Einmalkosten und Athen lasten schwer auf Uniqa

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    grafik: apa

Das Ergebnis gewöhnlicher Geschäftstätigkeit lag 2011 bei 330 Millionen Euro im Minus

Wien - Der Kursverfall griechischer Staatsanleihen hat den österreichischen Versicherungskonzern Uniqa im Vorjahr massiver getroffen als erwartet. Nach weiteren Abwertungen auf Marktwerte im vierten Quartal belasteten allein die Hellas-Bonds im Gesamtjahr mit 346 Millionen Euro. Samt den 190 Millionen Euro an einmaligen Sonderkosten für die Neuausrichtung des Konzerns wurde das EGT nach vorläufigen Angaben auf rund 330 Millionen Euro ins Minus gedrückt, im Herbst ging die Uniqa noch von 250 bis 300 Millionen Euro EGT-Verlust aus. Künftig werde der Konzern durch die Einmaleffekte aber entlastet, das operative Kerngeschäft sei robust, betonte CEO Andreas Brandstetter am Freitag.

Mit Jahresende wurden die Hellas-Bonds auf rund 22 Prozent ihres Nominale abgewertet, erläuterte CFO Hannes Bogner. Brutto betrug die Belastung 366 Millionen, wovon 346 Millionen ins Ergebnis gingen. Bis Ende September waren erst Impairments bis auf 35 Prozent vorgenommen worden, bis dahin hatte die Nettobelastung durch die griechischen Anleihen 300 Millionen Euro ausgemacht. Bei anderen Bonds aus PIIGS-Staaten wurde den Marktwerten über die dafür vorgesehene Neubewertungsrücklage Rechnung getragen, ohne Ergebnisauswirkung, so Bogner. Zahlen zu den Kapitalanlagen und -erträgen 2011 stehen noch aus. Der komplette Geschäftsbericht soll Ende April vorliegen.

Sonderaufwand für Konzernumbau

Außerdem zu verdauen hatte die Versicherung 2011 die 190 Millionen Euro Einmal-Sonderaufwand für den Konzernumbau - wovon allein 80 Millioen auf den angekündigten Personalabbau in der Verwaltung in Wien und quer durch Europa entfallen. Mit dem Ziel, bis Ende Juni d. J. 200 Jobs in der Zentrale abzubauen - das ist jeder vierte im Headquarter in Wien -, liege man im Plan, sagte Brandstetter. Das wolle man mit einvernehmlichen Lösungen erzielen, so seien auch im vergangenen Jahrzehnt bereits insgesamt 700 Stellen abgebaut worden. In der übrigen Gruppe sollen wie bekannt weitere 400 Verwaltungs-Jobs bis zum Jahr 2014 gestrichen werden. Der Abbau von insgesamt 600 Stellen entspricht 7 Prozent der Innendienst-Jobs in Europa.

Mit dem Hineinpacken aller Sonderbelastungen in die Bilanz 2011 "haben wir uns für die Zukunft fit gemacht", sagt CEO Brandstetter. Im Vorjahr habe die Uniqa trotz "hoher Wellen das Schiff operativ auf Kurs gehalten". Dank des Ausbleibens von Großschäden habe man die Schadenquote in Schaden/Unfall auf 65,3 (68,4) Prozent verbessern können; die Kostenquote stieg aber wegen der einmaligen Belastungen überproportional auf 26,7 (21,9) Prozent an.

Die laufenden verrechneten Prämieneinnahmen (samt Sparanteilen aus Fonds- und Indexpolizzen) stiegen 2011 konzernweit um 4,4 Prozent auf 5,367 Milliarden Euro, die gesamten verrechneten Prämien sanken wegen eines Rückgangs der Einmalerläge in Leben (vor allem in Österreich, Italien und Polen) um 4,1 Prozent auf 5,970 Milliarden Euro. 

Börsenpläne intakt

Die Pläne für einen weiteren Börsegang der Uniqa im kommenden Jahr sind intakt, "wir bereiten uns intern vor", sagte Konzernchef Andreas Brandstetter. Den Zeitplan dazu wolle man heuer im zweiten Quartal kommunizieren. Das Secondary Public Offering (SPO) werde man jedoch nur bei einem entsprechenden Börseumfeld vornehmen.

Nach früheren Angaben soll der Streubesitz durch die Ausgabe neuer Aktien von derzeit unter 10 Prozent auf über 30 Prozent wachsen, und die Raiffeisen-Kernaktionäre könnten sich auf bis zu 51 Prozent zurückziehen. Am Markt war im vergangenen Sommer über ein Emissionsvolumen von bis zu 600 Mio. Euro spekuliert worden. (APA)

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