Ablöse

Wayland: X.org-Nachfolger auf dem Weg zur Version 1.0

Andreas Proschofsky, 3. Februar 2012, 13:16

Erste stabile Version soll schon bald veröffentlicht werden - Toolkit-Support auf bestem Weg

Bereits seit geraumer Zeit wird Wayland als Nachfolger für den in die Jahre gekommenen X.org-Grafikserver gehandelt, bislang verblieb die Software allerdings in ihrem experimentellen Statuts. Dies soll sich nun bald ändern: Wie der bei Intel beschäftigte Hauptentwickler Kristian Høgsberg in einem für die am Samstag startende Fosdem Interview verrät, visiert man die baldige Veröffentlichung einer stabilen Ausgabe der Software an.

Stabil

Wayland 1.0 soll vor allem eine wichtige Signalfunktion für das weitere Linux-Ökosystem haben, immerhin erklärt man die Schnittstellen damit als stabil. Darüber hinaus betont Høgsberg, dass der Display-Server mittlerweile ohne spezielle Patches für andere Softwarekomponenten betrieben werden kann, sowohl im Kernel als auch bei Mesa seien alle notwendigen Veränderungen mittlerweile in die offiziellen Versionen eingeflossen. Dies gilt natürlich nur in Bezug auf die freien Treiber, die Binär-Treiber von Nvidia und ATI brauchen noch weitere Anpassungen bevor sie mit Wayland zusammenarbeiten.

Toolkits

Um einen wirklich alltagstauglichen Linux-Desktop mit Wayland betreiben zu können, bedarf es natürlich noch einiger Anstrengungen an anderer Stelle, müssen doch auch die einzelnen Programme ihre X-Abhängigkeiten entfernen. Dazu ist es vor allem nötig, dass die jeweils genutzten Toolkits auf Wayland portiert werden. Mit Qt und GTK+ sind die zwei meistgenutzten Toolkits hier auf dem besten Weg dieses Ziel baldigst zu erreichen, auch für die 3D-Bibliothek  Clutter und für EFL gibt es bereits erste Portierungen. Wirklich problematisch könnten hingegen jene Programme werden, die eigene (oder weniger gebräuchliche) Toolkits verwenden, etwa LibreOffice mit seinem sehr speziellen VCL.

Überlegungen

Die Notwendigkeit für Wayland sieht Høgsberg darin, dass X.org vor vielen Jahren unter ganz anderen Voraussetzungen entwickelt wurde, mittlerweile viele Hacks vorgenommen werden mussten, um die von von modernen Desktops erwartete Funktionalität überhaupt zu ermöglichen. Wayland ist von Beginn an wesentlich schlanker konzeptioniert und soll somit nicht zuletzt eine bessere Performance ermöglichen. (apo, derStandard.at, 03.02.11)

motd
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Wayland wird kein X-Nachfolger

Eher eine Alternative
Also ich möchte zb Netzwerktransparenz nicht wissen.

her wig
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Performance ist wirklich ein Nachteil von Linux mit X, am alten Laptop ruckelt es deutlich mehr als ein WinXP.

Sir Harry....
10
Das soll nicht unbedingt die alleinige Schuld von X sein.

Denn die Grafikkarten Treiber für Linux sind bei Weitem nicht so gut, wie die für Windows.

AMD ist hier das beste Beispiel: Grafikkarten, die unter Windows hervorragend funktionieren, sind unter Linux kaum brauchbar.

NVidia tut hier viel mehr: mit dem Ergebniss, dass ihre Karten unter Linux praktisch ein Muss sind.

Bei den Notebooks ist es ohnehin schwierig: hier kommen oft Intel-Chips zum Einsatz, die nur schlecht unterstützt werden.

LostinSpacetime
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die intel oss-treiber sind jetzt auf jeden fall vergleichbar mit den windows treibern. sie wurden letztlich ziemlich umgebaut, aber sie sind jetzt stabil, sehr schnell(desktop) und stromsparend.
es macht auch sinn dass sich intel richtig mühe gibt, schließlich verwenden die chromebooks diese treiber. wenn man nicht spielt gibts eindeutig nichts besseres für linux

STiAT
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Aber das auch erst kürzlich. Erst seit 3.2 funktionieren die Intel-Dinger wieder wie sie sollen ;-).

booman
 
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das ist so nicht ganz richtig. die energiesparfunktion zb konnte man jederzeit wieder manuell mittels kernel-parameter aktivieren

aceFruchtsaft
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Gerade Intel-Chips werden recht gut unterstützt, auch wenn es gelegentlich Bugs gibt, wie z.B. mit den Stromsparmodi für SNB.

Immerhin unterstützen die Intel-Treiber KMS und XRandR, was die von Nvidia nicht tun. Und sie sind zudem vollständig open source.

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