Gastkommentar: Krisenverursacher bleiben wieder mal ungeschoren

Gastkommentar | 3. Februar 2012, 09:21

Die Sparpläne von FPÖ, BZÖ und ÖVP laufen erneut auf eine Privilegierung des ökonomischen Systems und auf eine Schwächung des politischen Systems der Demokratie hinaus - Von Anton Brandner

"Österreich ist ein reiches Land, aber ein armer Staat." (Außenminister Michael Spindelegger am 9. März 2010)

Derzeit dreht sich das politische Interesse in Österreich ganz um die Frage, wie in Österreich die EU-Schuldenbremse umgesetzt wird und wer hier letztlich die Kosten der Budgetsanierung tragen muss.

Verwechslung von Ursache und Wirkung

Die Krise hat die Schulden explodieren lassen - nicht umgekehrt! Schon bei der Frage, wer für den enormen Anstieg der Staatsschulden seit 2008 verantwortlich ist, wird gerne gemogelt. Die Staatsschuldenkrise ist nicht die Ursache der Krise der Eurozone, sondern die Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise. Der Anstieg der österreichischen Staatsschulden in den letzten drei Jahren um ca. zwölf Prozentpunkte (von 60 Prozent auf 72 Prozent) ist nicht auf eine unfinanzierbare Ausweitung des Sozialstaats, auf den Anstieg der Gehälter im öffentlichen Dienst, der Pensionen oder der Verwaltungsausgaben und noch weniger auf die Löhne der ArbeitnehmerInnen zurückzuführen. Der Anstieg der Staatsschulden in Österreich wie auch in der EU ist eine direkte Folge der von Banken und Finanzmärkten ausgelösten Wirtschaftskrise und der deswegen von den Regierungen über Nacht zur Verfügung gestellten Krisenpakete auf Kosten der Steuerzahler. "Nicht die Schulden haben die Krise verursacht, sondern die Krise hat die Schulden explodieren lassen." (Prof. Klaus Schulz, Osnabrück)

Es ist daher mehr als naheliegend, dass zur Sanierung des Budgets jetzt diejenigen faire Beiträge leisten, die von den großen Krisenpaketen 2008 bis 2010 profitiert haben.

Kein Solidarbeitrag der Wirtschaft und der großen Vermögen?

Die Regierung hält sich derzeit bedeckt und lässt über den Verhandlungsstand nur durchsickern, was bisher als akkordiert gilt; und das ist noch nicht sehr viel. Die wenigen bekannt gewordenen Details lassen jedoch schon den Schluss zu, dass die bisherige politische Linie beibehalten wird und - wie immer - wieder dieselben Gruppen belastet werden, die mit der Finanzkrise absolut nichts zu tun haben.

Die bisher vereinbarten Einsparungen zielen offenbar vor allem auf die Gehälter im öffentlichen Dienst, die Einkommen der "Besserverdiener" (wer ist damit gemeint?) und die Pensionisten: Dort, so der Tenor regierungsnaher Journalisten, ist "das meiste" zu holen, nicht jedoch bei den großen Vermögen. Die geplanten Solidarbeiträge der "Besserverdiener" scheinen wieder nur aus den Einkommen des Mittelstands zu kommen und nicht aus den Spitzeneinkommen, den Gewinnen der großen Konzerne, der großen Vermögen und des Finanzkapitals: Es ist noch immer keine Rede von den Vermögens- und Erbschaftssteuern, um die die ÖVP mittlerweile eine ideologische Firewall gezogen hat: "Wir leben bereits in einem Hochsteuerland" (Leitl, Fekter, Spindelegger). - Hoch besteuert werden in Österreich jedoch nur die Einkommen der Unselbstständigen, für die Vermögenden dagegen ist Österreich ein Steuerparadies. Und das soll anscheinend weiterhin so bleiben. Kein Solidarbeitrag also von denen, für die der Steuerzahler im Jahr 2008 eingesprungen ist und für die sich der Staat verschuldet hat, als es galt, ihr Vermögen durch Abwendung drohender Bankencrashs zu retten! - Allein die Hypo Alpe Adria kostete den Staat bisher 1,5 Milliarden Euro.

Woher soll das "schnelle Geld" kommen?

