Griechenland-Geldgeber suchen weitere Milliarden

3. Februar 2012, 12:24
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Das neue Rettungs-Paket könnte ein Volumen von 145 bis 150 Milliarden Euro haben

Brüssel - Die internationalen Geldgeber brauchen für ein neues Rettungspakt für das hochverschuldete Griechenland mehr Milliarden als bisher angenommen. Extra-Mittel seien nötig, da die Wirtschaft in dem Krisenland schlechter laufe als erwartet, sagten EU-Diplomaten am Freitag in Brüssel.

Das neue Paket könnte einen Umfang von 145 bis 150 Mrd. Euro haben. EU und Internationaler Währungsfonds (IWF) waren bisher von 130 Mrd. Euro ausgegangen. Die "Troika" mit Experten von Kommission, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) verhandelt derzeit in Athen über die neuen Hilfen.

Diplomaten berichteten, dass die Kommissionsvertreter in der Troika mehr auf die Budgetsanierung pochten, während die IWF-Mitglieder auf Strukturreformen drängten. Umstritten sind demnach vor allem Lohnkürzungen.

Deutlich sei inzwischen, dass die Einbeziehung von Banken und Versicherungen - sie nehmen einen Schuldenschnitt hin - nicht ausreicht, um Griechenland auf die Beine zu bekommen. "Die Privatsektorbeteiligung reicht nicht aus, um den Schuldenstand bis zum Ende des Jahrzehnts auf 120 Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken", sagte ein Experte.

Die Geldgeber setzen darauf, dass auch die EZB und nationale Notenbanken an Bord kommen. Da die EZB griechische Staatsanleihen unter Marktwert gekauft habe, könnte sie auf künftige Gewinne verzichten. Das Vorhaben ist aber heikel, da die Notenbanken unabhängig sind und von der Politik nicht gezwungen werden können, bei der Griechenland-Rettung mitzuziehen. Der Schritt müsste also freiwillig sein.

Griechenland hat bereits ein Paket mit einem Umfang von 110 Mrd. Euro, das aber nach Einschätzung der Euro-Finanzminister aus dem Ruder gelaufen ist, weil sich Athen nicht an Vereinbarungen hielt. Das neue Paket kann erst endgültig geschnürt werden, wenn in Athen die Verhandlungen zwischen Bankenvertretern und der Regierung beendet werden. Das soll in den nächsten Tagen geschehen.

 

Am Montag wird entgegen ursprünglicher Planungen doch kein Treffen der Finanzminister der Eurogruppe in Brüssel stattfinden. Wie am Freitag aus Ratskreisen verlautete, werde es am Montag zu keinem entsprechenden Treffen kommen. Ein Ersatztermin war am Freitag noch unbekannt.

Kein Gipfel am Montag

Am Montag wird entgegen ursprünglicher Planungen doch kein Treffen der Finanzminister der Eurogruppe in Brüssel stattfinden. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos hatte am Dienstag nach dem EU-Gipfel ein bisher nicht geplantes Treffen der Finanzminister der Eurogruppe in Brüssel angekündigt. Im Mittelpunkt sollte die Lage in Griechenland in Zusammenhang mit dem angepeilten Schuldenschnitt der privaten Gläubiger und das griechische Spar- und Stabilisierungsprogramm, hieß es.

Die Verhandlungen mit den Banken über einen Schuldenschnitt und das neue Spar- und Stabilisierungsprogramm laufen in Athen auf Hochtouren. Private Gläubiger sollen auf einen Großteil ihrer Forderungen gegenüber Athen verzichten, um dem hoch verschuldeten Euroland wieder auf die Beine zu helfen. (APA)

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    Griechenland hat bereits ein Paket mit einem Umfang von 110 Milliarden Euro, das aber nach Einschätzung der Euro-Finanzminister aus dem Ruder gelaufen ist, weil sich Athen nicht an Vereinbarungen hielt.

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