Sternerlnschau'n

Eine Tour zum größten Mugl in Mitteleuropa

3. Februar 2012, 16:57
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    foto: weinviertel.at/mandl

    Informationen: Weinviertel Tourismus

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    Gesamtgehzeit drei Stunden, Höhendifferenz weniger als 100 Meter. Gasthaus in Steinabrunn (Dienstag und Freitag Ruhetage). Karte im Prospekt Großmugl-Wanderwege, Maßstab 1:50.000; Freizeitkarte "Naturpark Leiser Berge", Maßstab 1:42.500; zur Unterstützung ÖK25V-Blatt 5313-Ost Sierndorf), Maßstab 1:25.000

Der Panoramaweg von Großmugl verlangt gute Verhältnisse und auch Orientierungssinn. Großmugel ist optimal fürs "Sternerlnschau'n" geeignet

Die Weinviertler Marktgemeinde Großmugl verdankt ihren Namen einem nahegelegenen prähistorischen Fürstengrab. Mit einer Höhe von 14 Metern und einem Durchmesser von rund 50 Metern ist der aus der späten Bronze- oder frühen Hallstattzeit stammende Tumulus angeblich der größte in Mitteleuropa, jedenfalls aber einer der beeindruckendsten.

Da ihn die Landjugend im vergangenen Herbst vom Bewuchs befreit hat, präsentiert er sich sozusagen in originaler äußerer Pracht. Sein Inneres harrt noch der Erforschung durch die Archäologen, die sich wegen der hohen Kosten bisher dazu nicht aufraffen konnten. Der riesige Hügel steht unter Denkmalschutz und müsste wieder in den alten Zustand gebracht werden.

Ein neben dem Großen Mugl stehender kleinerer Tumulus - als "Grab der Königin" bezeichnet - wurde zwischen 1950 und 1956 durch Experten des Naturhistorischen Museums ausgegraben und erbrachte wissenschaftlich wertvolle Erkenntnisse.

Die frühe Besiedelung der Gegend ist durch eine rund 6500 Jahre alte Kreisgrabenanlage bei Steinabrunn bestätigt, von der allerdings nur mehr wenig zu sehen ist. Auf dem Rückweg passiert man den Niederen Burgstall, wo vermutlich in früheren Zeiten eine kleine Befestigung war. Das Schloss Steinabrunn wurde urkundlich erstmals 1298 erwähnt, zu den ältesten Teilen der Anlage zählt die Umfassungsmauer.

Großmugl bezeichnet sich auch als Sternenlichtoase, in der man nächtens besonders gut die Milchstraße beobachten kann. Man sieht etwa hundert Mal mehr Sterne als in der Großstadt, da auch die Straßenbeleuchtung auf die Bedürfnisse der Hobby-Astronomen abgestimmt ist.

Der Große Mugl - in den Karten als Leeberg eingetragen - ist der Höhepunkt des Panoramaweges von Großmugl, der seinem Namen insofern gerecht wird, als man an klaren Tagen bis zum Schneeberg und Ötscher, zu den Leiser Bergen, zum Kahlenberg und zum Leopoldsberg sieht. Die Route führt allerdings fast ausschließlich durch freies Gelände, was bei starkem Wind - und im Sommer bei höheren Temperaturen - unangenehm sein kann.

Zwischen dem Leeberg und der Kreuzung mit der Straße von Großmugl nach Ringendorf fehlt die rote Markierung fast vollständig, was ohne Karte Orientierungsprobleme heraufbeschwört.

Die Route: Vom Ortszentrum in Großmugl folgt man der roten Markierung, die nach Südosten führt, dann wendet sich der Weg nach rechts in freies Gelände, und man erreicht nach einer halben Stunde den Großen Mugl. Nun noch ein kurzes Stück und dann nach rechts auf einen Feldweg, der geradeaus in Richtung Stiegelberg führt. Am Beginn der ersten stärkeren Rechtskurve hält man sich kurz links und schwenkt nach rechts auf einen weiteren Feldweg ein, auf dem man eine Straßenkreuzung mit einem Marterl erreicht. Nun ist die rote Markierung wieder ausreichend, über den Hölzlberg geht es weiter nach Steinabrunn. Gehzeit ab Leeberg 1¾ Stunden.

In Schlossnähe quert man den Mühlbach, gelangt später wieder an das rechte Ufer des Gewässers und wandert gemütlich zurück zum Ausgangspunkt. Gehzeit ab Steinabrunn eine Dreiviertelstunde. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/04.02.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 53
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lisi meier
00
"Stern-erl"?

welche ost-österreichische zunge kann das aussprechen? bei mia isses immano "stern d erl"

Michael Schmied
01
An das burgenländischen Landesmuseum

Wann wird eine Ausgrabung der Hügelgräber im Schandorfer Wald stattfinden?

