Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Vergangene Woche hat mich der STANDARD-Artikel zum Thema "Dolmetschen im AKH" sehr betroffen gemacht. Es hat sich anscheinend in den letzten 15 Jahren nichts oder nicht viel geändert. Durch ein fehlendes Dolmetsch-Team ergeben sich immer wieder Situationen wie beim "Stille-Post-Spiel", diese sind für Patienten und Ärzteteam völlig unbefriedigend.
Ich war Logopädin an der Klinischen Abteilung Phoniatrie-Logopädie an der HNO-Univ.-Klinik und nahm an einer Studie von Dr. Franz Pöchhacker teil. Er war Dolmetschdozent an der Universität und schrieb zum Thema "Die Putzfrau als Dolmetscherin im Spital".
Wir haben in diesem Rahmen zwei Fälle auf Video aufgenommen, diese wurden in der Folge übersetzt, um zu sehen, wie ein Laie übersetzt und wo Probleme auftreten.
Sprachbarrieren und Kulturunterschiede
Fall 1: Eine türkische Familie kommt zu uns. Die Eltern kommen mit einem vier- bis fünfjährigen Kind, die Schwester der Mutter soll übersetzen. Sie wollen wissen, ob mit der Zunge des Kindes alles in Ordnung ist, weil es nicht so gut spricht. Wir, das Team der Phoniatrie, glauben, dass sie sich um die Sprachentwicklung des Kindes Sorgen machen, keine Rede von der Zunge, das kommt erst bei der Übersetzung heraus. Ich mache die Anamnese, mit Einstiegsfragen, die bei uns üblich sind: Wie war die Schwangerschaft? Wie war die Geburt, wie groß, wie schwer etc.
Die Eltern wirken nicht sehr kooperativ, im Laufe der Untersuchung eher desinteressiert, sie kommen nach dieser ersten Untersuchung nicht mehr, obwohl es aus logopädischer Sicht Handlungsbedarf gegeben hätte. Als wir uns das Video mit professioneller Übersetzung anschauen, sehen wir folgende Übersetzung der Schwester bei der Frage nach der Schwangerschaft:
Schwester: "Wie die Geburt war."
Mutter: "Normal, warum fragt sie so was? Ich will wissen, ob mit der Zunge alles in Ordnung ist."
Schwester: "Normal."
Logopädin: "Wie war die Geburt?"
Schwester: "Wie war die Geburt, fragt sie schon wieder."
Mutter: "Aber das hab' ich ihr schon gesagt, wieso will sie das noch einmal wissen?"
Schwester: "Auch normal."
Fall 2: Ein acht- oder neunjähriges, aus dem Jugoslawienkrieg traumatisiertes Kind kommt. Es stotterte. Das Logopädenteam wollte einige Entspannungsübungen im Liegen machen. Übersetzerin war diesmal eine Putzfrau.
Setting: Das Kind liegt, ich (oder meine Kollegin - das weiß ich nicht mehr) knie neben dem Kind, die Putzfrau beim Kopf des Kindes. Es soll eine Atem- und Wahrnehmungsübung gemacht werden.
Therapeutin: "Leg deine Hände auf deinen Bauch und spüre die Atembewegung."
Putzfrau: "Mach die Augen zu, brauchst keine Angst haben."
Therapeutin: "Der Atem fließt ein und aus, die Bewegung spürst du im Bauch."
Putzfrau: "Spürst du, macht nichts, brauchst keine Angst haben, ich bin eh da."
Ich denke, die Übersetzungen sprechen für sich. Sie zeigen die täglichen Probleme mit Laiendolmetschern und der Sprachthematik auf. (Leser-Kommentar, Alexandra Jurek-Schick, derStandard.at, 3.2.2012)
Autorin
Alexandra Jurek-Schick ist Logopädin und Stimmtrainerin.
