WKR-Demo: Was wirklich passiert ist

3. Februar 2012, 15:28
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Tränen und Todesangst - Trotz ausfühlicher Berichterstattung blieben noch einige Fragen offen - derStandard.at hat bei der Polizei nachgefragt

Frage: Welche Zwischenfälle ereigneten sich während der Demonstration gegen den Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) wirklich?

Antwort: Es gab Sitzblockaden während der Demo in verschiedenen Seitengassen, um den Zutritt zum Ball zu behindern. Außerdem wurden pyrotechnische Gegenstände verwendet. Es gab Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und Widerstand gegen die Staatsgewalt.

Frage: Stimmt es, dass Sprengsätze sichergestellt wurden?

Antwort: Ja. Es handelt sich dabei nach ersten Untersuchungen um ein hochexplosives Selbstlaborat mit 1,23 Kilo. Ein genaueres Untersuchungsergebnis steht noch aus. Die Person mit dem Sprengstoff wurde festgenommen.

Frage: Gab es Brandanschläge auf Häuser?

Antwort: Ja. Es handelte sich um versuchte Brandstiftung. Einmal in der Strozzigassse, möglicherweise aber noch in einer weiteren.

Frage: Wie viele Verletzte gab es? Wie viele davon waren Ballgäste?

Antwort: Es gab fünf verletzte Beamte und am Demotag selbst drei leicht verletzte Ballgäste. In der Folge wurden aber weitere Anzeigen wegen Verletzungen erstattet. Die definitive Zahl ist aber noch nicht bekannt.

Frage: Warum wurden 20 Personen festgenommen und was ist mit ihnen passiert?

Antwort: Neun wurden wegen gerichtlich strafbarer Handlungen (Körperverletzung, Sachbeschädigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt) festgenommen, elf wegen verwaltungsrechtlicher Übertretungen (haupsächlich wegen Ordnungsstörungen). Sie wurden nach ihrer Vernehmung alle freigelassen und auf freiem Fuß angezeigt.

Frage: Wie ist der Ermittlungsstand im Fall des ehemaligen Bundesrats-Mitglieds Albrecht Konecny, der eigenen Angaben zufolge von einem Mann mit einem Schlagring attackiert wurde?

Antwort: Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine Informationen. Der Fall wird noch behandelt. Mit ersten Ermittlungsergebnissen kann erst nächste Woche gerechnet werden.

Frage: FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat davon gesprochen, dass die Ballbesucher um ihr Leben fürchten mussten. Haben Leute geweint und geschrien? Hatten ihre Kollegen auch Todesangst?

Antwort: Natürlich wurde im Zuge der Versammlung geschrien. Unsere Kollegen hatten aber sicher keine Todesangst. (wik, derStandard.at, 3.2.2012)

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    Die Polizei gibt Antworten auf offene Fragen.

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