Dort befindet sich wohl das grösste Mitteleuropas mit hunderten kleineren. Die gesamte Anlage erscheint so gross wie Stonehenge, aber es gibt fast Null Information dazu. Könnte es sein, das hier ein wesentlich bedeutenderes Zentrum gelegen hat als Stonehenge, Nebra, etc.?

Bitte um Stellungnahme.

Der Waehlerwille
 
00
Generell ist die Archäologie in Österreich absolut unterdotiert.

Deshalb gibt es eine einfache strategie. Notgrabungen werden immer vorgezogen. Echte Grabungskampagnen die sich systematisch mit Areaen auseinandersetzn "können!" sind deshalb ausserordentlich selten.

Doktrin ist: besser wir lassens in Ruhe im Boden und es wird erst später ausgegraben(bessere Methodik/modernere Technologie-Auswertung) als wir versuchens jetzt im Husch Pfusch und machen noch dazu alle drauf aufmerksam.

Deshalb werden auch sensationalle Grossanlagen wie zb der Kürnberg bei Linz, als wahrscheinlich grösste bronzezeitliche(?) Festungsanlage Mitteleuropas) einfach ignoriert.

Plus: Je seltener diese Punkte erwähnt werden desto weniger Raubgräber+Grabräuber.

Man hofft einfach im stillen dass es besser wird ...

eine tomate
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...und nach dem Spaziergang gibts zur Belohung was Gutes beim Schillinger... http://www.charlys.at/

waniwiadawödua
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apropos mugl

wo kommt eigentlich der spruch "i hab an muglrausch" her.

Christoph Karl Steininger
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Der Mugl steht natürlich AUF dem Leeberg!

Überdies ist der Acker auf dem der Mugl steht Kirchenbesitz. Daher auch das Kreuz obenauf. In früheren Zeiten war der Grabhügel nicht "geheuer" .
Ich würde jedem der dort wandert einen Windschutz empfehlen, auch für die Augen. Der Wind ist schneidend!
Bis zur Ausgrabung des Nebenhügels dachte man daß es sich um Awarengräber handelte.

Cato der Ältere1
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....und was macht das Kreuz auf dem Grabhügel..

..ich glaub ja eher nicht, dass es diese Religion damals schon gab....

klönta
28
Nein er ist nicht der Größte,

der Größte befindet sich im Wald bei Schandorf im Burgenland. Der ist ein BERG.
Und nein, die Archäologen scheuen die Grabung nicht wegen der hohen Kosten, sondern weil man ja eh weiß was drin ist. Ein paar Beile, Schwerter, Keramik und Schmuck mehr, das ist von geringem Interesse. Nebenbei würde das BDA due Grabung dort eh nie bewilligen, warum auch?
Und nochmals nein, neben dem großen Tumulus steht kein kleiner mehr, der ist schon weggeackert, weil der Bauer jedes Jahr ein paar cm mehr an den Hügel rangefahren ist. Deswegen sind alle Grabhügel in NÖ rechteckig und nicht mehr rund...Penner.

Einen Ausflug ist es allemal wert, man glaubt nicht wie hoch dieser Hügel wirkt, wenn man mal oben ist!

01052004
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ja, der mugl ist beeindruckend.

nur der ort großmugl ist bei mir nicht in bester erinnerung gebleiben: so viel geruch nach landwirtschaft (schweine-massenzucht???) und geschlossene gasthäuser hätt ich nicht gebraucht...

naja, vielleicht nur an einem schließtag (gasthäuser) und lüftungstag (schweine) dort gewesen...

Erwin Brandstetter
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Hier hab ich noch einen größten gefunden: http://de.wikipedia.org/wiki/Magdalenenberg

Michael Schmied
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Magdalenenberg.
Aufsicht hier: http://g.co/maps/h4ptp
Foto hier: http://g.co/maps/xcpyj

Johannes99
11

aber unserer ist viel schöner als der piefkinesische!

Michael Schmied
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Lage?

Leider nicht gefunden: http://g.co/maps/h9sa2
Der Wald südlich (Schandorfer Wald) sieht auch flach aus.
Bitte um Hilfe.

So Nina
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Schaut so aus...

...ich war selbst schon in Schandorf - der Wald sieht gar nicht nach etwas Besonderem aus - aber wenn man hineingeht, dann bemerkt man die vielen Hügelgräber - sehr beeindruckend!
Auf jeden Fall einen Ausflug wert.

klönta
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das stimmt schon...