Haben nicht ÖVP und SPÖ vor Beginn der Verhandlungen beteuert, man wolle auf keinen Fall den Mittelstand noch einmal belasten? Hat man nicht versprochen, die ausgabenseitige Sanierung des Budgets vor allem durch Strukturreformen bei den Förderungen, bei der Spitalsorganisation und in der öffentlichen Verwaltung zu bewerkstelligen? Davon ist jetzt anscheinend nicht mehr viel die Rede, denn "diese Reformen müsse man gründlich planen und dauerten Jahre", da sei eben kein schnelles Geld zu holen.

Die Wirtschaft gibt vor, für "Wettbewerbsfähigkeit", Wachstum und Arbeitsplätze zu sorgen, und dürfe daher ebenfalls nicht "noch mehr" belastet werden. Es ist keine Rede davon, die Steuerprivilegien der Wirtschaft wie die steuerbegünstigten Dienstautos abzuschaffen oder die ungerechten Steuervorteile der Konzerne im Zuge der Gruppenbesteuerung zu reduzieren.

Das Einzige, worauf sich die Regierung anscheinend bisher einigen konnte, ist die Einführung einer Steuer auf die Umwidmung von Grundstücken.

Beamte und Pensionisten als ewige Sündenböcke der Staatsschuldenkrise

Geht man danach, was bisher in der Regierung vereinbart wurde, dann soll es dafür die Beamten und den hinter ihnen stehenden Staat umso härter treffen, nämlich vier- bis fünffach. Für sie soll kommen: Einstellungsstopp, Kürzung der Lebensverdienstsumme (Aussetzen eines Biennalsprungs), "Arbeitsplatz-Sicherungsabgabe" in der Höhe von ein bis drei Prozent des Monatsgehalts (in Wirklichkeit eine neue Steuer!), Solidarbeitrag der "Besserverdiener". Dazu wird von servilen Medien wieder einmal der Mythos vom Beamtenstaat Österreich beschworen (obwohl Österreich seit 2000 sehr viele Beamte abgebaut hat und nur mehr eine Beamtenquote von elf Prozent hat), so als seien die Beamten die wirklichen Superprivilegierten im Lande, die die Steuern zahlende Privatwirtschaft ausbeuten und von denen man sich daher im Zuge eines Sparpakets unglaublich viel holen könne. Die andere Zielgruppe im Visier der Regierung sind wie immer die ("privilegierten") Pensionisten, wo man diesmal die Frühpensionierungen zurückdrängen und das Pensionsantrittsalter der Frauen noch schneller als geplant anheben will. Man will also wieder einmal den Staat auf Kosten der Beamten und Pensionisten sanieren.

Die Sparpläne von FPÖ, BZÖ und ÖVP laufen eindeutig erneut auf eine Privilegierung des ökonomischen Systems, auf eine Schwächung des politischen Systems der Demokratie und auf die x-te Schröpfung der Lohn- , Einkommens- und Pensionsbezieher hinaus.

Banken und Wirtschaft geht es um die Verteidigung der neoliberalen Hegemonie

Die Neoliberalen instrumentalisieren die Staatsschuldenkrise, die Schuldenbremse und die Sparpakete zur Verteidigung ihrer politischen Hegemonie. Andauernd Beamte abzubauen und ihre Einkommen zu kürzen, während die Krisenverursacher ungeschoren bleiben sollen, ist derzeit die exzessiv verfolgte neoliberale Strategie in ganz Europa. "Österreich ist ein reiches Land, aber ein armer Staat", klagte Außenminister Spindelegger, als er vor zwei Jahren auf Veranlassung des ehemaligen Finanzministers Josef Pröll in seinem Außenministerium radikal einsparen musste. Das scheint der ÖVP-Obmann Spindelegger völlig vergessen zu haben, wenn er nunmehr die Sparverhandlungen im Sinne von WKÖ und IV führt nach dem Motto: Privater Reichtum und öffentliche Armut, so soll's bleiben!

Demokratiefeindliche Sparpläne zur "Staatsreform"

Der Gipfel der derzeitigen Spardiskussion sind die Pläne in FPÖ, BZÖ und ÖVP zur "Staats- und Demokratiereform" unter dem Aspekt des Sparens.

