Folterchef der Roten Khmer erhielt lebenslang

3. Februar 2012, 06:47
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    foto: epa/nhet sok heng / eccc handout

    Duch vor Gericht in Phnom Penh.

Berufungsprozess: Gericht erhöht Strafmaß für Ex-Gefängnischef Duch - Ersturteil hatte große Empörung ausgelöst

Phnom Penh - Der einstige Folterchef der Roten Khmer in Kambodscha, Kaing Guek Eav, genannt "Duch", muss lebenslang hinter Gitter. Damit wurde die Haftstrafe im Berufungsprozess vor dem von den Vereinten Nationen unterstützten Völkermordtribunal am Freitag in Phnom Penh verlängert. Der 68-jährige ehemalige Mathematiklehrer war 2010 zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Die Strafe wurde jedoch auf 19 Jahre reduziert, da er vor der Verurteilung bereits im Gefängnis gesessen war. Diese Entscheidung hatte Empörung bei den Überlebenden der Schreckensherrschaft der Roten Khmer und den Hinterbliebenen der Opfer hervorgerufen.

15.000 Häftlinge gefoltert und ermordet

Duch leitete das berüchtigte Gefängnis Tuol Sleng (S-21) in Phnom Penh, in dem zwischen 1975 und 1979 rund 15.000 Insassen gequält und auf grauenhafte Weise umgebracht worden waren. Das aus 17 kambodschanischen und 13 von den Vereinten Nationen gestellten ausländischen Juristen bestehende Sondertribunal war 2006 nach fast zehnjährigen Verhandlungen errichtet worden. Ihm sind enge Grenzen gesteckt, andernfalls wäre seine Einsetzung am Veto Chinas, der früheren Schutzmacht der Roten Khmer, gescheitert. Die Roten Khmer unter Pol Pot waren 1975 an die Macht gekommen. In den knapp vier Jahren ihrer durch eine vietnamesische Militärintervention beendeten Terrorherrschaft kamen bis zu zwei Millionen Menschen ums Leben, viele durch Hungersnöte und Zwangsarbeit. Ex-Diktator Pol Pot starb 1998 in einem Dschungelversteck an der thailändischen Grenze.

Ziel der Roten Khmer war es, das südostasiatische Land in eine kollektivistische Agrargesellschaft umzuwandeln. Die Angehörigen der Intelligenz wurden systematisch ausgerottet. Nach ihrem Sturz durch die vietnamesische Armee zogen sich die Roten Khmer in den Dschungel zurück und erhielten auch vom Westen Hilfe. Sie behielten den UNO-Sitz und führten einen verlustreichen Untergrundkrieg gegen die Vietnamesen und das mit deren Hilfe installierte Regime in Phnom Penh. Erst 1991 kam es zur Unterzeichnung des Pariser Friedensabkommens, das die Voraussetzung für eine große UNO-Friedensoperation und demokratische Wahlen schuf.

Tribunal-Mitarbeitern geht das Geld aus

Vor dem Tribunal müssen sich noch der Chefideologe der Roten Khmer, Nuon Chea, Ex-Staatschef Khieu Samphan und der frühere Außenminister Ieng Sary sowie dessen Frau Ieng Thirith verantworten. Ihnen werden Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

Rund 300 für das Tribunal arbeitende Kambodschaner werden in diesem Monat nicht entlohnt. Einige der Angestellten wurden bereits seit Oktober nicht mehr bezahlt, sagte der Sprecher des Tribunals, Neth Pheaktra. Die ausländischen Angestellten des Strafgerichtshofes werden von der UNO bezahlt, doch die kambodschanischen Angestellten, die rund zwei Drittel des Mitarbeiterstabes ausmachen, von der kambodschanischen Regierung. Diese finanziert die Gehälter aus Spenden der internationalen Gemeinschaft, die immer geringer würden, wie es hieß. (APA/Reuters)


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Kommentar posten
22 Postings
milli47
32
10.2.2012, 10:24
Pol Pot

Super - ich lese nur die USA sind schuld. Habt ihr Poster schon einmal darüber nachgedacht, wie es sich unter Pol Pot angefühlt hat. Wer hat Pol Pot und die Roten Khmer aufgefordert über 1,5 Millionen Menschen zu ermorden? Achja - Eurer Meinung nach die Amis. Ich war in Kambodscha und habe erlebt wie traumatisiert dieses Land noch immer ist. Nicht wegen der Amis, sondern weil jede Familie mindestens ein oder zwei Angehörige während des Regimes verloren hat. Vielen Dank für Eurer Mitgefühl diesen Menschen gegenüber!

Andreas Prischl
00

Kann das bitte die beste Nachricht des Tages werden? Die Geschichte mit dem Zauberspruch und den Kamelen ist schön, doch dies hier ist wirklich ausgezeichnet.

h 90
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Sie wissen schon, dass USA und Thailand die massiv unterstuetzt hat.
Da gibts keine Anklage.

