Spieler sind zutiefst erschüttert", sagte der Argentinier Elizondo, der seit rund einem Jahr in Ägypten lebt und auch von politisch gefärbter Gewalt sprach.
"Die Verletzten kamen und gingen", erzählte Elizondo. Der Assistent des portugiesischen Erfolgstrainers Manuel Jose hatte sich mit seinem Team und rund 500 anderen Menschen in der Kabine eingeschlossen und blieb unverletzt. "Die Verletzten kamen und gingen. Und leider mussten wir zusehen, wie einige auf dem Fußboden starben." In der Kabine sei jegliches Zeitgefühl verloren gegangen. Die Menschen seien hysterisch gewesen, Gespräche aufgrund der Lautstärke unmöglich gewesen. Elizondo: "Ich habe mich noch nie in meinem Leben so gefürchtet." (APA)
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