Wie digitale Musik auch für Audiophile gut klingt

3. Februar 2012, 12:41
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Digitale Musik in einer Qualität die auch den Ansprüchen von Neil Young standhält

Neil Young beschwerte sich bei der Konferenz D: Dive into Media über die schlechte Tonqualität von MP3-Files. Diese bieten nur fünf Prozent des Sounds der originalen Aufnahmen. Die meisten Menschen hören diese Unterschiede zwar kaum, aber Audiophile, Musiker und aufmerksame Zuhörer können die schlechtere Qualität wahrnehmen.

Digitale Musik in guter Qualität

Was also tun, wenn man nicht auf Vinyl oder Masterbänder umsteigen möchte, sondern digitale Musik in guter Qualität hören will? Mit der richtigen Software und Hardware kann auch digitale Musik Audiophile begeistern. Wired hat einige Möglichkeiten vorgestellt, wie man den Durst nach guten Tönen stillen kann.

MP3 und AAC

Die einfachste Möglichkeit ist CDs mit iTunes in der höchstmöglichen Bitrate von 320 kbps zu rippen. Die meisten Menschen werden keinen Unterschied zur CD-Qualität erkennen. Allerdings wird das einigen Personen noch nicht reichen.

FLAC und Apple Lossless

Da bei der Umwandlung in MP3 und AAC Audioinformationen entfernt werden, um die Größe zu reduzieren, werden sie als verlustbehaftete Kompressionsformate bezeichnet. Man kann aber auch verlustfrei komprimierte (lossless) Dateien am MP3-Player oder am Smartphone abspielen. Allerdings sind sie um ein vielfaches größer als MP3- oder AAC-Dateien.

iTunes kann Apple Lossless (ALAC) abspielen und rippen. Allerdings kann man keine ALAC-Dateien im iTunes Store kaufen, da die Musikindustrie bisher dagegen war. Wenn man verlustfrei komprimierte Dateien kaufen möchte, muss man auf FLAC (Free Lossless Audio Codec) und andere Onlinestores, wie beispielsweise HDTracks zurückgreifen. FLAC arbeitet mit 24-bit Audio, die gleiche Samplingtiefe mit der die meisten Bands heutzutage aufnehmen.

Um FLAC-Dateien abzuspielen, benötigt man spezielle Software, wie Foobar2000, VLC oder Cog. Der iPod kann FLAC nicht abspielen, alternativ kann man beispielsweise auf den Sandisk Sansa zurückgreifen. Als Alternative für zuhause gibt es z. B. die Squeezebox Linie von Logitech.

WAV

Um ganz sicher zu gehen, dass keinerlei Daten bei der Komprimierung verloren gehen, kann man auch Musik im WAV-Format kaufen. Zwar gehen bei der FLAC-Komprimierung so gut wie keine Daten verloren, aber manchen Personen ist das möglicherweise immer noch zu viel.

Direct Stream Digital

Das Direct Stream Digital (DSD)-Format wurde von Sony und Philips entwickelt. Mit DSD-Aufnahmeequipment können 2,8 Millionen Samples in der Sekunde aufgenommen werden. Das ist eine 64 mal höhere Rate als bei einer normalen CD.

An DSD-Dateien zu kommen ist nicht einfach, da es kaum Seiten gibt, die welche zum Verkauf anbieten. DownloadsNow.net und E-Onkyo Music aus Japan sind zwei davon. Die Dateien sind sehr groß und kosten zwischen vier und fünf US-Dollar.

Zum Abspielen benötigt man spezielle Player. Korg bietet den Gratis-Player AudioGate an. Dieser kann DSD-Datein nicht nur abspielen,  sondern auch in jedes andere Format konvertieren. Außerdem kann man mit AudioGate DSD-Disks brennen, die auf der Playstaion 3 abspielbar sind. Mehr Infos gibt es auf der DSD-Guide-Webseite.

Viel Geld und viel Aufwand

Digitale Musik in guter Qualität zu hören, ist mit viel Aufwand und viel Geld verbunden. Man muss die Stücke in guter Qualität finden und kaufen, doch das beste Format nutzt nichts, wenn man nicht auch die entsprechende Hardware besitzt. Viele Audiophile halten aber selbst von den besten digitalen Formaten nichts und greifen auf das gute alte Vinyl zurück. Doch auch hier gilt, ohne gute Hardware kein guter Sound. (soc)

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    Neil Young mag gute Musik und guten Sound

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