Fixierung von Patienten

3. Februar 2012, 11:14
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26 Todesfälle in Deutschland analysiert - Kontinuierliche Überwachung von fixierten Patienten erforderlich

München/Wien - Die Fixierung von Patienten mit Sturzrisiko, motorischer Unruhe oder agitiertem Verhalten dient der Vermeidung von Verletzungen, Selbstbeschädigung oder befürchteten Selbstmordversuchen und sollte immer die allerletzte Maßnahme sein. Wenn aber unbedingt notwendig, hat diese unter strengsten Vorsichtsmaßnahmen und unter enger Beobachtung des Betroffenen zu erfolgen. Das ist das im Grunde nicht überraschende Ergebnis einer Studie der Wiener Gerichtsmedizinerin Andrea Berzlanovich und deutscher Experten, die jetzt im Deutschen Ärzteblatt International erschienen ist.

Die Gerichtsmediziner haben unter den 27.353 Obduktionen, die am entsprechenden Institut in München zwischen 1997 und 2010 durchgeführt wurden, jene 26 Fälle neuerlich analysiert, in denen der Tod der Betroffenen während der Fixierung im Bett - durch Gurten - erfolgte. In drei Fällen trat der Tod durch natürliche Ursachen ein, in einem Fall handelte es sich um Selbstmord. Zu den restlichen 22 Unglücksfällen kam es ausschließlich in Pflegesituationen, in denen keine kontinuierliche Überwachung des Patienten erfolgte. In 19 Fällen kam es zur Strangulierung, in acht Fällen war die Kompression des Brustkorbs verantwortlich. Bei 19 der Unglücksfälle waren Gurten etc. nicht ordnungsgemäß angelegt.

Die Wissenschaftler: "Um solche Todesfälle zu verhindern, empfehlen wir vom gerichtsmedizinischen Standpunkt her, dass man alle anderen Alternativen vor Maßnahmen zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit nutzen sollte. Wenn aber die Verwendung von direkten Fixiermaßnahmen wirklich notwendig ist, müssen sie vorschriftsmäßig angewendet werden, die betroffene Person muss eng überwacht werden." (APA)

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