Folgende Vorschläge zur Staatsreform aus der jüngsten Zeit zeigen, wie sehr diese Vorschläge bestimmten ökonomischen und politischen Interessen dienen: Man will u. a. die Finanzbeamten noch mehr reduzieren, die Abgeordneten zur Legislative verringern, obwohl das Parlament das wichtigste Kontrollorgan der demokratischen Republik ist, und Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll schlug vor, den vom Volk gewählten Bundespräsidenten abzuschaffen.

Der neoliberale Populismus schürt schon seit langem durch die missbräuchliche Vereinnahmung des Reformbegriffs die Ressentiments der Bevölkerung gegen die Politik(er) und versucht die Legislativen als demokratisches Gegengewicht zum System Ökonomie unter dem Vorwand des "Sparens" zu demontieren. Das schwächt das System Politik insgesamt noch mehr, statt dass es gegenüber dem System Ökonomie gestärkt wird. Je machtloser jedoch demokratisch gewählte Politiker und Parlamente in einer Krise wie der jetzigen agieren, desto größer werden die antidemokratischen Ressentiments der Bevölkerung, desto mehr rückt die Bevölkerung bei Wahlen politisch nach rechts.

Nähe zwischen Neoliberalismus und rechtem Autoritarismus

Eine Demokratiereform darf nicht zum Abbau, sondern muss vielmehr zum Ausbau der Demokratie führen. Die neoliberalen Sparpläne zur Staats- und Demokratiereform sind jedoch geeignet, den Weg in ein autoritäres politisches System zu ebnen.

Man sollte auf die deutliche Nähe von Neoliberalismus und rechtem Autoritarismus achten: Die Neoliberalen waren diejenigen, die nach 1945 als Erste völlig unbehelligt wieder die Feindbilder Staat, Politik(er), Parteien und Beamte reaktivierten. Diese umfassende Denunzierung des gesamten demokratischen Systems (Staat, Politik, Parteien, Beamte - Motto: Privat ist gut, Staat ist schlecht!) diente zunächst zur Durchsetzung ihrer ökonomischen Ziele: Deregulierung der Wirtschaft, Abbau des Sozialstaats, "freie" Wirtschaft.

In der nunmehrigen Wirtschaftskrise nützt der Neoliberalismus das Feindbild Staat, um die in der Krise bedrohten ökonomischen Interessen seiner reichen Klientel zu verteidigen. Dazu geht er ein politisches Bündnis mit der Rechten ein: Das von den Neoliberalen popularisierte Feindbild "Staat" und "Politik" wird derzeit immer stärker von der politischen Rechten übernommen und sehr erfolgreich in Wählerstimmen umgemünzt. Die erstarkte Rechte unterstützt dafür die ökonomischen Krisenlösungen des Neoliberalismus. Die Rechte tut im Moment so, als ob sie die Ursachen der Krise bekämpfen würde, verbündet sich jedoch in Wirklichkeit interessenpolitisch mit den Krisenverursachern. Daher rührt ihr momentaner schneller Aufstieg in ganz Europa!

Ablenken vom eigentlichen Problem

Schon in der Weltwirtschaftskrise 1929-33 war es die Strategie der Rechten, von den Ursachen der Krise des ökonomischen Systems abzulenken und den Bürgern einzureden, schuld an ihrem Elend seien nicht die Finanzmärkte, sondern die "Politikerbonzen", der "Klassenkampf" und das "falsche" korrupte politische System der Demokratie (Parlamente, Parteien, Gewerkschaften usw.). Insbesondere arbeiteten die konservativen Industriellen und Banker in der Weltwirtschaftskrise 1929 auf die Beseitigung der Arbeitnehmervertretungen hin, um eine autoritäre Krisenlösungsstrategie durchsetzen und der ohnehin verarmten Bevölkerung immer weitere Sparpakete aufzwingen zu können. Als AK und ÖGB vorige Woche ihre Pläne zur Budgetsanierung vorstellten und dabei eine konträre Position zur WKÖ und zur IV einnahmen, forderte ein Teilnehmer der Standard-Community prompt umgehend die Abschaffung von ÖGB und AK. - Was für ein Déjà-vu! (Anton Brandner, derStandard.at, 3.2.2012)

