Ungarn

Fluggesellschaft Malev stellt Betrieb ein

3. Februar 2012, 12:59

Seit Freitagfrüh steigen keine Flugzeuge mehr auf - Regierung hatte Konkursschutz über Airline verhängt

Budapest - Bei der staatlichen ungarischen Fluglinie Malev geht nichts mehr, die Flugzeuge blieben am Freitag am Boden. Nach dem Subventionsverbot der EU-Kommission waren die Geldquellen der seit Jahren angeschlagenen Malev versiegt. Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens sei "unhaltbar" geworden, begründete Malev-Generaldirektor Lorant Limburger auf der Unternehmens-Webseite den Schritt.

Fluggäste stehen Schlange, Investoren nicht

Auf dem Budapester Flughafen Ferihegy bildeten sich lange Schlangen. Viele Passagiere versuchten ihre Flüge umzubuchen. Laut einem Bericht der ungarischen Nachrichtenagentur MTI verhielten sich die Wartenden ruhig und gefasst. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban erklärte im Rundfunk, seine Regierung strebe einen Neustart der Fluglinie an: "Zu einer Volkswirtschaft des 21. Jahrhunderts gehört eine gut funktionierende nationale Fluggesellschaft." Für die Malev würden allerdings "die Investoren nicht Schlange stehen".

Die Regierung hatte bereits am Montag Konkursschutz über Malev verhängt. Meldungen über den nahenden Konkurs hätten die Liquiditätsschwierigkeiten der Malev verschärft, erklärte Limburger. Lieferanten hätten "von einem Tag auf den anderen" auf Vorauszahlung bestanden. Die Unternehmensführung habe entschieden, den Betrieb einzustellen. "In diesem Sinne steigen seit dem 3. Februar, 6.00 Uhr, nach 66-jährigem fortwährendem Betrieb keine Malev-Flugzeuge mehr auf", hieß es in der Stellungnahme.

Kein Geld mehr

Nach Informationen des Internetportals index hätte die Malev am Freitag eine Reiseticket-Versicherung im Wert von 30 Mio. Euro abschließen müssen. Dieses Geld sei aber nicht mehr zur Verfügung gestanden. Die ungarische Regierung hatte bereits am Dienstag einen Fonds im Wert von zwei Mrd. Forint (6,8 Mio. Euro) für die Entschädigung von gestrandeten Malev-Passagieren eingerichtet.

Die Fluggesellschaft hatte seit Jahren mit Finanzierungsschwierigkeiten gekämpft. Kritisch wurde die Lage Anfang des Jahres. Die EU-Kommission hatte entschieden, dass der ungarische Staat mehrere Millionen Euro zurückzahlen muss, die von 2007 bis 2010 zur Unterstützung der Malev geflossen waren. Seit dem Brüsseler Entscheid stellte die Regierung jegliche Hilfe an die Malev ein.

Die Airline beschäftigt insgesamt 2.600 Mitarbeiter. Sie transportiert jährlich rund drei Millionen Passagiere. Nach der demokratischen Wende vor 22 Jahren wurde sie zweimal privatisiert und wieder rückverstaatlicht. Sie sorgt für rund 40 Prozent des Verkehrsaufkommens am Flughafen Ferihegy, der von der deutschen Hochtief betrieben wird. Zuletzt hatte Malev Schulden in Höhe von 74,6 Mrd. Forint angehäuft. (APA)

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Gerald Nessmann
10
Und warum blockiert die EU

nicht OeBB Foerderungen seitens der Republik? Es waere doch hoechste Zeit!

sawadi
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oder die Landwitschaft

Hari Ka
00
Wunderbar

so muss freie Marktwirtschaft funktionieren. Etwas lohnt sich nicht mehr, dann geht es halt ein und das profitable wird von der Konkurrenz billig übernommen und weiter geführt.
Dass der Staat wie bei der AUA Geld zum Verkauf zuschiesst ist Idiotie sondergleichen. Und eine eigene Airline braucht kein Staat.

Scherberich
 
00
Traurig

es sind aber schon größere Namen eingegangen.

O5
22

Tja, selbst schuld lieber Möchtegerndiktator. In einem Land in dem die Leute aus purem Egoismus enteignet werden möchten Investoren natürlich nichts investieren. SSKM.

Interne Notaufnahme
23

Jetzt wird Orban sich halt auf die ungarische Hochseeflotte konzentrieren. Das ist er dem ADMIRAL Horthy schuldig.

drKannibalFekter
 
42
Orbán wieder im Krieg!

Heute sagte Ungarns Premier, dass er wieder eine Kriegserklärung erhalten hätte, und eigentlich sei die EU Schuld an der Malev-Pleite weil sie weitere Finanzhilfen des Staates untersagt hätte. Die Regierung konnte nichts tun weil aus die Malév-Misere ein Skelett der füheren Regierung gewesen sei.
Dass die Fidesz nach fast zwei Jahren Regierung außer frechen-kecken Sprüchen und Schuldzuweisung nichts kann sagt er nicht. Die Fidesz hat keine Koinzepte für Ungern weder vor noch nach den Wahlen. Machthunger hat sie!

Don Quixote1
12

Hat die EU die Finanzspritzen untersagt?
War Malév schon länger angeschlagen?

Sie heulen mit der Meute.

drKannibalFekter
 
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Das waren nicht die Fragen.

Klar war die Malev angeschlagen, jeder wußte dass EU Recht Finanzspitzen nicht toleriert. Genau das ist es - die ungarische Regierung ignoriert die Zeichen der Zeit, macht einen auf populistischen Freiheitskampf statt Lösungen zu suchen und zu finden. Da liegt das Problem!

