Gehaltsranking: Mahnung zum Blick auf den Einkauf

3. Februar 2012, 17:00

In der Energiebranche verdienen Einkäufer in Österreich am besten. Insgesamt ortet die erste umfassende Studie zum Einkauf rundum Nachholfbedarf

Schlusslicht im Gehaltsranking der Einkäufer ist der Dienstleistungssektor: Einkäufer erhalten dort ein durchschnittliches Jahresgehalt von 47.000 Euro. Das hat die erste österreichische Einkäufergehaltsstudie ergeben, die von der Personalberatung Penning Consulting, den Einkaufsspezialisten von Kerkhoff Consulting und dem Forum Einkauf des Österreichischen Produktivitäts-und Wirtschaftlichkeits-Zentrums (ÖPWZ) durchgeführt worden ist. Befragt wurden im Vorjahr erstmals 175 österreichische Unternehmen aller Industrien und Größen.

"Die Branche bestimmt die Verdienstmöglichkeiten im Einkauf", sagt Stephan Penning, geschäftsführender Gesellschafter der Personalberatung Penning Consulting. "Aber auch die Größe des Unternehmens und die Höhe des Einkaufsvolumens beeinflussen maßgeblich die Vergütung von Einkäufern in Österreich." Die Studie belegt: Einkaufsleiter großer Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 100 Mio. Euro werden signifikant höher vergütet. Sie erhalten rund 40 Prozent mehr Gehalt als ihre Kollegen in Unternehmen mit weniger als 100 Mio. Euro Umsatz. Das durchschnittliche jährliche Gehalt von Einkaufsleitern aller Branchen in Österreich betrug im vergangenen Jahr 82.000 Euro.

Gehaltsschere

"Trotz der eindeutigen Korrelation von Unternehmensgröße und Gehalt werden die Spitzengehälter bei den Befragten jedoch nicht ausschließlich bei den größten Unternehmen bezahlt", sagt Penning. "Aufgrund von flachen Hierarchien und der Möglichkeit, somit schnell Verantwortung zu übernehmen, zahlen auch Unternehmen mit 100 bis 250 Mitarbeitern Spitzengehälter." Zudem sei die Gehaltsschere bei Spezialisten oder erfahrenen Sachbearbeitern bei großen und kleinen Unternehmen nicht so groß wie bei Führungskräften. So beziehen zum Beispiel "strategische Einkäufer" bei großen Unternehmen durchschnittlich nur 20 Prozent mehr Gehalt. Nur ein Drittel der Einkäufer in Österreich erhält neben dem Grundgehalt eine variable Vergütung.

Auch bei den Führungskräften, den Einkaufsleitern, hat gerade jeder Zweite eine Bonusvereinbarung. Bei Einkaufsleitern kleiner Unternehmen sind es sogar nur 41 Prozent. Ihr durchschnittlicher Bonus liegt bei rund 4000 Euro. Einkaufsleiter von großen Unternehmen mit mehr als 100 Mio. Euro Jahresumsatz erhalten im Durchschnitt das Vierfache als variablen Gehaltsbestandteil. "Einkäufer werden nicht ausreichend motiviert, einen exzellenten Job zu machen", sagt Stephan Penning.

"In österreichischen Einkaufsabteilungen gibt es aktuell kaum differenzierte Vergütungssysteme auf Basis spezifischer Steuerungs- und Messgrößen", so Gundula Jäger, Geschäftsführerin des Wiener Büros der Einkaufsberatung Kerkhoff Consulting. Im Gegensatz zu den Kollegen im Vertrieb werden Einkäufer in Österreich schlecht motorisiert. Nur 17 Prozent der Befragten verfügen über ein Firmenfahrzeug. "Einkäufer verdienen, auch unter Berücksichtigung des Gesamtpaktes, im Vergleich häufig immer noch signifikant schlechter als Mitarbeiter in anderen betriebswirtschaftlichen Disziplinen", so Penning.

Gute Prognose

Aktuell finde aber ein Paradigmenwechsel statt. Die größere strategische Bedeutung des Einkaufs werde in den kommenden Jahren dazu führen, dass die Gehälter steigen. Schon heute tun sich Unternehmen in Österreich schwer, Nachwuchs zu rekrutieren. Die Besetzung von Vakanzen dauert im Durchschnitt acht Monate und länger. 83 Prozent der Befragten gaben an, keinen Nachfolger für strategische Schlüsselpositionen im Einkauf zu haben. "Für Unternehmen kommt es jetzt darauf an, die Weichen in den Anreizsystemen richtig zu stellen und junges Spitzenpersonal an Bord zu holen, das über die Jahre zu Verantwortungsträgern aufgebaut werden kann." (kbau, DER STANDARD, Printausgabe, 4./5.2.2012)

Share if you care
5 Postings

das ist aber ein hübsches klapprad

wo krieg ich sowas mit einer ablagefläche, damit ich die tasche nicht ganz so unschön zwischen die beine klemme und einhändig fahre?

es ist ein birdy...

...und hinten scheint ein topeak beam rack montiert zu sein, da könnte man ein MTX office bag raufgeben. Aber ich verstehe die Frage - die edle Ledertasche will auch edel transportiert werden und dem Problem sollte sich ein guter Ausstatter einmal annehmen.
Und ich finde es sehr erfrischend, dass unter diesem Artikel nicht über Ausstattungsvarianten des A6 diskutiert wird. Das gibt Hoffnung für die zukünftige Lenkung der Wirtschaft.

naja in vielen branchen ist das gehalt ja nur *ein* bestandteil des einkommens beim einkäufer.

Nur ein Drittel der Einkäufer in Österreich erhält neben dem Grundgehalt eine variable Vergütung.

Von dem her haben 2/3 ein fixes Gehalt und keine weitere variable Vergütung.

jaja, und wieviel "Bonus" pro Jahr bekommen Einkaeufer durchschnittlich als Kickbacks?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.