Der Schandorfer Wald ist schon richtig :)
Dort befinden sich rund 300 Hügelgräber. Davon etwa 130 römische, sehr kleine, die mit freiem Auge kaum sichtbar sind (da heute fast eingeebnet).
5 der hallstattzeitlichen Hügel sind riesig und nicht zu verfehlen, wenn man durch den Wald geht. Es gibt übrigens auch einen "Grabhügelwanderweg", der beschildert ist. die restlichen Hügel sind klein, groß oder auch sehr groß. Der Schandorfer Wald ist wohl eines der gößten Grabhügelgräberfelder Mitteleuropas. Im Internet gibts dazu nix. Will man sie sehen, braucht man einen Laserscan oder man muss hinfahren. Es gab ein paar kleinere Grabungen, aber dazu weiß ich nix genaues, habe mich nicht damit beschäftigt.
lg

janosch83
10

der tumulus in großmugl ist der größte in mitteleuropa. bestätigung im geschichtsbuch oder einfach ein wenig googlen.

klönta
03
Geschichtsbücher und erst recht das Internet

haben nicht immer recht.
Ich bin selbst Archäologe und kenne beide Hügelgräber. Das Hügelgrab in Schandorf IST größer.
Hier ein Link: http://ufg.univie.ac.at/ zu meinem Institut.
Das linke obere Bild ist ein Laserscan des Gräberfeldes von Schandorf. Selbst die zwei zweitgrößten Gräber in rechten unteren Bildteil sind größer als Großmugl. Hinfahren und staunen.

das brett vorm kopf
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was bedeutet hier konkret ...

... "größer", höhe, umfang, rauminhalt, steigung, ...?

janosch83
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naja, dann glaub ich dass einmal. muss ich mir selbst anschauen, sicher interessant. kann die falsche angabe daher kommen, dass der tumulus in großmugl ursprünglich größer war? da dürfte die erosion schon viel angerichtet haben, der erosionseinfluss im wald ist vielleicht nicht so stark wie auf freiem feld. oder liege ich mit meiner vermutung völlig daneben?

klönta
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Naja...

Der Großmugl ist sicherlich schon ein wenig eingegangen. Und so wies im Leben halt ist, will jeder den Größeren haben.
Ist natürlich auch die Frage worauf sich "Größe" bezieht, Höhe alleine, Durchmesser alleine oder Volumen? Der Magdalenenberg ist vom Volumen her sicher der größte. Der Schandorfer schlägt den Großmugl locker bezüglich Volumen und wird von der Höhe in etwa gleichauf sein, wenn man die Höhe nicht von der Sohle des umgebenden Grabens misst.
Riesig sind sie alle. Beispielsweise gäbe es noch den Türkenhügel in Bad Deutsch Altenburg, der is auch nicht zu verachten. Also die Abmesserei gehört mal ordentlich durchgeführt. Fakt bleibt, dass der Großmugl nicht der Größte ist.

Michael Schmied
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Ein Wahnsinn

Die von Ihnen zur Verfügung gestellt Karte ist ein Wahnsinn (http://ufg.univie.ac.at/fileadmin... header.jpg ).

Auf Googlemaps sieht man wegen des Waldes gar nichts (http://g.co/maps/vfrgt ), allerdings kann ich die beiden Aufsichten nicht zusammenbringen? Es sieht so aus, als sei das in der äußersten Sud-Ost-Ecked des Schandorfer Waldes, aber wo genau? Keine der in das Flussgebiet hineinragenden Ausläufer scheint genau dem Institutsbild zu entsrprechen?

Könnten Sie das Gebiet genauer bezeichnen?

klönta
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Die Karte auf der Institutsseite ist nicht genordet.

Man muss sie also ein wenig drehen. Die Geländekante an der linken Seite entspricht dem Nadelöhr im Verlauf der Grenze Bgld/Ungarn südlich des Schandorfer Waldes. Das ist mMn die Pinka? Wie gesagt, es gibt einen kleinen WAnderweg, dem man folgen kann, allerdings ist man ohne genaue Karte im WAld ziemlich aufgeschmissen. Am besten man geht im Frühjahr, wenn der Wald noch nicht so belaubt ist.
Die gerade Straße die durch den WAld läuft, ist übrigens eine römische, deswegen auch die rund 300 römischen Hügelgräber neben dem Wegrand im Wald.

Eine Untersuchung eines Grabes wurde vor kurzer zeit vom burgenländischen Landesmuseum überlegt, aber bisher nicht durchgeführt.

Michael Schmied
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Rechts auf der Institutskarte is Nord-Nord-Ost?

Jetzt habe ich die Institutskarte über die Google-Maps gelegt, stimmt es, dass die rechte Kante der Institutskarte nach Nord-Nord-Ost weist.
Stimmt es dann, dass der größte Mugl in der Mitte der Karte http://g.co/maps/xf7w9 liegt (da wo die Waldstrasse eine grossen Bogen drum herum macht?)

Michael Schmied
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Reccht

Michael Schmied
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Standorte einiger Hügelgräber im Schandorfer Wald

Hier eine Auswahl-Liste gefunden:
http://de.wikipedia.org/wiki/List... _Schandorf

Es gibt anscheined verschiedene Hügelfelder?

Wo aber der grösste Hügel ist, ist nicht klar?

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