Da handelt es sich wohl kaum um Notfallmedizin, oder? Was spräche dagegen, dass besonders bei Logopäden in Spitälern einfach eine Liste mit Logopäden mit den jeweiligen Sprachkenntnissen in der Nähe des Spitals aufliegt?
So eine Liste kostet wohl _NICHTS_, die Putzfrauen könnten wieder putzen und die Logopäden sich um die Patienten kümmern, deren Sprache sie sprechen.
Aber nein, da wird lieber auf die Patienten geschissen und ein Paper geschrieben... Ganz schön menschenverachtend.
1.) Eine Logopädin (wo es wohl wirklich auf Sprache ankommt) kann keine gute Übersetzerin organisieren? IMHO wäre dann die Behandlung einzustellen.
2.) VIDEO-Aufnahmen? Von sensiblen Daten? Die DRITTEN übergeben werden? Wie wurde da eine Einverständniserklärung abgeholt?
3.) Im Rahmen der Studie wurde die Untersuchung auf Video aufgenommen. Da stand der Dolmetschdozent wohl bereit (war ja seine Studie). OBWOHL ein Dolmetscher bereitstand, wurde auf die Gesundheit der Patienten geschissen - und eine Putzfrau als Dolmetsch verwendet? Gehts noch? Frau Jurek-Schick gehört dafür eigentlich eine Strafanzeige.
Aber Hauptsache, sie wird in einer Arbeit erwähnt... Die Gesundheit von "eh nur Ausländern" ist ihr da wohl wurscht. *kotz*
Eine Putzfrau, die mal schnell übersetzt, kann man sich ja vorstellen.
Aber eine KRANKENSCHWESTER, die auf der Logopädie so krass fehlübersetzt... Was soll das? Die muss ja wissen, worum es geht. Das ist IMHO eine auf Video aufgezeichnete Dienstpflichtverletzung.
Was uns zum nächsten Punkt führt:
Wurde das Einverständnis zur Aufzeichnung auch von den Krankenschwestern/Putzfrauen eingeholt?
Wenn JA - haben wir experimentell noch mal den http://de.wikipedia.org/wiki/Hawt... rne-Effekt belegt. Wenn NEIN - war es illegal.
Unseriös, das Ganze.
mir kommen die Beispiele etwas komisch vor:
in Story 1: keiner kann die Sprache der Patienten, die Schwester übersetzt mangelhaft, trotzdem gibt es einen Wort für Wort Beitrag, der belegen soll wie fehlerhaft und kontraproduktiv einer derartige Übersetzung ist, wie gehtn das?
in Story2: eigentlich das gleiche, die Therapeutin sagt etwas, die Putzfrau übersetzt es in die Sprache des Patienten die sonst keiner versteht und wieder gibt es einen Wort für Wort Beitrag der belegen soll wie fehlerhaft die Übersetzung ist, wie gehtn das?
mit der Bitte um Erklärung!
"Ich war Logopädin an der Klinischen Abteilung Phoniatrie-Logopädie an der HNO-Univ.-Klinik und nahm an einer Studie von Dr. Franz Pöchhacker teil. Er war Dolmetschdozent an der Universität und schrieb zum Thema "Die Putzfrau als Dolmetscherin im Spital".
Wir haben in diesem Rahmen zwei Fälle auf Video aufgenommen, diese wurden in der Folge übersetzt, um zu sehen, wie ein Laie übersetzt und wo Probleme auftreten."
Ich nehme an, dass die Videos im Rahmen der Studie von professionellen DolmetscherInnen analysiert wurden.
Natürlich wird die Patienten vorher jemand (zum Beispiel der Leiter der Studie) in ihrer Muttersprache gefragt haben, ob ihr Patientengespräch für Studienzwecke aufgezeichnet werden darf. Danach weiterhin vermittelnd einzugreifen, wäre jedoch sinnlos gewesen, zumal der Zweck der Studie ja war, das Patientengespräch so festzuhalten, wie es unter normalen Umständen (also ohne Anwesenheit eines professionellen Dolmetschers) abgelaufen wäre.