Autor

Dr. Anton Brandner ist Bildungswissenschaftler, Historiker und Germanist in Linz

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Posting 1 bis 25 von 177
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Braunes Österreich Du bist in Gefahr!
00
16.2.2012, 06:51
Bezahlen müssen jetzt die Kleinen und Kleinsten!

http://tvthek.orf.at/programs/... 179-CLUB-2

Andreas1900
01
In ECO hat ein begüteter Unternehmer (Hums o. so ähnl.) gemeint,

dass der Beitrag, den die Reichen lesiten könnten, marginal sei.
FALSCH (oder scheinheilig?), denn darum geht es gar nicht so sehr oder nicht alleine.
1. Wenn man das konsequent macht und nicht nur scheinheiliges Trinkgeld verlangt, ist das sehr wohl spürbar! (Reichensteuer, Transaktionssteuer, Erbschaftssteuer bei hohen Beträgen!).
2. Wenn ALLE beitragen, ist der Bürger sehr wohl bereit, auch bei sich zu sparen. Das haben Umfragen ganz deutlich ergeben!

Andreas1900
00
Wolfgang Rosam

heißt der Unternehmer, da hab ich an jemand anders gedacht, sorry.

3ch0
13
die wahren Ziele der Neoliberalen Faschisten:

1. Hebung des Korruptionsindex mittels
Beamtendiskriminierung (erleichtert die Methodik)

2. Senkung des sozialen Widerstandpotentials mittels Inflation, Straffung der sozialen Grundversorgung + Armut

3. Zerstörung des sozialen Vertrauens mittels 1.+2., Steigerung der Kriminalität und allgemeiner Gewalt

4. Abschöpfung des gesamten Volksvermögens mittels ESM zugunsten privater Phantom-AGs

5. Kontrolle über die gesamten monetären Transfers von und zum Staatswesen (gilt global)

6. Narrenfreiheit für Nutzniesser dieser Ordnung

7. Dauerhafter Erhalt dieser kannibalistischen Ordnung

sollte-passwort-ändern
 
20
ist nicht auf eine unfinanzierbare Ausweitung des Sozialstaats ....... zurückzuführen.

Wer sich bis zum Anschlag verschuldet, um sehr wohl die Klientel zu speisen und zu tränken, braucht sich gar nicht als Unschuldslamm darstellen. Die Wechselfälle des Lebens, wie es so schön heißt, sind nicht an Zeit und Ort gebunden und der kluge Politiker, wie jeder kluge Mensch, muß immer damit rechnen, dass plötzliche Katastrophen eintreten. So plötzlich waren diese wirtschaftlichen Verwerfungen allerdings gar nicht,
Wer sich in guten Zeiten nicht wappnet, sondern sorglos in den Tag hinein spendiert, um sein Posterl zu erhalten, soll sich nun völlig zu recht eine Tonne Asche auf's Haupt streuen. Darauf zu hoffen, dass in Notzeiten andere (die Banken, IMF, etc.) freudig oder überhaupt einem Geld leihen, ist mehr als hirnlos.

molekühl
22

Was wir hier erleben, ist die "Selbstimmunisierung" der Demokratie: die Mehrheit kann (definitionsgemäß) gar nicht Unrecht haben bzw. schuld sein, also muss der Schuldige zwangsweise ausserhalb gefunden werden - z.B. die internationale Finanzindustrie.

molekühl
51

Sicher eine berufene Stimme. Pensionierte AHS-"Professoren" sind ja die gaaanz, ganz armen in diesem Lande.
Der DDR weinen ja auch die ehemaligen Systemgewinnler am meisten nach.

liftwartbertl
11
...

Idiotenposting

good night austria
40
an mehrfacher stelle monoton: "...FPÖ, BZÖ und ÖVP.."

da kommt unwillkürlich die frage auf: hat der dauerlächelnde studienabbrecher in der verkleidung eines bundeskanzlers etwa die taktik gewechselt und zahlt er statt boulvard-lobhudelei und allzu durchsichtiger fake- statements in facebook und twitter jetzt (auch noch?) autorenhonorare an spö-schmeichelweich- "fachleute"?

na wenn dabei auch noch die qualität passen würde...