123155465
47
Wann beginnen die Prozesse gegen die US Folterknechte?

RF
613
Berechtigtes Urteil , aber wer fehlt? Kissinger!

Die Leidensgeschichte Kambodschas begann mit einem US Putsch 1970 und einem Bombardement durch die USA mit ungeheurem Ausmaß. Der Architekt dieses Völkermordes, Kissinger, der gehört auch vor ein Kriegsgericht. Die US - Flächenbombardements forderten mindestens 200.000 Menschenleben, vornehmlich unter Zivilisten. Von amerikanischen B-52-Flugzeugen wurden vom 4. Oktober 1965 bis zum 15. August 1973 insgesamt 2.756.941 Tonnen und alleine 1973 doppelt soviele Bomben über Kambodscha abgeworfen wie über Japan während des gesamten Zweiten Weltkrieges. (Quelle Wikipedia)

Rene Stangeler
13
Auch Laos

ist so ein vergessenes Land welches Opfer des Bombenterrors der USA wurden. Ohne dass es jemals eine Kriegserklärung gab, die Bomben wurden einfach über Laos abgeworfen, 100.000e einfach auf dem Rückflug zu den Basen um den Ballast zu verringern.

RF
02
Leider richtig.

Sie haben völlig recht. Diese Verbrechen sind völlig in der Versenkung verschwunden, da der "Westen" die internationale Organe dominiert.

Zeit Geist5
 
37

Hatte damals Kambodscha nicht versucht Atombomben zu bauen? Oder war das jetzt ein anderes Land??? Ah nein, ich glaube die hatten Massenvernichtungswaffen versteckt gehabt!
Kissinger & CO haben schon soviel Menschenleben auf dem Gewissen das es mir den Magen umdreht!!!!!!!

Franz Woyzecks liebste Erbse
79
Naja

Das ist jetzt aber schon ein bisschen sehr vereinfacht dargestellt. Die USA haben Kambodscha nicht so einfach aus Jux und Tollerei bombardiert, sondern weil es die damalige Regierung unter Sihanouk zugelassen hat, dass die Vietminh bzw. der Vietkong das damals neutrale Kambodscha als Aufmarsch- und Kriegsgebiet nutzen konnten, was die USA völkerrechtlich zum Einschreiten ermächtigte.

Die Schreckensherrschaft der Roten Khmer hat übrigens an die 2 Mio Menschenleben gekostet und ich finde es sehr billig, aus irgendwelchen antiimperialistischen Motiven heraus davon ablenken zu wollen.

Meerwelle
20

Nein, nein, nein, nur die USA sind böse.
Diktatoren sind nie nicht böse.

Das scheue Reh
22

Bis 1970 mag das ja stimmen. Danach hatte Sihanouk nix mehr zu sagen und Lon Nol ist gemeinsam mit den Amerikanern gegen die eigenen Leut vorgegangen. Bis 1970 war von den Roten Khmer auch noch nichts zu sehen.

Wenn alles was sich bewegt bombardiert wird, dann muss man sich nicht wundern, dass es Widerstand gibt.

Militärisch war das ganze auch ein Quatsch. Das was als Ho Chi Minh Pfad bezeichnet wird sind doch bis heute großteils nur Sand Pfade die bei Regen zu Match werden.

egal9
21

Noch ein Link für Sie
http://de.wikipedia.org/wiki/Rote... er_Staaten

Weitere Quellen lassen sich sicher finden

Es gibt übrigens keinerlei völkerrechtliche Grundlage um hunderttausende Zivilisten zu massakrieren. Was reden Sie da für einen Blödsinn?

Und für flächendeckende Entlaubung mittles chemischen Kampfstoffen gibt es auch keinerlei Rechtfertigung.

egal9
25

Ablenken?

Wer hat denn die Roten Khmer bis zum Ende unterstützt? Die USA!

Erst das "kommunistische" Vietnam hat dem Spuk ein Ende gemacht.

Rene Stangeler
00
Auch China hat die Roten Khmer

unterstützt, Frankreich hatte auch seine Hände im Spiel. Sehr tvile ragen an der Tragödie mitschuld.

*space
01

Erst das von Kommunisten regierte Vietnam hat dem Spuk ein Ende gemacht.

TrickkisteX
22
Themenverfehlung...

h 90
13

Verurteilt werden nur Verlierer.

Gerhard Eigner
40
haha, wie alt ist der jetzt ? 95 ??

wurm83
 
12
er ist 70

und ich wüsnche ih noch ein laaaaaanges laaaaaanges leben...im besten fall wird er 130!

dann hat er noch ein paar jährchen unter "guten freunden" um über seine taten nachzudenken....

Silversurger
02
Bitte lesen Sie den Text nochmal genau durch und Sie erhalten Ihre Antwort.

Gerhard Eigner
00
stand in der erstfassung nicht da.

joe kagamino
03
was erheitert sie so?

"kamerad duch" wurde am 17. 11. 1942 geboren, ist also noch nicht einmal 70!

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