1.) "Natürlich wird die Patienten vorher jemand (zum Beispiel der Leiter der Studie) in ihrer Muttersprache gefragt haben, ob ihr Patientengespräch für Studienzwecke aufgezeichnet werden darf."
WO steht das? Ich traue es dem Dozenten durchaus zu, dass die Videos sogar als AVI-File auf einer CD zur Arbeit öffentlich aufliegen.
2.) Es stand ein Dolmetsch bereit - und der wird _nicht_ dem Patienten zur Seite gestellt, obwohl dringender gesundheitlicher Bedarf war? Das schrammt schon an "Unterlassener Hilfeleistung" und "Körperverletzung". Aber mit Ausländern kann mans ja machen, nicht? :-/
Es ist eine Studie zum LAIENDOLMETSCHEN. Um Aussagen über das Laiendolmetschen machen zu können, ist wichtig, dass in der Studie von Laien gedolmetscht wird (wie das eben tagtäglich in vielen Krankenhäusern passiert und nicht nur einmal in dieser konkreten beobachteten Situation). Wenn mehr darüber in Erfahrung gebracht wird, wie diese Dolmetschsituationen ablaufen, dann schadet das aber niemandem. Im Gegenteil, es hilft, da ja ein Bewusstsein dafür geschaffen wird, dass es professionelle Krankenhausdolmetscher braucht.
Was vor und nach der Studie passiert ist, steht hier nicht und muss hier auch nicht stehen. Seien Sie nicht so kleinkariert, nur weil Sie unbedingt schlauer sein wollen als die Wissenschaft.
Es gibt eine Studie, die von einem Dolmetschwissenschaftler verfasst wurde. An der Studie teilgenommen haben Patienten, Laiendolmetscher (in diesem Fall Schwester/Putzfrau) und Ärzte (in diesem Fall eine Logopädin). Im Rahmen der Studie wurde ein Patientengespräch aufgezeichnet. Dieses scheiterte aufgrund von Kommunikationsproblemen. Dann wurde das Video (vom Studienleiter, nicht von der Logopädin) analysiert. Die Analyse ergab, dass die Laiendolmetscherin der Situation nicht gewachsen war und dies der Grund für das Scheitern des Gesprächs war. Die Logopädin kennt die Studie (da sie teilgenommen hat) und ihre Ergebnisse (da sie sie gelesen hat - nein, das steht nicht da, das versteht sich implizit!) und informiert in diesem Bericht darüber.
Wenn eine fähige Putzfrau aus Land XYZ dafür geeignet ist, die geforderten Dialoge zu übersetzen... Warum nicht die Putzfrau dazu umschulen?
Ich wäre voll dafür, dass sie dafür eine nicht-zu-geringe extra-Vergütung bekommt, wenn sie nach einer "Prüfung" belegen kann, dass sie der Aufgabe nachkommen kann.
Das hätte mehrere Vorteile:
1.) Das Spital hätte Dolmetsche bei der Hand, die das von den Ärzten geforderten können - in vielen Sprachen
2.) Der Patient hätte Leute in seiner Muttersprache zur Verfügung - was ihm sicher hilft, wenn er kein Deutsch kann.
3.) Die Kosten wären gering, weil der "Mini-Dolmetsch" ja nur im Anlassfall nach Dolmetschtarif bezahlt würde.
Wenn man eine _gute_ Schulung voranstellt... Top-Idee.
Wenn das jemand machen möchte, dann kann er/sie ja eine Dolmetscherprüfung ablegen und als Dolmetscher arbeiten.
Was kommt als nächstes? Der billige Installateur? Ein bisserl mit der Zange wackeln kann man in ein paar Stunden schon lernen.
Entweder es hat jemand für etwas eine Ausbildung und Genehmigung oder nicht.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.