Der Panoramaweg von Großmugl verlangt gute Verhältnisse und auch Orientierungssinn. Großmugel ist optimal fürs "Sternerlnschau'n" geeignet
Die Weinviertler Marktgemeinde Großmugl verdankt ihren Namen einem nahegelegenen prähistorischen Fürstengrab. Mit einer Höhe von 14 Metern und einem Durchmesser von rund 50 Metern ist der aus der späten Bronze- oder frühen Hallstattzeit stammende Tumulus angeblich der größte in Mitteleuropa, jedenfalls aber einer der beeindruckendsten.
Da ihn die Landjugend im vergangenen Herbst vom Bewuchs befreit hat, präsentiert er sich sozusagen in originaler äußerer Pracht. Sein Inneres harrt noch der Erforschung durch die Archäologen, die sich wegen der hohen Kosten bisher dazu nicht aufraffen konnten. Der riesige Hügel steht unter Denkmalschutz und müsste wieder in den alten Zustand gebracht werden.
Ein neben dem Großen Mugl stehender kleinerer Tumulus - als "Grab der Königin" bezeichnet - wurde zwischen 1950 und 1956 durch Experten des Naturhistorischen Museums ausgegraben und erbrachte wissenschaftlich wertvolle Erkenntnisse.
Die frühe Besiedelung der Gegend ist durch eine rund 6500 Jahre alte Kreisgrabenanlage bei Steinabrunn bestätigt, von der allerdings nur mehr wenig zu sehen ist. Auf dem Rückweg passiert man den Niederen Burgstall, wo vermutlich in früheren Zeiten eine kleine Befestigung war. Das Schloss Steinabrunn wurde urkundlich erstmals 1298 erwähnt, zu den ältesten Teilen der Anlage zählt die Umfassungsmauer.
Großmugl bezeichnet sich auch als Sternenlichtoase, in der man nächtens besonders gut die Milchstraße beobachten kann. Man sieht etwa hundert Mal mehr Sterne als in der Großstadt, da auch die Straßenbeleuchtung auf die Bedürfnisse der Hobby-Astronomen abgestimmt ist.
Der Große Mugl - in den Karten als Leeberg eingetragen - ist der Höhepunkt des Panoramaweges von Großmugl, der seinem Namen insofern gerecht wird, als man an klaren Tagen bis zum Schneeberg und Ötscher, zu den Leiser Bergen, zum Kahlenberg und zum Leopoldsberg sieht. Die Route führt allerdings fast ausschließlich durch freies Gelände, was bei starkem Wind - und im Sommer bei höheren Temperaturen - unangenehm sein kann.
Zwischen dem Leeberg und der Kreuzung mit der Straße von Großmugl nach Ringendorf fehlt die rote Markierung fast vollständig, was ohne Karte Orientierungsprobleme heraufbeschwört.
Die Route: Vom Ortszentrum in Großmugl folgt man der roten Markierung, die nach Südosten führt, dann wendet sich der Weg nach rechts in freies Gelände, und man erreicht nach einer halben Stunde den Großen Mugl. Nun noch ein kurzes Stück und dann nach rechts auf einen Feldweg, der geradeaus in Richtung Stiegelberg führt. Am Beginn der ersten stärkeren Rechtskurve hält man sich kurz links und schwenkt nach rechts auf einen weiteren Feldweg ein, auf dem man eine Straßenkreuzung mit einem Marterl erreicht. Nun ist die rote Markierung wieder ausreichend, über den Hölzlberg geht es weiter nach Steinabrunn. Gehzeit ab Leeberg 1¾ Stunden.
In Schlossnähe quert man den Mühlbach, gelangt später wieder an das rechte Ufer des Gewässers und wandert gemütlich zurück zum Ausgangspunkt. Gehzeit ab Steinabrunn eine Dreiviertelstunde. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/04.02.2012)