Bergdolm
13
Ich dachte, die SPÖ stellt den Kanzler

.
Aber sie haben den von der Krone aufgestellten Dümmsten für diese Position installiert.

Dass "die Reichen" und "die Spekulanten" weiter geschont bleiben, zeigt, dass man aus der Krise nichts gelernt hat.

Im Gegenteil: Aufgrund eines höheren Pensionsantrittsalters werden nicht wenige in die Arbeitslosigkeit und dann in den Notstand abgleiten. Oder glaubt irgendwer ernsthaft, dass zukünftig Unternehmen Alte nicht freisetzen werden? Firmen stellen keine 50+ Jährigen ein, das sollte eine SPÖ, eine AK, ein ÖGB wissen.

Aber für einen Faymann gilt weiterhin:
Debil lächeln - Hauptsache Kanzler - Angst vor Neuwahlen!

Dabei sind diese Zusammenhänge sehr leicht zu kommunizieren, wenn man nicht schönfrisiert blöd grinst.

Lucio
01
Zur Anhebung des Pensionsantrittsalters

Die Politik zur Anhebung des Pensionsantrittsalters ist hinterhältig: Entweder können die meisten Menschen gar nicht bis 63/65 arbeiten, weil sie nicht mehr die Energie dafür haben, wenn sie ihr Leben lang gearbeitet haben, oder die Firmen schicken die ArbeitnehmerInnen bewusst ab 50 in die Pension, weil sie keine Leute behalten wollen, deren Arbeitskraft nachlässt. Wenn aber das Pensionsantrittsalter auf Druck der Wirtschaft immer mehr bis zu einem Alter angehoben angehoben wird, das nur mehr 10 % erreichen können, während die anderen 90% in Frühpension mit sehr hohen Abschlägen gehen müssen, dann wird deutlich, dass die Politik zur Anhebung des Pensionsantrittsalters in Wirklichkeit auf lebenslange Pensionskürzung und Altersarmut abzielt.

Hermine Berg
 
00
ja, so ist es

das wird aber die lemminge nicht aufhalten.

E. Wart.
19
Dieser zutreffende Kommentar demaskiert die Lügner Spindelegger, Mitterlehner & Co

kyselak3
 
82
"Krisenverursacher bleiben wieder mal ungeschoren"

ob er weiß, daß er sich damit selber meint?

kyselak3
 
123
"Dr. Anton Brandner ist Bildungswissenschaftler, Historiker und Germanist in Linz"

sollte da statt "in linz" nicht "in einem paralleluniversum" stehen?

santa fe
 
19
die krisenverursacher, die unter dem begriff finanzindusrie (FI) zusammenzufassen sind, haben ihre gewinne ins unermessliche gesteigert. dieses weiterhin eskalierende guthaben bedingt die dazu direkt proportional wachsenden schulden.

diese akkumulation von geld (in jeder form) beginnt nicht nur 99% der bevölkerung kaputt- zu verarmen sondern auch die FI zu ersticken. sie setzt auf kriegsinvestition, was den ultimativen wahnsinn bedeutet.

die FI hat in das

BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN für alle

zu investieren, damit die kaufkraft zu stärken und die wirtschaft zu sanieren. das BGE bedeutet die emanzipation jedes einzelnen vom lohn-geld-und kriegsterror der FI.

erst wenn wir nicht mehr materiell erpressbar sind, können wir die demokratie erneuern und sozialen wie internationalen frieden herstellen, auch mit einer sich humanisierenden, rationalisierenden, sucht-therapierenden FI.

sie ist unsere finanzverwaltung, nicht unser welt-tyrann, zu dem sie sich gemacht hat.

Erwin Wolfram
81
uebersetzung

nachdem ich 20 jahre weggeschaut und auf kosten der armen studiert habe haeb ich nun auf kosten dieser eine erleuchtung: ak und oegb haben diesen geholfen meine pension zu finanzieren, waehrend ich dummschwaetze.

El flaco1
215
Sehr guter Beitrag...

... es bleibt wie es Brecht schon so schön gesagt hat: "Armer Mann und reicher Mann stehen da und sehen sich an. Sagt der arme Mann: Wärst du nicht reich, wär ich nicht arm."