Don Quixote1
01
Geld regiert die Welt, wer regiert das Geld?

Wenn die totale Abhängigkeit vom IWF die Lösung ist, die sogar zum Verlust des Scheins der Eigenständigkeit führt, kann ich gut verstehen, dass Orbán es nicht will.

Freiheitskampf?
Reden wir weiter darüber, wenn ESM in Kraft ist, wenn ACTA unterzeichnet ist. Es findet gerade eine Demokratieregulierung statt, anstatt der versprochenen Finanzmarktregulierung.
Geld regiert die Welt, wer regiert das Geld?

Mike Myers
00
jetzt ist Wizzair

der ungarische Flag-Carrier 8-))

mlau
00

Denen wird auch bald das Malev Schicksal widerfahren

Alfred Jodelhuber
 
30

Ich hab gedacht, bei Todesfällen kann nicht gepostet werden...

mond / möndin
42
Meine LieblingsFIDESZkampfposter wie János bácsi sind so leise...

drKannibalFekter
 
10
Sie schreiben schon ein wenig wirres Zeug!

Erstens gab es schon 1998-2002 eine Fidesz Regierung, das wird gerne vergessen. Zweitens hat Orbán II. wirtschaftlich nicht viel gezeigt außer dem Abcashen der privaten Pensionskassen und der Bedienung der wohlhabenden Klientel durch die 16% Flat-Tax, dafür 27% MwSt. und Besteuerung der Niedrigsteinkommen.
Niemand hat behauptet die frühere Regierung sei unschuldig, nur hilft das Fidesz-Geschrei und ihre Schuldzuweisung wenig. Lösungen sind gefragt keine Revolution a la Fidesz!

Sandor Kocsis
01

für das Desaster kann der Orbán aber am wenigsten dafür, oder?

babel
00
"für das Desaster kann Orbán am wenigsten"

Ja, absolut richtig! umso unverständlicher, dass die Schuld daran mal wieder der EU zugeschoben wird.

Die EU-Vorschrift, dass Fluglinien nicht mit Steuergeldern bezuschusst werden dürfen ist absolut nachvollziehbar, denn es kann doch nicht sein, dass alle ungarischen Steuerzahler, von denen die allerwenigsten jemals fliegen, die Kosten der Flieger übernehmen, von denen die meisten noch aus dem Ausland kommen. Dazu wurde ja schliesslich die Flughafensteuer eingeführt, damit nur der bezahlt, der tatsächlich fliegt.

Was soll also mal wieder die Schuldzuweisung an die EU? "Orbán kann am wenigsten dafür" richtig! aber umso sinnloser ist es, dass er die Menschen ständig gegen die EU aufhetzt! Ich trau sich ja kaum noch nach Ungarn.

Sandor Kocsis
01

Ich poste doch oft genug, dass er wahnsinnig ist, und er hetzt ja nicht nur gegen die EU.

Nur ihm nun postwendend die Schuld an dem Desaster zu geben, ist das gleiche Niveau.

Don Quixote1
11
Total überflüssig.

Dafür sind die MSZP Kampfposter umso aktiver. Orbán ist sogar für den 8 Jahren MSZP Desaster verantwortlich:
Für Verkauf und Privatisierung lebensnotwendigen und strategisch wichtigen Zweige wie Energie, Wasser, für Steuerbegünstigungen bis Steuerfreiheit der Banken und internationalen Konzernen.
Weiters er ist Verantwortlich für die Folgen der Krise, für die Ernennung von Theaterdirektoren usw.

Das undifferenziertes Bild was da erzeugt wird ist echt unbrauchbar, nützt niemandem. Total überflüssig.

Mac McMack
19
Zu einer Volkswirtschaft des 21. Jahrhunderts gehört eine gut funktionierende, nationale Fluggesellschaft

genau das ist der irrglaube vieler. es braucht nur pünktliche uns sichere verbindunegn von a nach b. wer da fliegt ist völlig egal.

Scherberich
 
01

neoliberaler Unsinn. So etwas hat man den osteuropäischen Staaten 20 Jahre lang eingeredet, und jetzt pfeifen sie aus dem letzten Loch, ohne irgendeinen Ausweg.

Es war nämlich eine ähnliche Logik mit der man die gesamte Industrie verscherbelt und demontiert hat, weil es ja immer jemanden geben wird, der das Produkt anbietet, das müssen wir ja nicht selber machen.

(.) (.)
00
Naja

die Logistik des Flugbetriebes macht es schon recht bequem, wenn eine grosse Airline einen Hub im LAnd betreibt.

Aufgrund der nationalstaatlichen Gliederung Europas ist das dann natürlich eine nationale Airline.

Wird die nationale Airline marginalisiert, wie es zur Zeit bei de AUA durch die LH der Fall ist, schadet das dem Wirtschaftsstandort enorm.

So ist es nicht mehr möglich, direkt von Wien nach Madrid oder Lissabon zu fliegen. Nur mehr mit Umsteigen und natürlich höheren Kosten.

Und auf der Langstrecke schaut es ganz düster aus.

watzlilaus "walmoerder" wondratschek
 
00
VIE- MAD..

Wie waere es mit Iberia: Genauer hin mit IB 3575, 3577 oder 8477, und zurueck mit IB 8476, IB 3572 oder IB 3576? Drei mal am Tag Direktverbindung - braucht die Wirtschaft wirklich noch Fluege der AUA?

verleih nix
01

den steuerzahler kommt das deutlich günstiger als die österreichische variante bei der aua.

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