Politikinteressierte Jugend wünscht mehr Beteiligungsmöglichkeiten

3. Februar 2012, 11:00
35 Postings

Landwirtschaftsminister präsentierte nicht repräsentative Umfrage unter Jugendlichen aus dem ländlichen Raum

Ein großer Teil der Jugendlichen, die zu einer Diskussionsveranstaltung mit einem Minister kommen, sind an Politik interessiert. Zu diesem wenig überraschenden Ergebnis kommt eine Studie, die Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) vom Institut für Strategieanalysen des Politologen Peter Filzmaier durchführen ließ. Berlakovich veranstaltete 2011 gemeinsam mit der Landjugend eine "Jugend mit Zukunft"-Tour. Angesichts der damals aktuellen Jugendkrawalle in London habe er sich entschieden, "bei diesen Veranstaltungen Fragebögen auszuteilen, die Professor Filzmaier dafür entwickelt hat", erklärte der Minister bei einer Pressekonferenz am Freitagvormittag.

Die 694 TeilnehmerInnen aus dem ländlichen Raum waren im Schnitt 23 Jahre alt und wurden sowohl zu ihrer Einstellung zu Politik als auch zu Umweltthemen befragt. "Dieses Sample ist nicht repräsentativ für Gesamtösterreich, das soll es auch nicht sein - wir haben Politikinteressierte aus dem ländlichen Raum befragt", sagt Filzmaier. Ein Drittel der Befragten bezeichnet sich als "sehr", die Hälfte als "eher an Politik interessiert". 48 Prozent sehen zu wenige Möglichkeiten, sich politisch zu beteiligen.

Optimismus unter Jugendlichen

Die ländliche, politikinteressierte Jugend zeigt sich durchaus optimistisch: Mehr als zwei Drittel blicken zuversichtlich in die Zukunft. Der Optimismus steigt mit dem Bildungsgrad, "wobei das durchaus auch einfach eine realistische Einschätzung ist", wie Filzmaier hinzufügt. "Es freut mich besonders, dass die Jugendlichen ihre Zukunft positiv sehen", betont Berlakovich, wobei er sich auch um die StudienteilnehmerInnen sorgt, die sich pessimistisch zeigen (33 Prozent): "Ich will wissen, was jungen Menschen auf der Seele brennt."

Elisabeth Gneißl von der Landjugend Oberösterreich ist die Unterstützung durch die Politik wichtig. Die Möglichkeiten der Jugend, sich einzubringen, seien für den ländlichen Raum von großer Bedeutung. "Vonseiten der Politik ist es wichtig, dass die Jugend ein offenes Ohr findet", sagt Gneißl. Minister Berlakovich habe mit seiner Tour gezeigt, dass er der Jugend zuhöre.

Große Mehrheit für Energieautarkie

In Sachen Energiepolitik ist die befragte ländliche Jugend ganz auf Berlakovich-Linie. 89 Prozent sind dafür, dass Österreich energieautark wird, 71 Prozent halten das Erreichen dieses Ziels bis 2050 für realistisch. Die Mehrheit der Jugendlichen sehen Vorteile der Energieautarkie in der Versorgungssicherheit und in der Schaffung von "Green Jobs". Berlakovich dazu: "Es ist höchst erfreulich, dass auch die Jugendlichen die Vorteile erkennen und Ökologie und Ökonomie miteinander verbinden."

Berlakovich ging auch auf die gemeinsame Forderung einiger ÖVP-naher Jugendorganisationen nach einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Politik ein. "Wir müssen das ernst nehmen - es sind die richtigen Forderungen", so der Minister. (sab, derStandard.at, 3.2.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Berlakovich: "Ich will wissen, was jungen Menschen auf der Seele brennt."

Share if you care.