Oder auch:"Was ist der Überfall auf eine Bank schon gegen die Gründung einer Bank!" (Grasser und Co lassen grüßen). Erstaunlich, wie sich die Dinge wiederholen.

Hätte mir vor 20 oder 30 Jahren nicht gedacht, dass der Verteilungskampf wieder einmal so hart würde und dass es einer Partei wie der ÖVP völlig wurscht ist, ob wir viele oder wenige Arme im Land haben - Hauptsache die Superreichen zahlen in Österreich die wenigsten Steuern weltweit!

Erwin Wolfram
41
...

ja weil wir sind 1933?

Kuh Yvonne
14

Danke für den guten Artikel!
Sehe ich auch so.

Andreas W
12
Das Problem ist, dass ein System der Diktatur des Kapitals, das seit Jahrzehnten von den Reichen und Maechtigen in kollusivem Zusammenwirken zum Nachteil der Mehrheit aufgebaut haben, nicht einfach zu aendern ist!

Walter SB
00
richtig: reich = einflussreich

nach dem Gesetz von Vilffredo Pareto formuliert
wird es immer -in jedem Gesellschaftssystem - eine
kleine Gruppe geben, die das Sagen hat und absahnt.
Es gibt aber Varianten, was die Reichen mit dem
Geld anstellen.
Beispiel aus dem alten Rom. Da versorgte praktisch jeder
Reiche eine grosse Klientel von Armen.
Bekam dafür Wahlstimmen.
Dieses System verkümmter im Zuge der zunehmenden Macht der Cäsaren.

Was man leider heute nicht weiss ist:
mit welchem Knüppel beeinflussen die
"Reichen" die PARTEIEN ?
dIE bekannten und vermuteten Summen
stehen doch nicht im Verhältnis zur Geneigtheit
der Polititker.

sanjoaquin
 
83
Ich weiß zwar nicht,

wann und wo Sie aufgewachsen sind, aber ich kann Ihnen versichern, dass es noch nie eine Zeit gegeben hat, in der es sowohl weltweit als auch in Ö so vielen Menschen so gut gegangen ist. Wenn Sie jemanden finden, der Ihnen erzählt, wie das 1970 war arm zu sein und den dann vergleichen mit einem, der heute angeblich arm ist, dann werden Sie feststellen, dass da Welten dazwischen liegen. Das ewige Herumplärren auf der Restarmut und der Versuch diese als Systemfehler zu deklarieren ist bei der Problemlösung nur kontraproduktiv, siehe Occupy, wo sich rechte und linke Spinner fröhlich unter einem Dach wiederfinden.

Z4ph0d
06
Falsch!

Es ist noch nie so vielen Menschen so schlecht gegangen. Die Weltbevölkerung wächst unaufhörlich, die Ressourcen nehmen ab, nicht zu. Über eine Milliarde (!) Menschen hungern!

Gleichzeitig verbrauchen immer weniger Menschen immer mehr Ressourcen. Nach einer Studie bräuchten wir vier Planeten, wenn jeder Mensch auf dieser Erde den durchschnittlichen Lebensstandard eines US-Amerikaners besäße.

Unser Wohlstandsniveau ist nur deshalb so hoch, weil andere dafür ausgebeutet werden. Wie oben schon von Brecht zitiert: "Wärst du nicht reich, wär ich nicht arm.

sanjoaquin
 
83
Tun Sie sich zuerst einmal

schlau machen, bevor Sie hier mit Rufezeichen rumschmeissen. Lesen Sie Steven Pinker, da finden Sie in offizielle Zahlen gegossen, mit Quellenangaben, wie die Welt sich zum Positiven verändert hat. Das einzige, was wesentlich schlimmer geworden ist, ist die Zunahme der Hysterischen, die alle modernen Kommunikationskanäle vollplärren mit dem lange überholten Dogma, dass die Welt untergeht. Und jetzt sagen Sie mir doch mal ganz einfach, wer denn nun ausgebeutet wird, damit Sie bequem am PC hocken und Ihre gefühlten Ungerechtigkeiten verbreiten können. Das Problem heutzutage besteht einzig und alleine darin, dass eine Problemlösungsdiskussion ohne ideologisches Geplärre von extrem rechts bis extrem links nicht mehr möglich ist.

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